66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen
Technik | Energie, 09.12.2023

Globaler LNG-Boom befeuert die Klimakrise:

Beispiele aus den USA und den Philippinen

Auf einer Pressekonferenz zur UN-Klimakonferenz (COP28) in Dubai haben heute die NGOs urgewald (Deutschland), Port Arthur Community Action Network (USA) und Center for Energy, Ecology, and Development - CEED (Philippinen) über den massiven globalen Ausbau von Flüssiggas-Infrastruktur (LNG) und die Konsequenzen für Gemeinden in Nordamerika und Südostasien berichtet.

© djedj, pixabay.comÜberall auf der Welt versuchen fossile Unternehmen derzeit LNG-Infrastruktur auszubauen. Die Global Oil & Gas Exit List (GOGEL) von urgewald, eine umfassende öffentliche Datenbank zur Branche, belegt diesen alarmierenden Trend. Nach den neuesten GOGEL-Zahlen planen Öl- und Gasunternehmen eine Steigerung der weltweiten LNG-Exportkapazität um 162 %. Dies entspricht einer jährlichen Verflüssigungskapazität von 729 Millionen Tonnen.

Die Golfküste der USA soll mit 21 geplanten neuen Anlagen zum größten LNG-Exportzentrum der Welt werden. Insgesamt entfallen auf diese Anlagen 41 % der bei GOGEL aufgelisteten weltweiten Expansion im LNG-Exportbereich. Der Großteil des fossilen Gases, das von diesen Terminals exportiert wird (88 %) stammt aus dem Permian Basin, dem Herzen der US-Fracking-Industrie.
 
Betroffene Gemeinden entlang der Golfküste kämpfen gegen jedes einzelne der geplanten LNG Exportterminals. John Beard, Gründer und Leiter des Port Arthur Community Action Network, beschreibt die Auswirkungen dieser Projekte: „Unsere Gemeinden lebten einst von der reichen Fischerei. Aber die Ausbreitung von LNG-Projekten und petrochemischen Anlagen hat unsere Wasserwege verschmutzt, unsere Luft vergiftet und unsere Gesundheit zerstört. Es ist unmöglich, den schädlichen Abgasen zu entkommen. Als Folge davon leiden Menschen bei uns unter hohen Krebsraten, Atemwegsinfektionen und ständigen Migräneanfällen. Und diejenigen, die die Hauptlast dieser Auswirkungen tragen, sind oft Communities of Color. Wir weigern uns, für die Gier von Unternehmen wie Sempra Infrastructure und Cheniere geopfert zu werden. Es ist an der Zeit, den Ausbau von LNG und Petrochemie zu beenden und wieder in saubere, grüne und erneuerbare Energie zu investieren. So werden die Menschen geschützt und unser Planet."

Gleichzeitig wird in Südostasien der Aufbau des weltweit größten LNG-Importzentrums vorangetrieben, wobei die Philippinen an der Spitze dieser Entwicklung stehen. Auf den Philippinen sind bis zu 12 LNG-Importanlagen und Gaskraftwerke mit einer Leistung von 40 Gigawatt geplant, die in einigen der artenreichsten Ökosystemen der Welt entstehen sollen. Eines der am stärksten betroffenen Gebiete ist die Verde Island Passage, ein Meereskorridor, in dem über 1.700 Fischarten und über 300 Korallenarten leben. Der gewaltige Ausbau der Flüssiggasinfrastruktur in diesem Gebiet stellt eine ernsthafte Bedrohung für den Lebensunterhalt der örtlichen Fischer, die Energiesicherheit des Landes und die Chance auf eine nachhaltige Zukunft für alle dar.

Gerry Arances, Geschäftsführender Direktor des Center for Energy, Ecology, and Development (CEED) sagt: „Die Philippinen gehören zu den Ländern, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. In den vergangenen Jahren haben wir einige der schlimmsten Taifune der Welt erlebt. Wenn wir nicht sofort umfangreiche Klimaschutzmaßnahmen auf den Weg bringen, wird es noch schlimmer werden. Glücklicherweise sind die Philippinen ein Paradies für erneuerbare Energien. Nach Angaben unserer Regierung haben wir ein erneuerbares Potenzial von 807 GW. Das ist viel mehr, als wir tatsächlich brauchen. Wir wollen nicht noch mehr fossile Brennstoffe. Was wir brauchen, ist saubere und bezahlbare erneuerbare Energie."
 
Kontakt: urgewald e.V., Moritz Schröder-Therre | moritz@urgewald.org | www.urgewald.org


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026 ist erschienen

  • Geopolitische Spannungen, Aufrüstung und Unsicherheit prägen Märkte und Investitionsentscheidungen wie lange nicht. Die neue Ausgabe von forum future economy setzt bewusst einen Kontrapunkt: Sie gibt Stimmen Raum, die für Diplomatie, Deeskalation und zivile Lösungen eintreten – weil wirtschaftliche Stabilität ohne Frieden nicht denkbar ist.
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
10
MÄR
2026
Rechtliche Aspekte der Kreislaufwirtschaft
Kreislaufwirtschaft zwischen Green Deal und Praxis
kostenfreies Webinar
11
MÄR
2026
Circular Valley Convention 2026
Gestalten Sie mit uns die Zukunft der Kreislaufwirtschaft - Ticketrabatt für forum-Leser*innen!
40474 Düsseldorf
21
APR
2026
Sustainable Economy Summit
Rückenwind für die Wirtschaft der Zukunft
10117 Berlin
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Naturschutz

Der Mensch als Herr und Meister über die Natur?
Christoph Quarch weist auf das Schöpferische und Kreative im wilden Leben hin
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

LEEF platziert Folgeanleihe und startet neue Wachstumsphase

Lunch & Learn: Warum gute Streitkultur Erfolg bingt

Zentek und Schlaadt beschließen weitreichende Zusammenarbeit für nachhaltige Verpackungen

Gemeinsam Städte zukunftsfähig machen

Wie sieht eine "Wahre Wirtschaft" aus?

No Healthy Soil, no Future

Freiheit des Saatguts ist Freiheit des Lebens

Sunvestment: Afrikas Aufbruch ins solare Zeitalter mitgestalten

  • circulee GmbH
  • NOW Partners Foundation
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • SUSTAYNR GmbH
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Engagement Global gGmbH
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • WWF Deutschland
  • TÜV SÜD Akademie