82 Leistungen. Ein Vertrag. Ein Preis. Transformation as a Service - Planungssicherheit statt Projekte

An den Bedürfnissen des Radverkehrs orientiert

Forschende der Frankfurt UAS sammeln systematisch Daten zum Radverkehr, damit sich verkehrspolitische Entscheidungen zukünftig stärker am Radverkehr orientieren können

Verstärkt durch die Pandemie und die hohen Benzinpreise, gewinnt das Fahrrad im Zuge der Verkehrswende weiter an Bedeutung. Damit Stadtplanerinnen und Stadtplaner, Bund, Länder und Kommunen optimale verkehrspolitische Entscheidungen treffen und gute infrastrukturelle Voraussetzungen (Gestaltung und Bau neuer Radinfrastruktur etc.) schaffen können, bedarf es ausreichender Daten über Routen, Reisezeiten oder Verkehrsaufkommen im Fahrradverkehr. Bisher werden solche Daten vereinzelt und verstreut – auch durch private Unternehmen als Nebenprodukt ihrer eigentlichen Geschäftsmodelle – erhoben. Beispielhaft seien hier Fahrradverleihe oder Anbieter von Rad-Navigations-Apps genannt. Um Mobilitätsdaten zusammenzuführen und datenschutzkonform verfügbar zu machen, gibt es den Mobility Data Space (MDS). In diesem – durch die Fraunhofer-Gesellschaft entwickelten – offenen Datenraum können Datengeber festlegen und kontrollieren, unter welchen Bedingungen ihre Daten von anderen Akteuren genutzt werden.
 
© Pexels, pixabay.comAuf diesem Weg werden Datensouveränität und Vertrauen geschaffen. Datengeber definieren die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu ihren Daten und gewährleisten den Nutzerinnen und Nutzern somit ein hohes Maß an Transparenz. Bisher sind fahrradrelevante Daten und Datengeber im MDS allerdings noch stark unterrepräsentiert. Das Projekt „FLOBIDAS — Floating Bike Data Space: Datenraum Fahrradmobilität für Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung" soll die technisch-organisatorische Machbarkeit sowie die Nützlichkeit des MDS für Fahrrad-Daten demonstrieren. Die Datengeber werden hierfür mittels einer Schnittstelle an den MDS angebunden. Das Research Lab for Urban Transport (ReLUT) der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) arbeitet im Projekt mit der Firma [ui!] Urban Mobility Innovations zusammen. „MDS ist ein vielversprechender Weg, den wir gerne um das Thema Fahrrad erweitern möchten. Unser Projekt entwickelt die Konnektoren, die Datengeber fahrradrelevanter Daten an den MDS anbinden", so Projektleiter Dr. Manuel Görtz von [ui!].

Prof. Dr. Tobias Hagen von der Frankfurt UAS möchte im Projekt FLOBIDAS einen Datenraum Fahrradmobilität schaffen. © Ulrike Wolf
„Ergebnis der Anbindung unseres Projekts an den MDS ist ein Datenraum Fahrradmobilität. Seine Praktikabilität werden wir durch einen Feldversuch in der Stadt Wiesbaden erproben, um zu analysieren, wie umfassend die so gewonnene Datenbasis ist, das heißt wir werden sie mit anderen Datenquellen – wie Zählungen durch Verkehrskameras –  vergleichen", erklärt Prof. Dr. Tobias Hagen, Professor für Volkswirtschaftslehre und Quantitative Methoden am Fachbereich Wirtschaft und Recht der Frankfurt UAS und Teil des Direktoriums des ReLUT, der das Projekt seitens der Hochschule verantwortet. Durch gemeinsam mit Datengebern entwickelte tragfähige Geschäftsmodelle wird die Wirtschaftlichkeit des Daten-Anbietens im MDS demonstriert. Technische, organisatorische und ökonomische Anreize und Hürden werden für potenzielle Datengeber mithilfe von Experteninterviews untersucht. Verfügbare Fahrraddaten werden identifiziert und mit potenziellen Datengebern besprochen, ob und inwieweit sie ihre Daten an den MDS anbinden möchten. 

Das Projekt wird im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND mit knapp 100.000 Euro für ein Jahr bis Juni 2023 durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert. 

Auftaktveranstaltung und Projektergebnisse
Bei einer Auftaktveranstaltung am 17. August 2022 werden sich das Forschungsteam der Frankfurt University of Applied Sciences und der Verbundpartner [ui!] Urban Mobility Innovations vorstellen und die Projektziele sowie die Durchführung aufzeigen. Im Anschluss werden weitere Projekte aus dem Bereich Radverkehr präsentiert. Die Veranstaltung wird online über Zoom stattfinden. Eine Anmeldung ist online möglich. 

Folgende Partner sind am Projekt beteiligt:
  • Im ReLUT – Research Lab for Urban Transport der Frankfurt University of Applied Sciences arbeitet ein interdisziplinäres Forschungsteam an aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Mobilität. Seit Beginn 2021 verfügt die Frankfurt UAS über eine Professur für nachhaltige Mobilität und Radverkehr. Die Entwicklung von integrierten Lösungen für nachhaltige Mobilität und die Förderung des Radverkehrs stehen dabei im Mittelpunkt.

  • Die [ui!] Urban Mobility Innovations (UMI) ist ein Anbieter von Lösungen im Bereich der digitalen Transformation von Städten und Regionen mit Schwerpunkten in den Bereichen Parken, Mobilität und Verkehr. UMI hat sich auf Floating-Car-Data-basierte Data Analytics spezialisiert, ist in diesem Bereich führend, und möchte diese Kompetenzen nun u.a. auf der Grundlage von FLOBIDAS für kommunale Fahrradverkehrssysteme in Wert setzen.
Über das Förderprogramm mFUND des BMDV:
Im Rahmen des Förderprogramms mFUND unterstützt das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) seit 2016 Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um datenbasierte digitale Innovationen für die Mobilität der Zukunft. Die Projektförderung wird ergänzt durch eine aktive fachliche Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Forschung und die Bereitstellung von offenen Daten in der Mobilithek. Weitere Informationen unter www.mfund.de.
 
Hier finden Sie weitere Informationen zum Projekt; mehr zum Thema Radverkehr an der Frankfurt UAS und zum ReLUT.

Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, Research Lab for Urban Transport (ReLUT), Prof. Dr. Tobias Hagen | thagen@fb3.fra-uas.dewww.frankfurt-university.de

Quelle: Frankfurt University of Applied Sciences



     
        
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