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Bernward Geier

Basta für Facebook & Co

Der aktuelle Kommentar von Bernward Geier

Kritik an Facebook und seinen sozialen Medien Instagram und WhatsApp ist ja nichts Neues. Brachiale Expansionswut und rücksichtslose Profitgier, die durch Skrupellosigkeit genährt wird und letztendlich assoziale Geschäftspraktiken zeichnen Mark Zuckerbergs Facebook von Anfang an aus. Die zunehmend lauter werdende Kritik musste Facebook Inc. aber bislang wenig kümmern, denn der Zulauf an Nutzern hat gigantische Ausmaße angenommen. Heute erreicht Facebook zusammen mit WhatsApp, Instagram und Messenger wohl über 7 Milliarden "User", sprich Menschen. Deren Information algorithmisch zu "melken" und auf dem Werbemarkt zu versilbern bringt Facebook inzwischen jährlich 85 Milliarden Dollar ein…  

Viel Profit und wenig Steuern
© Geralt, pixabay.comDer Profitgier und Steuerflucht werden nun endlich Zügel angelegt durch die aktuelle politische Entscheidung des Staatenbundes der OECD, weltweit mindestens 15 % Unternehmenssteuer zu schöpfen, egal wo die Profite gemacht werden. Auch der Expansionstrieb mit monopolistischen Konsequenzen findet immer mehr Gegenwind. In der USA wird zunehmend und auch schon im Capitol über eine kartellrechtliche Zerschlagung des Konzerngiganten nachgedacht. Außerdem ziehen sich immer mehr Menschen aus der Social Media-Welt von Facebook zurück. Das hierzulande wohl prominenteste Beispiel ist Robert Habeck, der zeigt, dass Facebook selbst für SpitzenpolitikerInnen kein "Muss sein" sein muss. Ich habe Mark Zuckerbergs Social Media von Anfang an boykottiert und wundere mich, warum (noch) nicht viel mehr kritische Menschen erkennen, dass wir der scheinbaren Allmacht der Algorithmen nicht mit Ohnmacht ausgeliefert sind. Boykott ist unser schärfstes Instrument, denn es kann das Geschäftsmodell zum Einsturz bringen. Ein Boykott ist relativ einfach, weil es Alternativen gibt: zu WhatsApp z. B. mit Signal und übrigens zu Google mit Ecosia und zu Doodle mit Nuudel.

Eine hässliche Wahrheit
Bernward Geier. Foto: Proplanet
Wem es noch immer an überzeugenden Argumenten für einen Boykott mangelt, dem können aktuell die New Yorker Autorinnen Sheera Frenkel und Cecilia Kang helfen. Ihr neues Buch "Inside Facebook. Die hässliche Wahrheit" ist das Ergebnis von 15 Jahren Recherche und etwa 400 Interviews. Davon viele aus dem inneren Zirkel bei Facebook selbst. Zu der schon bekannten Kritik lernen wir hier in dem Buch haarsträubend Neues. Spannend ist z.B., wie genau beschrieben wird, dass Facebook maßgeblich zum Steigbügelhalter für die Wahl von Trump wurde. So haben Facebook-Mitarbeiter direkt in Trumps Wahlkampfzentrale gearbeitet, um unter anderem bei den teilweise unsäglichen Social Media-Attacken auf Hillary Clinton zuzuarbeiten. Gelohnt hat sich das finanziell für einen der reichsten Menschen der Welt (geschätztes Vermögen derzeit 97 Milliarden US$, denn ein Großteil von Trumps Wahlkampfbudgets für Medien ging an Facebook. Trump kann sein Unwesen zum Glück nicht weitertreiben und wir haben es in der Hand, dass Facebook das gleiche Schicksal erfährt. Boykott ist unser Werkzeug dafür. "Ceterum censeo…" es ist nun wirklich Zeit, der Krake die Fangarme zu stutzen.
 
Bernward Geier ist Mitglied des Kuratoriums von forum. Er war 18 Jahre Direktor des Weltdachverbandes der biologischen Landbaubewegung (IFOAM). Seit 2005 ist er Direktor der Agentur COLABORA - let's work together.

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Bernward Geier war 18 Jahre Direktor des Weltdachverbandes der biologischen Landbaubewegung (IFOAM). Seit 2005 ist er Direktor der Agentur COLABORA - let's work together.


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