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Robert Klatt

Work-Life-Balance in modernen Unternehmen

Die österreichische Wirtschaft steht momentan unter enormen Druck. Nicht nur durch die Einschränkungen von Corona und deren Auswirkungen, gerade die internationalen Krisen und geschwächten sowie unterbrochenen Lieferketten setzen die Unternehmen vor immer neue Herausforderungen. Hinzu kommt inzwischen der große Fachkräftemangel. Um in Zukunft neue Fachkräfte rekrutieren zu können und der Nachfrage gerecht zu werden, müssen Unternehmen ihrem zukünftigen Personal immer mehr bieten.

Demografischer Wandel

© Christophe Hautier, unsplash.com
Der Hauptgrund für den Fachkräftemangel ist der demografische Wandel. Die Gesellschaft wird im Durchschnitt immer älter und es verlassen mehr Fachkräfte die Unternehmen als nachkommen. Laut Statistiken wird der Anteil der Erwerbstätigen in den nächsten Jahren weiterhin sinken. Gerade Branchen wie das Handwerk und der Gesundheitsbereich leiden stark unter dem Personalmangel. Diese Branchen haben gleichzeitig auch ein eher schlechtes Image und kämpfen traditionell um ihr Personal. Auch andere Bereiche der österreichischen Wirtschaft, haben teilweise Probleme bei der Gewinnung von neuen Talenten.
 

Digitalisierung erfordert viel Know-how

Die Digitalisierung der österreichischen Wirtschaft erfordert vorrangig junge Talente aus dem Bereich der Informationstechnik. Aktuell sind laut dem Fachverband für Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) mehr als 20.000 Stellen in der IT-Branche unbesetzt. Durch die Digitalisierung der Gesellschaft, aber auch der Unternehmenskultur, soll die Produktivität der Unternehmen stark erhöht werden. Nur so kann dem Fachkräftemangel begegnet und vor allem die individuellen Wünsche des eigenen Personals ermöglicht werden.
 

Work-Life-Balance

Für die jungen Talente in Österreich wird das richtige Verhältnis aus Freizeit und Arbeitszeit immer wichtiger. Immer mehr Erwerbstätige würden ihr Vollzeitarbeitsmodell auf ein Teilzeitmodell umwandeln. Die Nachfrage nach flexiblen Arbeitsmodellen bezieht gleichzeitig auch Homeoffice, Gleitzeit und einen größeren Urlaubsumfang mit ein. Die Nachfrage nach einer besser Work-Life-Balance geht mit einem größeren Bewusstsein für die eigene Gesundheit einher. Eine Umgestaltung des eigenen Alltags und der eigenen Routinen, um ein bewussteres und gesünderes Leben zu führen, hat so auch Einfluss auf die Arbeitszeit.
 

Angebote in Unternehmen

Für Unternehmen ist das Angebot an Maßnahmen, welche die Work-Life-Balance fördern, breit aufgestellt. Sei es die Betriebssportgruppe, oder Kooperationen mit Sportstätten – gerade die Förderung der eigenen Belegschaft mit Sportangeboten, hat einige positive Aspekte. So stärkt es die Gesundheit der Arbeitnehmer und ermöglicht KollegInnen besser kennenzulernen. Auch die Bereitstellung von gesundem Essen und Seminaren zu einer gesunden Ernährung kann positive Effekte haben. Die genannten Bereiche wie Homeoffice und Teilzeitangebote sind besonders gefragt: Fast die Hälfte der Erwerbstätigen in Österreich würde gerne auf ein Teilzeitmodell wechseln und ein Großteil würde auch weiterhin im Homeoffice arbeiten. Gerade in der IT-Branche ist der Wunsch nach Homeoffice Angeboten besonders hoch. Hier arbeiteten im April immer noch mehr als 72,3 % der Angestellten im Homeoffice. Ein Angebot von Zeit-Management-Seminaren oder der Selbstorganisation kann nicht nur im Unternehmen, sondern auch im Alltag helfen, effizienter mit der eigenen Zeit umzugehen.

Vorteile für das Unternehmen

Angebote für eine bessere Work-Life-Balance hat breite positive Eigenschaften. Nicht nur kann damit aktiv geworben werden, um im Recruitment passende Fachkräfte zu finden. In erster Linie ist es so möglich, gesündere und ausgeglichenere Fachkräfte zu beschäftigen. Damit sinken nicht nur die Krankheitstage, auch die Produktivität kann gesteigert werden. Mit erlernten Skills im Zeitmanagement, kann auch am Arbeitsplatz besser mit der eigenen Arbeitszeit umgegangen werden. Ist das Personal mit der eigenen Situation im Unternehmen zufrieden, steigt auch die Kreativität bei der Problemlösung und es wird nicht nur der eigene Aufgabenbereich betrachtet. So werden auch vermehrt Zusatzaufgaben außerhalb des eigenen Fachbereichs angenommen und ausgeholfen, wenn an anderer Stelle ein Mangel herrscht.
 

Mitarbeiterbindung

Mit der Zufriedenheit der Mitarbeiter steigt so auch die Bindung an das eigene Unternehmen. Wechsel im Unternehmen, die Rotation des Aufgabenbereichs oder der Vergrößerung des eigenen Verantwortungsbereichs hat durchaus positive Eigenschaften. Priorität sollte aber haben, Fachkräfte und das entsprechende Know-how an das Unternehmen zu binden. Bleibt die Fluktuation auf einem niedrigen Level, können Abgänge leichter ausgeglichen und ein passender Ersatz gefunden werden. Eine hohe Fluktuation wird häufig auch nach außen getragen, entsprechend wichtig ist es ein positives Image auch im Hinblick auf das Arbeitsklima auszustrahlen.

Fazit

Damit moderne Unternehmen heute und in der Zukunft beim Recruiting erfolgreich sein können, wird es immer wichtiger auf die Wünsche der Belegschaft einzugehen. Der Trend bei den jungen Talenten geht immer mehr hin zu weniger Arbeitszeit und einer höheren Lebensqualität. Bei dem hohen Personalmangel muss man inzwischen mit eigenen Angeboten im Bereich Work-Life-Balance werben. Dies sollte aber nicht nur als Instrument zum Werben von neuen Talenten aufgefasst werden. Angebote in diesem Bereich lassen die Produktivität der Belegschaft und die Bindung an das Unternehmen stark steigen. Der Fachkräftemangel wird aufgrund des demografischen Wandels auch in Zukunft bestehen bleiben und die Situation noch weiter verschärfen. Eine rechtzeitige Positionierung am Markt wird damit essenziell. 


     
        
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