evoBuild - Zirkulär gedacht. Für Visionen gemacht.

COP27: Schutzschirm für die Ärmsten

"Die Finanzmittel zur Anpassung an die verheerenden Folgen der Erderhitzung sind völlig unzureichend"

Zum Auftakt des internationalen Klimagipfels in Scharm el-Scheich mahnt Misereor, die am intensivsten vom Klimawandel Betroffenen endlich ausreichend vor den Auswirkungen der Klimakrise zu schützen. Die Hauptverursacher müssten einen Schutzschirm aus Klimaschutz und Anpassungsfinanzierung aufspannen und die Verantwortung für nicht mehr vermeidbare Schäden und Verluste übernehmen, fordert das katholische Werk für Entwicklungszusammenarbeit. 

© Safari Consoler, pexels.com"Der Klimaschutz fällt hinter weiteren drängenden Krisen zurück und die Finanzmittel zur Anpassung an die verheerenden Folgen der Erderhitzung sind völlig unzureichend", sagt Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel. Sie liegen weit unter dem Bedarf und den gemachten Versprechen beim Pariser Klimagipfel. Von den versprochenen 100 Milliarden Dollar im Jahr für Klimaschutz und Anpassung wurden bisher insgesamt 82 Milliarden bereitgestellt. Gerade einmal 20 Prozent davon fließen in Klimahilfen, die Menschen dabei unterstützen, sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen, - die betroffenen Gemeinschaften vor Ort erhalten selbst davon nur einen geringen Teil. 

"Unter diesen Bedingungen dreht sich die Krisenspirale ungebremst weiter. Wir erleben mit unseren Projektpartnern, dass vielerorts die Grenzen dessen erreicht sind, was zu bewältigen ist", verdeutlicht Spiegel. Ein Beispiel ist Nigeria, wo derzeit 20 Millionen Menschen nach verheerenden Überschwemmungen humanitäre Hilfe benötigen. 

Spiegel fordert: "Es ist dringend nötig, dass sich die Hauptverursacher der Klimakrise jetzt an der Verantwortungsübernahme für nicht mehr vermeidbare Schäden und Verluste stärker beteiligen." Diesbezügliche Bemühungen von Staatssekretärin Jennifer Morgan werden von Misereor ausdrücklich befürwortet: "Nun müssen diese Zusagen von der ganzen Bundesregierung umgesetzt werden", sagt Misereor-Klimaexpertin Anika Schroeder. Der Schutzschirm sei zudem nur stabil, wenn die Erderhitzung auf 1,5 Grad begrenzt wird. Dieses Ziel müsse zur globalen Priorität staatlichen und unternehmerischen Handelns werden, so Schroeder. 

Es bleiben nur wenige Monate, um weltweit den zerstörerischen fossilen Entwicklungspfad zu verlassen. Misereor fordert Kanzler Olaf Scholz daher auf, das auf der COP26 in Glasgow gemachte Versprechen einzulösen: Bis zum Ende dieses Jahres muss die internationale Finanzierung für fossile Energieträger beendet werden. "Wir erwarten von der Bundesregierung, sich für eine konsequente nationale und globale Energiewende einzusetzen. Wer Klimaschutzversprechen verkündet und gleichzeitig Gas-Deals aushandelt, fördert auch gegenüber afrikanischen Regierungen eine Entwicklung von gestern", sagt Misereor-Energiereferentin Madeleine Woerner. 

Die Förderung fossiler Rohstoffe führt weltweit zu Naturzerstörung und Menschenrechtsverletzungen. Besonders sichtbar ist dies im Gastland der COP27 selbst - potenzieller Lieferant von Erdgas für Europa: Von willkürlichen Verhaftungen politischer Aktivist*innen wurde berichtet. "Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass Menschen frei ihre Meinung äußern können und auch nach der COP27 keine Repressionen fürchten müssen", macht Hauptgeschäftsführer Spiegel deutlich. 

Misereor nimmt seit 2007 an den internationalen Klimaverhandlungen teil. Auch in diesem Jahr unterstützt das Werk für Entwicklungszusammenarbeit die Teilnahme von Nichtregierungsorganisationen aus dem Globalen Süden auf der COP27. Die Partnerorganisationen arbeiten mit besonders von der Klimakrise betroffenen Menschen und setzen sich in ihren Ländern für erneuerbare Energien, gerechte Klimastrategien und eine menschenrechtsbasierte Klimapolitik ein. 

Kontakt:  MISEREOR, Stephanie von Aretin | Stephanie.Aretin@misereor.de | www.misereor.de


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Die Natur lebt vom Kreislauf – und wir?

forum 04/2026

  • Kreislaufwirtschaft
  • Biodiversität
  • Bildung
  • Wasserweisheiten
  • Altöl im Kreislauf
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
12
SEP
2026
Corso Leopold
Ein Wochenende voller Musik, Kunst und Begegnung
80804 München, Leopoldstraße
22
SEP
2026
WindEnergy Hamburg 2026
Connect with the global wind industry
20357 Hamburg
23
NOV
2026
Energie- & Umweltgipfel 2026: Produzierende Industrie
Where Industrial Transformation Creates Competitive Advantage
10623 Berlin
Alle Veranstaltungen...
Energie- & Umweltgipfel 2026
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Digitalisierung

Macht KI dumm?
Christoph Quarch plädiert dafür, Sinnverstehen und Urteilskraft zu kultivieren als Gegengewicht gegen die drohende Übermacht der KI
Munich Climate Week 2026
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Ein Wochenende voller Musik, Kunst und Begegnung

EthioTrees ist das Leuchtturm-Projekt 2026

PLAN-B NET ZERO gewinnt zweiten PaaS-Kunden

Regenwald-Konferenz erhält den "Making a Difference" Award 2026 des Jane Goodall Instituts Deutschland

Hitzeschutz muss verbindlicher Bestandteil von Neubau, Sanierung und Instandhaltung von Schulen werden

Zendure auf der IFA 2026

Der Kanzler will den Klimawandel zurückdrängen

Sei kein NPC!

B.A.U.M. Insights
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • ZamWirken e.V.
  • NOW Partners Foundation
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Zendure DE GmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Engagement Global gGmbH
  • SUSTAYNR GmbH
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • WWF Deutschland
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • 66 seconds for the future