Garten-PV - Stromkosten um fast 80 Prozent gesenkt!
Umwelt | Klima, 11.10.2021

NaturFreunde wollen ein soziales, ökologisches und freies Leben im Anthropozän

31. Bundeskongress wählt Michael Müller mit großer Mehrheit erneut zum NaturFreunde-Bundesvorsitzenden und verabschiedet über 50 Beschlüsse für das neue "Zeitalter des Menschen"

Die NaturFreunde Deutschlands haben vom 8. bis 10. Oktober ihren 31. Bundeskongress in Falkensee bei Berlin durchgeführt. Das höchste Organ des politischen Freizeitverbandes debattierte dabei insbesondere die Bedingungen des Lebens im "Zeitalter des Menschen", wie die neue geologische Erdepoche des Anthropozän auch genannt wird. Die NaturFreunde-Antwort ist klar: Das Leben in der Menschenzeit muss sozial, ökologisch und frei sein. 
 
'Das Anthropozän wird die Zukunft des menschlichen Lebens maßgeblich bestimmen', betonte Michael Müller, der mit großer Mehrheit erneut zum NaturFreunde-Bundesvorsitzenden gewählt wurde. © Friedhelm Fett"Das Anthropozän wird die Zukunft des menschlichen Lebens maßgeblich bestimmen", betonte Michael Müller, der mit großer Mehrheit erneut zum NaturFreunde-Bundesvorsitzenden gewählt wurde. Der langjährige umweltpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion warnte vor den Folgen des fortdauernden Überschreitens der ökologischen Grenzen des Wachstums: "Dabei stirbt nicht nur die Natur, auch ein Ende der menschlichen Zivilisation ist denkbar."
 
Es greife viel zu kurz, allein den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen zu fordern. Die Menschheit, vor allem im globalen Norden, müsse sehr schnell und drastisch runter von ihren viel zu hohen Ressourcen-Verbräuchen, forderte Müller, der prognostizierte, dass die ökologische Krise in den nächsten Jahren die sozialen Kräfteverhältnisse massiv verschieben und die Gerechtigkeitsfrage ins Zentrum rücken werde. Deshalb müsse neben dem Schutz von Klima und biologischer Vielfalt auch die Demokratie gestärkt werden, die immer stärker unter Druck gerate.
 
Die Klimakrise sei zudem eine Friedensfrage, so Müller: "Wir sehen mit Sorge die massive Hochrüstung und Zuspitzung der Verteilungskämpfe. Die NaturFreunde Deutschlands warnen vor der Illusion, sich in grünen Oasen des Wohlstands von einer zunehmend unwirtlichen Welt abschotten zu können. Das würde die Menschheit ins Chaos stürzen. Stattdessen muss die soziale und ökologische Gestaltung der Transformation durch mehr Demokratie und Gerechtigkeit gefördert werden. Die NaturFreunde werden dafür weiter einstehen", versprach Michael Müller.
 
Beschlüsse für Wohnungsgemeinnützigkeit, Tempolimit und Abrüstung
Die rund 100 Delegierten berieten mehr als 50 Anträge auch aus den Themenbereichen Natur-, Umwelt- und Klimaschutz, Energie, Verkehr, sanften Tourismus, Frieden, Bürgerrechte und Wohnen. So fordern die NaturFreunde zum Beispiel die Wiedereinführung der Wohnungsgemeinnützigkeit, sprechen sich für einen Netto-Null-Flächenverbrauch schon im Jahr 2030 aus, verurteilen den geplanten Oderausbau, wollen deutlich mehr Klimagerechtigkeit sowie eine ambitioniertere Moorschutzstrategie, warnen davor, die Atomenergie als Klimaretter zu sehen, möchten Flugbenzin besteuern, wollen den Baustopp neuer Autobahnen, ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen, den Stopp des EU-Mercosur-Abkommens, die Freigabe der Patente auf Corona-Impfstoffe für alle Länder und auch den Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag. Zudem wurde intensiv über die Verbandsentwicklung diskutiert.
 
Unter den zahlreichen Gästen des Kongresses waren auch die frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin, der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann, der Präsident des Deutschen Mieterbundes Lukas Siebenkotten, DNR-Präsident Kai Niebert, Luca Samlidis von Fridays for Future, der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller und Reiner Braun, Sprecher von Abrüsten statt Aufrüsten.
 
Neben der Bestätigung von Michael Müller als Bundesvorsitzendem wählte der Kongress auch einen neuen Bundesvorstand: Stellvertretende Bundesvorsitzende sind Regina Schmidt-Kühner, Clara Wengert und Tilmann Schwenke, Bundeskassierer ist Uwe Hiksch. Janeta Mileva bleibt im Bundesvorstand für den Fachbereich Kultur und Bildung, Joachim Nibbe für den Fachbereich Naturschutz, Umwelt und Sanfter Tourismus und Harald Peschken für den Fachbereich NaturFreunde-Häuserwerk und Häuserarbeit zuständig. Neu ist Matthias Grell als Bundesfachbereichsvorstand für Natursport und Wandern. Wendelin Haag vertritt die Naturfreundejugend im Bundesvorstand.
 
Kontakt: NaturFreunde Deutschlands | mueller@naturfreunde.dewww.naturfreunde.de


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Frau Reiche – es reicht!

forum 03/2026

  • Resilienz
  • Klimafinanzierung
  • Wald
  • Startups
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
10
JUN
2026
Climate Transformation Summit (#CTS2026)
Making Scope 3 Action Our Business - Ticketrabatt für forum-Leser*innen!
12053 Berlin
16
JUN
2026
BootCamp Impact Business Design
Zertifizierter Impact Business Design Master
Hamburg
20
JUN
2026
Woche des Wasserstoffs 2026 (#WDW2026)
Wasserstoff verbindet
deutschlandweit
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Wissenschaft & Forschung

Artemis und Orion
Christoph Quarch überlegt, was die Namensgebung über die aktuelle Mondmission sagen kann
Lassen Sie sich begeistern von einem Buch, das Hoffnung macht.
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

“Mehr ist nicht weniger“

Welttag der Ozeane 2026 (UN World Oceans Day) am 8. Juni

Pflichtkammern in der Verantwortung

Confiance en Europe – Zuversicht in Europa. Risiken meistern, Chancen nutzen

RESOURCICA 2026, 24. - 26. September in Dresden

WM-Zeit muss keine Junkfood-Zeit sein: Anpfiff für gesunde Snacks

Magnifica Humanitas - Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz

Europa redet über Recycling – aber weiß es, was danach wirklich passiert?

  • ZamWirken e.V.
  • TÜV SÜD Akademie
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • WWF Deutschland
  • NOW Partners Foundation
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • 66 seconds for the future
  • Global Nature Fund (GNF)
  • circulee GmbH
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Engagement Global gGmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • SUSTAYNR GmbH