Lifestyle | Essen & Trinken, 17.11.2023
Freiheit von Glyphosat
Was in Brüssel und Berlin am Widerstand der Lobbyisten scheiterte könnte der Markt zu Stande bringen
Kommentar von IWE-Vorstandssprecher Wilfried Bommert
Der
Stoff heizt, als zentrale Stütze der industriellen Landwirtschaft, das
Treibhaus Erde weiter auf. Glyphosat fördert den Einsatz von
synthetischem Stickstoff und damit den Ausstoß von Klimagasen inklusive
dem höchst aggressiven Lachgas. Es verbilligt das Mastfutter, begünstigt
die Fleischfabriken und damit die Hauptquelle der Klimagase aus der
Landwirtschaft. Glyphosat als Allroundkiller lässt nichts übrig von der
Artenvielfalt auf den Äckern.
Im Gegenteil, es macht Monokulturen erst profitabel und forciert das Ende immer weiterer Arten. Es fördert den intensiven Ackerbau auch dort, wo der Regen mangelt, und sorgt so dafür, dass die Grundwasser- und damit die Trinkwasservorräte der Welt weiter schrumpfen. Die Monokulturen vernichten die Bodenfruchtbarkeit weltweit. Und der Hunger der Welt, er ist durch seinen Einsatz nicht verschwunden, im Gegenteil. Er spitzt sich zu durch die ökologischen Folgen, die Glyphosat für Weltklima, Artenvielfalt, Boden- und Wasservorräte hat.
Warum soll es also weitere 10 Jahre in Europa sein Unwesen treiben können? Wenn die politischen Schaltstellen in Brüssel und Berlin von der Industrie gekapert sind, bleibt immer noch der Markt. Will es der Markt? Wollen es die Kunden? Wohl kaum, die Mehrheit der Verbraucher jedenfalls lehnt Glyphosat ab. Wenn offizielle Schweizer Studien feststellen, dass ungefähr 40 Prozent der Lebensmittel tiefe, aber messbare Spuren von Glyphosat enthalten, warum sollte es bei uns anders sein?
Warum ignorieren die Aldis, die Lidls und Pennys, die EDEKAs und REWEs die Abneigung der Kundschaft? Weil bisher noch keiner dort die Frage ans Management gestellt hat, warum das Sortiment nicht längst frei von Glyphosat ist? Und warum geht der Bundeslandwirtschaftsminister, der in Brüssel nichts ausrichten konnte, nicht voran und sagt seiner Hauskantine, dass sie ihren Einkauf gefälligst auf Glyphosat freie Rohstoffe umzustellen habe? Das hätte mit Sicherheit Wirkung auf den Markt und auf den Gebrauch des Stoffes, den keiner auf dem Teller haben möchte. Was in Brüssel und Berlin am Widerstand der Lobbyisten scheiterte, das Ende von Glyphosat, könnte der Markt zu Stande bringen. Freiheit von Glyphosat! Ich wette, dafür braucht er nicht einmal 10 Jahre.
10 Jahre Freiheit für Glyphosat. Es darf weiter auf die Äcker
Europas gespritzt werden. Ein großer Tag für die Agrarindustrie. Sie hat
bewiesen, dass ihre Netzwerke immer noch bestens funken, bis in die
höchsten Kreise europäischer Politik. Für alle, die glaubten, dass jetzt
mit dieser Allroundkeule der Chemie Schluss sein sollte, ist dies ein
schwarzer Tag. Nicht nur, weil sie im Verdacht steht Krebs auszulösen,
sondern weil Glyphosat keines unserer existenziellen Probleme löst, im
Gegenteil!
Der
Stoff heizt, als zentrale Stütze der industriellen Landwirtschaft, das
Treibhaus Erde weiter auf. Glyphosat fördert den Einsatz von
synthetischem Stickstoff und damit den Ausstoß von Klimagasen inklusive
dem höchst aggressiven Lachgas. Es verbilligt das Mastfutter, begünstigt
die Fleischfabriken und damit die Hauptquelle der Klimagase aus der
Landwirtschaft. Glyphosat als Allroundkiller lässt nichts übrig von der
Artenvielfalt auf den Äckern.Im Gegenteil, es macht Monokulturen erst profitabel und forciert das Ende immer weiterer Arten. Es fördert den intensiven Ackerbau auch dort, wo der Regen mangelt, und sorgt so dafür, dass die Grundwasser- und damit die Trinkwasservorräte der Welt weiter schrumpfen. Die Monokulturen vernichten die Bodenfruchtbarkeit weltweit. Und der Hunger der Welt, er ist durch seinen Einsatz nicht verschwunden, im Gegenteil. Er spitzt sich zu durch die ökologischen Folgen, die Glyphosat für Weltklima, Artenvielfalt, Boden- und Wasservorräte hat.
Warum soll es also weitere 10 Jahre in Europa sein Unwesen treiben können? Wenn die politischen Schaltstellen in Brüssel und Berlin von der Industrie gekapert sind, bleibt immer noch der Markt. Will es der Markt? Wollen es die Kunden? Wohl kaum, die Mehrheit der Verbraucher jedenfalls lehnt Glyphosat ab. Wenn offizielle Schweizer Studien feststellen, dass ungefähr 40 Prozent der Lebensmittel tiefe, aber messbare Spuren von Glyphosat enthalten, warum sollte es bei uns anders sein?
Warum ignorieren die Aldis, die Lidls und Pennys, die EDEKAs und REWEs die Abneigung der Kundschaft? Weil bisher noch keiner dort die Frage ans Management gestellt hat, warum das Sortiment nicht längst frei von Glyphosat ist? Und warum geht der Bundeslandwirtschaftsminister, der in Brüssel nichts ausrichten konnte, nicht voran und sagt seiner Hauskantine, dass sie ihren Einkauf gefälligst auf Glyphosat freie Rohstoffe umzustellen habe? Das hätte mit Sicherheit Wirkung auf den Markt und auf den Gebrauch des Stoffes, den keiner auf dem Teller haben möchte. Was in Brüssel und Berlin am Widerstand der Lobbyisten scheiterte, das Ende von Glyphosat, könnte der Markt zu Stande bringen. Freiheit von Glyphosat! Ich wette, dafür braucht er nicht einmal 10 Jahre.
Kontakt: Institut für Welternährung e.V. - World Food Institute, Wilfried Bommert | pr@institut-fuer-welternaehrung.org | www.institut-fuer-welternaehrung.org
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