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Thomas Fischer

Einweg-E-Zigaretten

Umweltschädlich, gesundheitsgefährdend und brandgefährlich

Der Boom von Vapes, also Einweg-E-Zigaretten, ist nicht nur eine Gefahr für die Gesundheit – Einweg-E-Zigaretten verbrauchen auch riesige Mengen an Ressourcen und können durch die enthaltenen Lithium-Ionen-Batterien verheerende Brände auslösen. Eine Verbotsregelung kann im Elektrogesetz oder auch aus Gründen des Gesundheits- oder Jugendschutzes schnell verankert werden.

© Yoann Boyer unsplashDie Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat gemeinsam mit der Bundesärztekammer, dem Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) sowie 13 weiteren gesellschaftlichen Organisationen Umweltministerin Steffi Lemke zu einem schnellen nationalen Verbot von Einweg-E-Zigaretten aufgefordert. E-Zigaretten sind doch gesünder als „normale" Zigaretten – was ist so schlimm daran?

Besonders umweltschädigend
In Deutschland werden schätzungsweise mehr als 5 Millionen Einweg-E-Zigaretten pro Woche konsumiert. Sie enthalten kritische Rohstoffe wie Lithium, Kobalt oder Kupfer, bei deren Abbau Natur zerstört und große Wassermengen verbraucht werden. Die Produktion der leistungsstarken Batterien verursacht zudem hohe Treibhausgasemissionen. Einweg-E-Zigaretten werden bereits nach einem Nutzungszyklus zu Elektroschrott. Eine Studie aus Großbritannien zeigt, dass dort lediglich 17 Prozent der Einweg-Vapes sachgerecht entsorgt werden. Es liegt nahe, eine vergleichbare Größenordnung auch für Deutschland anzunehmen. Bei unsachgemäßer Entsorgung gehen die enthaltenen wertvollen Rohstoffe für ein Recycling verloren und Schadstoffe gelangen in die Umwelt.

Gefährdung von jungen Menschen
E-Zigaretten-Hersteller werben damit, die gesündere Alternative zu normalen Zigaretten zu haben. E-Zigaretten enthalten zwar weniger toxische Stoffe, die in normalen Zigaretten durch die Verbrennung von Tabak entstehen, dennoch sind sie nicht völlig frei von schädlichen Chemikalien. Einige Aromastoffe und Lösungsmittel, die in E-Liquids verwendet werden, können gesundheitsschädlich sein. Zusätzlich kann das in den meisten E-Zigaretten enthaltene Nikotin die Hirnentwicklung negativ beeinflussen. Enthaltene Substanzen können Krebs verursachen, die Atemorgane sowie das Herz-Kreislauf-System angreifen und das Immunsystem beeinträchtigen. Außerdem ist das Risiko, auf Tabakzigaretten umzusteigen, bei jungen E-Zigaretten-Konsument:innen bis zu dreimal höher. Mit ihren fruchtigen und süßen Geschmacksrichtungen, einem auf die Zielgruppe abgestimmten Verpackungsdesign und niedrigen Preisen sind Einweg-E-Zigaretten besonders attraktiv für Kinder und junge Menschen, welche dem Trend folgen und die Risiken nicht erkennen.

Brandgefährliche Batterien
Die in den Einweg-E-Zigaretten enthaltenen Lithium-Ionen-Batterien können nicht entnommen werden. Bei unsachgemäßer Entsorgung können diese Brände verursachen, da sie sich bei Beschädigung stark erhitzen und selbst entzünden. Brände treten aktuell besonders häufig in Müllfahrzeugen, Sortier- und Recyclinganlagen auf, sind aber auch für private Haushalte nicht auszuschließen. Die Altgeräte verursachen bereits heute Sachschäden in dreistelliger Millionenhöhe und gefährden so die Entsorgungssicherheit.

Verbot ist schnell umsetzbar
Dass ein nationales Verbot von Einweg-E-Zigaretten schnell möglich ist, zeigen die Beispiele Belgien und Frankreich, wo bereits entsprechende Regelungen festgelegt worden sind. Dies sehen auch die Bundesländer so, welche bereits 2023 im Bundesrat eine nationale Verbotsregelung einforderten und dies auf der Umweltministerkonferenz im Juni 2024 bekräftigten. Aktuell wird das Gesetz zum Umgang mit Elektrogeräten (ElektroG) überarbeitet. Jedoch sieht der aktuelle Entwurf des ElektroG lediglich vor, dass Vertreiber von Einweg-E-Zigaretten zur Rücknahme verpflichtet werden sollen – ein Anreiz dazu fehlt jedoch bislang. Damit ist auch die Gefahr von Bränden nicht gebannt. Deswegen braucht es das nationale Verbot von Einweg-E-Zigaretten, um den Schutz junger Menschen und der Umwelt zu gewährleisten. Für das Verbot stehen unterschiedliche rechtliche Möglichkeiten zur Verfügung. Umweltministerin Lemke oder auch Gesundheitsminister Lauterbach sollten diese Chancen schnell nutzen.

Thomas Fischer ist bei der Deutschen Umwelthilfe (DUH) tätig und leitet seit 2013 die Abteilung Kreislaufwirtschaft und Abfallpolitik. Er ist Experte für Abfallvermeidung, Recycling, Umweltmanagement und Nachhaltigkeitskommunikation.

Dieser Artikel ist in forum 01/2025 - Pioniere der Hoffnung erschienen.

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