Interesse an Naturheilkunde wächst stetig – in allen Bevölkerungsschichten

Die Medizin ist heute weit fortgeschritten, gegen viele Erkrankungen gibt es ein Medikament oder zumindest ein Mittel zur Linderung. Laut einer Studie haben rund acht Prozent der Deutschen und sogar 15 % der Schweizer innerhalb von 12 Monaten (im Jahr 2021) einen Naturheilpraktiker aufgesucht. Dabei darf Naturheilkunde nicht mit Homöopathie verwechselt werden, denn für letzteres gibt es keinen Wirkungsbeweis. 
 
© mozo190, pixabay.com

Aloe Vera – von der Dekopflanze zum Gesundheitstrend 

Lange fristete die Aloe ein Dasein auf Fensterbanken und war als Heilpflanze hierzulande nur wenig bekannt. Das hat sich geändert! Wenn Menschen heute Aloe Vera Saft kaufen, haben sie sich vorher über die Wirkung der Heilpflanze informiert. Tatsächlich geht die Tradition über mehrere Jahrtausende zurück. Anwendungsbereiche, bei denen viele Menschen vermehrt auf Aloe setzen sind zum Beispiel: 
  • Linderung von Sonnenbrand
  • Beschwerden im Magen-Darm-Bereich 
  • Hauterkrankungen
  • Behandlungen von Wunden 
  • Gelenkschmerzen 
Dabei ist Aloe Vera nur ein Beispiel von vielen, wie eine Umfrage aus dem Jahr 2017 zeigt. Hier gaben 46 % der Menschen in Deutschland an, dass sie schon einmal naturheilkundliche Hilfsmittel ausprobiert haben. Im Fokus standen dabei ganz klar Kopfschmerzen und Migräne, aber auch Rückenschmerzen. Aber woher kommt die Liebe zur Natur? 
 

Uralt und bekannt – das Vertrauen der Menschen in die Natur 

Die industrielle Entwicklung sorgte stellenweise dafür, dass etablierte und bekannte Heilmethoden plötzlich keine Rolle mehr spielten. So beispielsweise in der Naturheilkunde. Kapuzinerkresse, Hanf, Aloe Vera – sie alle gelten heute als Heilkräuter und waren schon Generationen vor uns gut bekannt. 
 
Aber ist „Natur" den Menschen wirklich immer wichtig? Nein! Wenn es zum Beispiel um Speisen geht, bevorzugen in praktischen Tests viele Personen sogar die weiterverarbeitete Kost. Dreht es sich aber um Medizin, weckt das Wörtchen „Natürlichkeit" Vertrauen. es ist klar, dass chemische Medikamente immer auch Nebenwirkungen mit sich bringen. In einigen Fällen gibt es keine Alternative. Gegen schwere Erkrankungen ist buchstäblich noch kein Kraut gewachsen. 
 
Aber was ist mit all den kleinen Zipperlein, die lästig, aber nicht gefährlich sind? Genau sie sind für Naturheilkunde wie geschaffen. Wer mit natürlichen Präparaten seine Erkältung lindert, verzichtet damit oft auf das Risiko von lästigen Nebenwirkungen. 
 
Wobei keine romantische Idealisierung stattfinden darf. Auch natürliche Heilmittel können unerwünschte Wirkungen zeigen. Das ist wunderbar an der Hanfpflanze zu sehen. THC, eines der bekanntesten Cannabinoide, ist heute sogar für die Behandlung von Schmerzen zugelassen. Die Wissenschaft weiß um die Wirkung und trotzdem ist THC kein Naturheilmittel ohne Konsequenzen. Wer es einnimmt, bekommt die psychoaktive Wirkung zu spüren. Einer der Gründe, warum Cannabis nur von Ärzten verordnet werden kann. 
 
Dennoch macht die Liebe zur Natur klar, dass der Mensch sich wieder auf seine rudimentären Herkünfte besinnt. Das zeigt sich auch in vielen weiteren Bereichen des gesellschaftlichen Alltags. Wir leben in einer schnelllebigen Gesellschaft und so mancher steigt einfach aus! Malen statt TV schauen, Handarbeiten statt Neukaufen, Naturheilkunde statt Aspirin aus der Apotheke. 
 
Und es sind eben nicht nur jene, die wir oft so verächtlich als „Ökos" bezeichnen. Es sind Menschen aus allen Gesellschaftsschichten, die die Kraft der Natur (wieder) für sich entdecken. Ganz so, wie es unsere Vorfahren schon lange taten.


     
        
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