Koalitionsvertrag bietet echte Chance für bessere Korruptionsbekämpfung

Antikorruptionsorganisation wiederholt 21 Forderungen

Die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland e.V. begrüßt die im Koalitionsvertrag verankerten Maßnahmen für eine konsequentere Bekämpfung von Korruption. Insbesondere in den Bereichen Lobbytransparenz, Verwaltungstransparenz, Whistleblower-Schutz und Geldwäschebekämpfung hat die Ampelkoalition Forderungen von Transparency Deutschland aufgegriffen.

Legislativer Fußabdruck, Nachbesserungen am Lobbyregister und der stärkere Einbezug der Arbeitsebene in Ministerien - der Koalitionsvertrag bringt auf dem Weg zu einem fairen transparenten Lobbyismus wichtige Fortschritte. © ahtree, pixabayDazu erklärt Hartmut Bäumer, Vorsitzender von Transparency Deutschland: "Die Ampel-Koalition zeigt mit dem Koalitionsvertrag, dass sie die Bekämpfung von Korruption ernst nimmt. Das Papier enthält eine Reihe unserer langjährigen Kernforderungen und stellt eine echte Chance im Kampf gegen Korruption dar. Gleichzeitig fehlen aber auch wichtige Maßnahmen, die in den kommenden vier Jahren dennoch nicht unter den Tisch fallen dürfen."

Legislativer Fußabdruck, Nachbesserungen am Lobbyregister und der stärkere Einbezug der Arbeitsebene in Ministerien - der Koalitionsvertrag bringt auf dem Weg zu einem fairen transparenten Lobbyismus wichtige Fortschritte. Eine unabhängige Stelle, die die Einhaltung der Regeln durch Lobbyisten und Abgeordnete überprüft, ist jedoch nicht vorgesehen. Nach der Maskenaffäre und diversen anderen Lobbyskandalen ist es außerdem ein richtiges Zeichen, dass der Straftatbestand der Abgeordnetenbestechung und -bestechlichkeit wirksamer gestaltet werden soll.

Auch der Abschnitt zum Schutz von Whistleblowerinnen und Whistleblower ist ein Fortschritt, sofern deutsches Straf- und Ordnungswidrigkeitenrecht umfassend darunter fallen sollten. Die Koalition will Hinweisgeberinnen und Hinweisgebern nicht nur bei der Meldung von Verstößen gegen EU-Recht vor rechtlichen Nachteilen schützen, sondern auch "die Meldung von erheblichen Verstößen gegen Vorschriften oder sonstigem erheblichen Fehlverhalten, dessen Aufdeckung im besonderen öffentlichen Interesse liegt."

Außerdem wurden auch im Bereich Geldwäsche wichtige Fortschritte vereinbart. So soll die Qualität der Daten im Transparenzregister verbessert werden, sodass die wirtschaftlich Berechtigten in allen vorgeschriebenen Fällen tatsächlich ausgewiesen werden. Außerdem ist die digitale Verknüpfung mit anderen in Deutschland bestehenden Registern geplant. Auch die Stärkung der Strafverfolgungsbehörden und Finanzaufsicht wurde vereinbart, wobei es hier auf die konkrete Umsetzung ankommt.

Dazu Hartmut Bäumer: "Wie immer wird am Ende entscheidend sein, dass die im Koalitionsvertrag zum Teil nur sehr kurzen Beschlüsse mit konkreten, zielführenden Maßnahmen gefüllt und dann konsequent umgesetzt werden. Ein Beispiel: Laut Koalitionsvertrag sollen die Informationsfreiheitsgesetze zu einem Bundestransparenzgesetz weiterentwickelt werden. So weit, so gut. Details dazu, was das konkret heißt, fehlen. Bei der Umsetzung muss sich die Grundlogik umdrehen: Von der Holschuld der Bürgerinnen und Bürger zur Bringschuld von Politik und Verwaltung. Dazu zählt die proaktive Veröffentlichung der Informationen auf einem Transparenzportal, der Abbau von Ausnahmen und die Senkung von Gebühren. Darauf werden wir drängen."

21 Forderungen in fünf Themenbereichen
Transparency Deutschland hat vor der Bundestagswahl in den fünf Themenbereichen Politik, Verwaltung, Finanzen, Whistleblower und Wirtschaft insgesamt 21 Forderungen formuliert. Im Bereich Politik geht es insbesondere um die Einführung eines legislativen und exekutiven Fußabdrucks, einer unabhängigen Kontrollinstanz für das Lobbyregister sowie erweiterter Veröffentlichungspflichten für Parteispenden und -sponsoring. Ein Kernanliegen mit Blick auf die Verwaltung ist die Einführung eines Transparenzgesetzes auf Bundesebene. Im Finanzbereich fordert Transparency Deutschland eine Reform der Finanzaufsicht sowie eine Reihe von Maßnahmen für eine effizientere Bekämpfung von Geldwäsche. Um Hinweisgeber*innen zu schützen, tritt Transparency Deutschland dafür ein, die EU-Whistleblower-Richtlinie in Form eines umfassenden Gesetzes zügig umzusetzen und dabei auf deutsches Recht insgesamt auszuweiten. In der Wirtschaftspolitik fordert Transparency Deutschland ein Unternehmensstrafrecht sowie weitergehende Maßnahmen zur Korruptionsprävention entlang der Lieferkette.


Kontakt: Transparency Deutschland | presse@transparency.de | www.transparency.de


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026

  • Militär & Märkte
  • Grüner Wasserstoff
  • Moorschutz als Invest
  • ESG loves KI
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
MAI
2026
Bayerischer Batteriekongress 2026
Einblicke, Strategien, Innovationen
81671 München
21
MAI
2026
Munich Impact Night
Dieser Abend ist für alle, die die Zukunft noch nicht aufgegeben haben
81379 München
20
JUN
2026
Woche des Wasserstoffs 2026 (#WDW2026)
Wasserstoff verbindet
deutschlandweit
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Pioniere & Visionen

Innovation und Kreativität brauchen Spielräume
Christoph Quarchs Gedanken zum Frühlingserwachen
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Virgin Islands Climate Change Trust Fund launched at Global Sustainable Islands Summit in Gran Canaria, marking new era in climate finance innovation for islands

Kreislaufwirtschaft am Bau & Energie für die Zukunft

Gastfreundschaftslektionen aus Südtirol

Städte weltweit fordern eine Beschleunigung des Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien

Koalition von Ländern treibt beschleunigte Abkehr von fossilen Energien während Energiekrise voran

Deutsche Umwelthilfe widerlegt Mythos angeblich hoher Systemkosten Erneuerbarer Energien

Die Energiewende ist kein Kostenblock – sie ist ein Gewinnmodell für die Regionen

Aufbruch in Santa Marta

  • Engagement Global gGmbH
  • NOW Partners Foundation
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • TÜV SÜD Akademie
  • Global Nature Fund (GNF)
  • circulee GmbH
  • ZamWirken e.V.
  • WWF Deutschland
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • SUSTAYNR GmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • 66 seconds for the future
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)