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SDG-Halbzeitbilanz: Jetzt erst recht!

Engagement Global unterstützt mit Rat, Tat und oft mit finanzieller Förderung.

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat sich in diesem September ehrlich gemacht: Die Umsetzung der weltweiten Agenda 2030 hinkt ihren selbstgesteckten 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) und 169 Unterzielen deutlich hinterher. Auch wenn sie voraussichtlich nicht erreicht werden, bleiben sie dennoch handlungsleitend für die zukunftsfähige Transformation der Welt. Dies muss als Chance begriffen und positiv kommuniziert werden. Die Erfolge der letzten Jahrzehnte beweisen den Realismus der SDGs.

Die Umsetzung der SDGs ist wie ein Marathon: Anspruchsvoll und phasenweise sehr herausfordernd © Engagement Global / Kathi KrechtigDass die 17 Ziele bis Ende des Jahrzehnts erreicht werden, scheint „nicht mehr realistisch", erklären Leonie Marie Droste und Tabea Waltenberg vom Sustainable Development Solutions Network Germany (SDSN). Nach den ersten siebeneinhalb von 15 Jahren des Zeitplans wurden erst 12 Prozent der Vorgaben erreicht, so UN-Generalsekretär António Guterres.

Es gilt zur Mitte des Umsetzungszeitraums, zum einen Konsequenzen für die zweite Halbzeit zu ziehen. Und zum anderen: Wem die SDGs wichtig sind, braucht ein positives Narrativ, um sie weiter voran zu bringen.

Im Wesentlichen sind es die verheerenden Folgen von drei Krisen, die die Umsetzung der SDGs ausbremsen und die sich gegenseitig verstärken. Durch sie rückt zum einen die akute Relevanz der Nachhaltigkeitsagenda in den Hintergrund, neue Zielkonflikte entstehen und bestehende verschärfen sich, wie etwa die russische Aggression gegen die Ukraine. Die dadurch ausgelösten Nahrungsmittel- und Energiepreissteigerungen und deren ökonomische Folgen vernichten viele Ressourcen, die schmerzhaft für die Transformation fehlen. Genauso schlagen vom Klima verursachte Naturkatastrophen wie etwa am Mittelmeer und in Nordamerika zu Buche, aber auch die schleichenden Auswirkungen der Temperaturerhöhungen wie Wüstenbildung und Missernten. Auch Corona mit all seinen Folgen wirkt noch fatal nach. Um dem zu begegnen, schlägt das SDSN „eine Reihe transformativer Maß­nahmen: massive Investitionen in die SDG-Finanzierung, eine stärkere Mobilisierung des Privatsektors sowie eine bessere Verankerung der Agenda 2030 in öffentlichen Diskursen" vor. Sie empfehlen unter anderem den Schutz von Menschenrechten in globalen Wertschöpfungsketten, die Anerkennung der Natur als Rechtssubjekt wie in Ecuador und Neuseeland und die Fokussierung auf SDGs, die eine breite Wirkung entfalten, wie etwa die Gleichstellung von Frauen.

Ein positives Narrativ
Wie kann angesichts der Hemmnisse die Agenda 2030 in der öffentlichen Diskussion verstärkt verankert werden?

Die Schwester der Nachhaltigkeit ist die Dauerhaftigkeit. Wenn wir die kurze Perspektive überwinden und uns langfristige Veränderungen anschauen, haben beispielsweise die internationale Entwicklungspolitik und -zusammenarbeit erstaunliche Erfolge aufzuweisen – beispielsweise bei Armutsbekämpfung, Kindersterblichkeit, Geburtenrate und Lebenserwartung (siehe Grafiken). Über die letzten fünf bis sechs Jahrzehnte hat sich die Lebenssituation von Milliarden Menschen erheblich verbessert. Und dies, obwohl sich seit 1974 die Weltbevölkerung auf inzwischen acht Milliarden Menschen verdoppelt hat. Das war 2015 der Hauptgrund dafür, dass die SDGs so ambitioniert formuliert wurden, ohne völlig illusorisch zu sein.

