Die Aktion Zukunft+: ein Klimaschutz-Sofortprogramm für Unternehmen (Teil 3 von 3)
Regionale Klimaschutzprojekte vor der eigenen Haustür - Der Landkreis München bezieht Unternehmen mit ein.

Die Aktion Zukunft+ ist eine Initiative des Landkreises München in Zusammenarbeit mit der Energieagentur Ebersberg-München. Mit dem Erwerb von Zukunft+ Zertifikaten unterstützen Spenderinnen und Spender (und so auch Unternehmen) immer gleichzeitig regionale Klimaschutzprojekte in den Landkreisen München und Ebersberg und weltweit Klimaschutzprojekte in Ländern des globalen Südens. Spenderinnen und Spender entscheiden dabei selbst, welche regionalen Projekte sie unterstützen möchten und so via Crowdfunding in die Umsetzung bringen. Ein Zukunft+ Zertifikat kann für 20 Euro erworben werden und ist mit der Einsparung einer Tonne CO? hinterlegt. Die eigenen Treibhausgas-Emissionen können so nach individuellem Wunsch ganz oder in Teilen ausgeglichen werden.
Geeignet als regionales Projekt sind alle Ideen, die direkt oder indirekt helfen Treibhausgase zu verhindern, vermindern oder zu binden. Mit „indirekt" ist gemeint, dass auch Bildungsprojekte, die auf Verhaltensveränderung abzielen, eine Förderchance haben. Drei Kernvoraussetzung sind dabei zu erfüllen: es darf noch keine gesetzlichen Auflagen zur Umsetzung geben, die Treibhausgaswirkung ist dauerhaft und ohne die finanzielle Unterstützung der Aktion Zukunft+ hätte sich das Projekt nicht realisieren lassen.
Somit fokussiert sich nach Aussage von Simone Kister-Betz die Aktion Zukunft+ gerade auf die Projektideen, die aus Klimaschutzaspekten sinnvoll sind, aufgrund unzureichender oder schlechterer Wirtschaftlichkeit im Vergleich zu anderen Projekten aber „hinten runterfallen".
Welche Projekte werden aktuell schon umgesetzt?
Der Nutzen des Projekts? Mischwälder bauen eine deutlich stabilere und leistungsfähigere Humusschicht auf. Das CO2-Speichervermögen wird von ca. 10 t/ha/a im Fichtenaltbestand nach 15 Jahren auf ca. 17-20 t/ha/a gesteigert. Bei günstigen Niederschlägen kann von einer relativen Stabilität der Bäume für 20 Jahre ausgegangen werden und damit bei 5 ha Wald von einer CO2-Reduktion von 700 - 1.000 t.
Das Projekt ist ein wichtiger Beitrag für klimastabile Zukunftswälder in der Region, mit Zusatznutzen wie erhöhte Biodiversität, erhöhte Wasserbindefähigkeit für ein verbessertes Trinkwassermanagement und positiven Effekten auf das Kleinklima (Kühlung im Sommer/ Wärme im Winter).
Durch das
Crowdfunding-Projekt „Humusaufbau in der Landwirtschaft" tragen Spender dazu
bei, dass Landwirte aus dem Raum München und Ebersberg auf einer Zielfläche von
50 Hektar Kleegraskulturen anstelle von Mais anbauen. Warum sich das lohnt? Mais
als sogenannter „Humuszehrer" trägt zum Abbau der Humusschicht und damit
Freisetzung von CO2 bei.
Kleegraskulturen mit hohem Leguminosenanteil dagegen bauen Humus auf. Im Vergleich zu Mais lassen sich damit netto bei einem mittleren bis guten Kleegrasertrag ca. 4 bis 7 t/ha/a CO2 binden respektive verhindern. Eine ganze Menge! Mit den Spendengeldern werden den Landwirten die geringeren Vermarktungserlöse von Kleegras im Vergleich zu Mais ausgeglichen und der erhöhte Bearbeitungsaufwand entschädigt (drei bis fünf Schnitte pro Jahr). Zudem wird von den Spendengeldern die Unterstützung wichtiger Projektpartner entlohnt: die Betreuungs- und Beratungsleistung des Maschinen- und Betriebshilfsring Ebersberg/München-Ost e. V. sowie die wissenschaftliche Begleitung und das Monitoring durch die Sustainio GmbH, die die notwendigen georeferenzierten Bodenproben sowie Analysen durchführt und Humusbilanzen erstellt.
„Ich halte das für eine sinnvolle Maßnahme, um einen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten", erklärt der am Projekt teilnehmende Landwirt Matthias Ertl aus Oberhaching in einem Interview. Als Vertreter der jungen Landwirtschaftsgeneration ist Herr Ertl von der Maßnahme überzeugt und betont, dass die Auswirkungen des Klimawandels sich schon jetzt in einer veränderten Niederschlagsverteilung zeigen. Gerade für die Böden in der Münchner Schotterebene mit ihrer begrenzten Humusschicht stellt das eine große Herausforderungen dar. Der Humusaufbau durch Kleegras ist daher entscheidend, um die Wasserspeicherfähigkeit zu verbessern.
Welche Projektideen könnten schon bald hinzukommen?
Entmutigen lässt sich Simone Kister-Betz davon nicht, denn schließlich ist man gerade erst gestartet und das rege Interesse zeigt, dass die Aktion Zukunft+ zunehmend bekannter wird.
Aktuell arbeitet sie an zwei interessanten Kooperationsideen zum Thema klimafreundliche Moornutzung & Moorwiedervernässung sowie ein weiteres Projekt zum Humusaufbau in der Landwirtschaft. Auch zwei Projektiden zur Nutzung erneuerbarer Energie werden aktuell geprüft.
Nachhaltig Wirtschaften heißt Verantwortung übernehmen. Packen auch Sie mit an und gleichen Sie die Restemissionen Ihres Unternehmens aus. Das Team der Aktion Zukunft+ steht Ihnen kompetent jederzeit zur Seite. - „Wann ist CO2-Kompensation für Unternehmen sinnvoll?" im Printmagazin forum 03/2023, Seite 32 – 34
- Die Aktion Zukunft+: ein Klimaschutz-Sofortprogramm für Unternehmen (Teil 1 von 3)
Emissionen ausgleichen und lokale Klimaschutzprojekte unterstützen - Die Aktion Zukunft+: ein Klimaschutz-Sofortprogramm für Unternehmen (Teil 2 von 3)
Warum sich die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg für die Aktion Zukunft+ entscheidet – Ein Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden Andreas Frühschütz.
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