evoBuild - Zirkulär gedacht. Für Visionen gemacht.

Mehr Umwelt- und Klimaschutz mit Green Budgeting

Reformbedarf für öffentliche Haushalte

Welche Wirkung haben staatliche Einnahmen und Ausgaben in Deutschland auf Umwelt und Klima? Bisher gibt es dazu wenige Daten und keine klare Antwort. Wie mehr Transparenz und Wirkungsorientierung entstehen könnten, zeigen zwei neue FÖS-Studien. 

© mohamed_hassan, pixabay.comIn Deutschland wird häufig auf die "Kosten" für Umwelt- und Klimaschutz verwiesen. Richtig ist, dass die Ausgaben der Bundesregierung für Umwelt- und Klimaschutz in den letzten Jahren angestiegen sind und weiter steigen werden. Die Wirksamkeit dieser Ausgaben wird aber u.a. durch umweltschädliche Subventionen konterkariert, die im Jahr 2022 in Deutschland weiter steigen und deutlich höher ausfallen werden als die Ausgaben für Umwelt- und Klimaschutz. Diese Inkonsistenz mindert die Wirksamkeit von Förderprogrammen, stärkt umweltschädliche Wirtschafts- und Verhaltensweisen gegenüber umweltfreundlicheren Alternativen und belastet so Staatshaushalt und die Steuerzahlende doppelt. 

Im Zuge der Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens hat eine Vielzahl von EU-Staaten über die letzten Jahre Ansätze für Green Budgeting entwickelt, also eine systematische Analyse der Klima- und Umweltwirkungen öffentlicher Finanzen. Das Ziel von Green Budgeting ist es, zunächst Transparenz zu schaffen, wie öffentliche Ausgaben, Steuern und Abgaben Umwelt- und Klimaziele beeinflussen. Die Ansätze helfen dabei, besonders inkonsistente Handlungsfelder zu identifizieren und diese zielgerichtet zu reformieren. Angesichts der schon heute sichtbar steigenden Folgekosten von Klimakrise und Umweltverschmutzung, die auch das grundlegende haushaltspolitische Ziel der fiskalischen Stabilität bedrohen, braucht es rasche Fortschritte bei der Entwicklung und dem Einsatz von Green Budgeting. 

Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft hat deswegen heute zwei neue Studien zum Thema veröffentlicht. Die erste Studie "Green Budgeting - internationale Ansätze zur Umweltorientierung öffentlicher Finanzen" betrachtet internationale Beispiele guter Praxis und gibt Anhaltspunkte für die Umsetzung in Deutschland, die noch nicht sehr weit fortgeschritten ist. Insbesondere in Frankreich, aber auch in Dänemark, Italien und Irland wurden bereits wichtige Erfahrungen gesammelt, die hierzulande genutzt werden könnten, um besonders umweltschädliche Finanzflüsse zu identifizieren und Zielkonflikte aufzulösen.
 
Die zweite Studie "Green Budgeting in Deutschland: Handlungsbedarf, Anknüpfungspunkte und Erfolgskriterien" zeigt die enorme Inkonsistenz zwischen öffentlichen Finanzen und den Umwelt- und Klimazielen in Deutschland. Anhand von Erfolgskriterien für Green Budgeting macht die Studie deutlich, dass die bisherigen Ansätze weiterentwickelt werden müssen, um einen tatsächlichen Beitrag zur besseren Wirkungsorientierung der öffentlichen Finanzen leisten zu können - so wie es sich die Bundesregierung im Koalitionsvertrag vorgenommen hat. 

Carolin Schenuit, geschäftsführende Vorständin des FÖS, stellt klar: "Green Budgeting ist kein Selbstläufer. Das Management öffentlicher Haushalte in unserem föderalen System ist eine komplexe Aufgabe. Angesichts des schieren Umfangs an Milliarden Euro, die durch die öffentliche Hand verteilt und investiert werden, ist es aber zwingend erforderlich, mehr politischen Fokus auf das Thema zu setzen. Gefragt sind alle finanzpolitischen Entscheidungsträger*innen, allen voran Bundesfinanzminister Lindner, aber auch die Verantwortlichen in Ländern und Kommunen." 

Holger Bär, wissenschaftlicher Referent und Hauptautor der Studien, erklärt: "Der politische Diskurs fokussiert häufig nur auf einzelne Teile des Haushalts, z.B. nur auf bestimmte Förderprogramme oder nur auf einzelne umweltschädliche Subventionen. Gleichzeitig gelten Ausgaben schnell als 'grün', wenn sie nur 'gut gemeint' sind - ohne dass ihre tatsächliche Wirkung überprüft wird. Dadurch sieht es so aus, als würde die Bundesregierung viel für Umwelt- und Klimaschutz ausgeben. Die tatsächlichen Umweltwirkungen bleiben aber oft weitestgehend aus, weil sie durch umweltschädliche öffentliche Anreize konterkariert werden. Für mehr Wirkungsorientierung in den öffentlichen Finanzen sollte die Bundesregierung von unseren Nachbarn lernen, die im Green Budgeting schon viel weiter sind." 

Die Studien sind hier verfügbar:
Kontakt:  Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) e.V., Holger Bär | Holger.Baer@foes.de | www.foes.de


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Die Natur lebt vom Kreislauf – und wir?

forum 04/2026

  • Kreislaufwirtschaft
  • Biodiversität
  • Bildung
  • Wasserweisheiten
  • Altöl im Kreislauf
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
12
SEP
2026
Corso Leopold
Ein Wochenende voller Musik, Kunst und Begegnung
80804 München, Leopoldstraße
22
SEP
2026
WindEnergy Hamburg 2026
Connect with the global wind industry
20357 Hamburg
23
NOV
2026
Energie- & Umweltgipfel 2026: Produzierende Industrie
Where Industrial Transformation Creates Competitive Advantage
10623 Berlin
Alle Veranstaltungen...
Energie- & Umweltgipfel 2026
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Sport & Freizeit, Reisen

Der Rummelplatz als Kulturgut
Christoph Quarchs Gedanken zur Volksfestzeit
Munich Climate Week 2026
Lassen Sie sich begeistern von einem Buch, das Hoffnung macht.

Jetzt auf forum:

Ein Wochenende voller Musik, Kunst und Begegnung

11. Internationaler Bodentag zum Thema "Gesunder Boden: vom Acker zum Teller" am 18,/19. November 2026 in Neunburg v. Wald

EthioTrees ist das Leuchtturm-Projekt 2026

PLAN-B NET ZERO gewinnt zweiten PaaS-Kunden

Regenwald-Konferenz erhält den "Making a Difference" Award 2026 des Jane Goodall Instituts Deutschland

Hitzeschutz muss verbindlicher Bestandteil von Neubau, Sanierung und Instandhaltung von Schulen werden

Zendure auf der IFA 2026

Der Kanzler will den Klimawandel zurückdrängen

B.A.U.M. Insights
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Engagement Global gGmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • 66 seconds for the future
  • NOW Partners Foundation
  • Global Nature Fund (GNF)
  • SUSTAYNR GmbH
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • Zendure DE GmbH
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • ZamWirken e.V.
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • WWF Deutschland