Grafiken zur Weltentwicklung in den letzten Jahrzehnten © Engagement Global
Die bislang erreichten Erfolge überraschen sogar manche Fachleute. Erreicht wurden sie überwiegend von den Ländern im Globalen Süden selbst. Sie werden dabei von den Industriestaaten, deren Wirtschaft und Zivilgesellschaft wirksam unterstützt. Zur Wahrheit gehört aber auch die berechtigte Kritik an der oft nur wenig nachhaltigen Globalisierung, an Ausbeutung, Ungerechtigkeiten, Verschwendung und ökologischem Raubbau. Die genannten multiplen Krisen stellen wichtige Entwicklungserfolge in Frage; so hat sich beispielsweise der Anteil von chronisch unterernährten Menschen zwischen 2015 und 2021 von acht auf knapp zehn Prozent der Weltbevölkerung (in Zahlen: von 589 auf 768 Millionen) erhöht, was uns zu noch mehr Anstrengungen aufruft.

Die Agenda 2030 hatte 2015 eine optimistische und offensive Transformation der Welt vorgezeichnet. Die gegenwärtigen Krisen verursachen Stillstand, teils Rückschläge und zwingen uns insgesamt zur defensiven Schadenbegrenzung. Doch die Erfolge sind – vor allem wenn die Entwicklung langfristig betrachtet wird – eindeutig sichtbar und sollten allen an den SDGs mitwirkenden Menschen Zuversicht geben, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Auch wenn die Nachhaltigkeitsziele bis 2030 nur noch teilweise erreichbar sind, so sind wichtige Meilensteine immer noch in Reichweite. Die SDGs bieten weiterhin das wichtigste Rahmenwerk, um Erfolge zu bewirken. Die Krisen ändern nichts an der Notwendigkeit einer weltweiten Strategie für eine nachhaltigere Zukunft. Dies erfordert nicht weniger, sondern mehr Einsatz aller Akteure: Staaten, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft. Gerade bei der Abwehr der gefährlichen Klimafolgen drängt die Zeit außerordentlich. Aber wichtig ist auch: Wir können nach wie vor viel schaffen – wenn wir mit Mut und Einsatz weitermachen. Die Botschaft nach der ersten Hälfte der Agenda 2030 muss deswegen lauten: „Jetzt erst recht!"

Von Martin Block

Unser Angebot: „Mit besten Empfehlungen"

Es lohnt nach wie vor, sich weltweit für die SDGs zu engagieren. Engagement Global unterstützt dabei mit Rat, Tat und oft mit finanzieller Förderung.
 
Ein besonderes Angebot richtet sich an Unternehmen, die z.B. CSR-Partnerschaften eingehen möchten, fördernde Stiftungen und Philanthrop*innen. Die Servicestelle für Stiftungen und Philanthropie bei Engagement Global verbindet Förderer nach ihren Vorstellungen mit gemeinnützigen deutschen Organisationen, die diese Mittel für wirkungsvolle Projekte verwenden.

Sie schlägt – kostenfrei und neu­tral – Organisationen vor, mit denen staatliche Förderprogramme gute Erfahrungen machen. Spendende vermeiden gegenüber dem Finanzamt den aufwendigen „erhöhten Nachweis" bei Auslandsförderungen, weil die Mittel an eine NGO in Deutschland gehen. Und schließlich kann ihr Beitrag im besten Fall als Eigenanteil für ein künftiges, staatlich gefördertes Projekt eingesetzt werden.

Kontakt: Engagement Global gGmbH | stiftungen@engagement-global.de | www.engagement-global.de


Quelle: Engagement Global gGmbH

Wirtschaft | CSR & Strategie, 17.11.2023
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 04/2023 mit dem Schwerpunkt Innovationen & Lösungen - Innovationen und Lösungen für Klima und Umwelt erschienen.
     
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