Simon Hofmann
Umwelt | Wasser & Boden, 01.03.2021
Verantwortung tragen, Zukunft gestalten
Die Bio-Stiftung Schweiz setzt sich ein – für fruchtbare Böden, gute Produkte und wache Konsumenten
Im Zeichen der Globalisierung sind
Verbraucheraufklärung und aktiver Schutz von Umwelt und Natur
notwendiger denn je. Hier tritt die Bio-Stiftung Schweiz in Erscheinung
und engagiert sich mit der Förderung von umweltgerechten Produkten und
für ein alternatives Konsumverhalten. Und sie legt sich für die
Fruchtbarkeit unseres Bodens als Grundlage allen Lebens mächtig ins
Zeug.

Die Bio-Stiftung Schweiz wurde 1987 durch Dr.
Rainer Bächi als gemeinnützige Stiftung gegründet. Die Stiftung kämpfte
schon früh für eine innovative und nachhaltige Entwicklung, insbesondere
in der ökologischen Landwirtschaft. Ein weiteres, sehr wichtiges
Standbein ist ihr Engagement für assoziative, gemeinschaftsgetragene und
zukunftsträchtige Wirtschaftsmodelle.
Seit ihrer Gründung verfügt die Bio-Stiftung
über einen einzigartigen USP, der es erlaubt, dass eigenständige und
zweckbestimmte Fonds unter dem Stiftungs-Dach gegründet werden können,
sofern dies mit dem Stiftungszweck vereinbar ist. Dadurch entfällt für
Privatpersonen und Initiativen der finanzielle und administrative
Aufwand, der mit einer eigenen Stiftungsgründung verbunden wäre, und sie
können sich ganz auf ihre Aktivitäten konzentrieren.
Die Bio-Stiftung Schweiz ist eine operativ
tätige Initiativstiftung, die sich nicht aus einem größeren Startkapital
gegründet hat, sondern ihre Aktivitäten durch Fundraising für eigene
Projekte und durch Spenden finanziert. Sie kann weltweit tätig werden.
Da steckt der Wurm drin
Eine besondere Aufmerksamkeit schenkt die Bio-Stiftung Schweiz dem Erhalt der Fruchtbarkeit der Böden. Vor dem Hintergrund dramatisch abnehmender Bodenfruchtbarkeit lancierte sie 2018 deshalb den Bodenfruchtbarkeitsfonds, der vorerst 30 Partnerhöfen in der Bodenseeregion (D/A/CH/FL) zugute kommt. Die Ziele, die damit erreicht werden sollen, sind:
- Erhalt und Förderung der Bodenfruchtbarkeit für kommende Generationen
- Freiräume schaffen für Bio-Bäuer*Innen zum Erhalt und Aufbau von Bodenfruchtbarkeit
- Schaffen eines öffentlichen Bewusstseins
- Angebote zum Wahrnehmen gesellschaftlicher Mit-Verantwortung
In allen Bereichen sind seit 2018 messbare und darstellbare Erfolge
erzielt worden. Es zeigt sich aber, dass der Zeitraum von drei Jahren zu kurz
gewählt war, um die gesteckten Ziele in der Praxis voll und nachhaltig zu
etablieren. Daher hat sich die Projektleitung entschlossen, die ursprünglich
auf drei Jahre ausgelegte Pilotphase um weitere vier Jahre auszudehnen. Der
Schwerpunkt in der Pilotphase II liegt auf der Stärkung des Projekt-Netzwerks
nach innen und der Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse und Kompetenzen nach
außen.
Dabei werden zusätzliche neue Elemente eingeführt, wie z.B.
GPS-vermessene, repräsentative Humusuntersuchungen, welche die laufende
Dokumentation der Bodenentwicklung durch die Spatendiagnose ergänzen sollen.
Bodenentwicklungsgespräche auf den Höfen geben den Bäuerinnen und Bauern in
Zukunft noch mehr Gelegenheiten zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch. Zudem
werden die Möglichkeiten, an innovativen Projekten innerhalb der Region
teilzunehmen, erweitert und eine Ausbildung zum «Boden-Trainer» verbessert die
Kommunikationsfähigkeiten mit der Öffentlichkeit.
Ein Schwerpunkt wird in der Gewinnung weiterer
Partner-Unternehmen liegen, die sich finanziell am Aufbau von
Bodenfruchtbarkeit beteiligen wollen und damit Mitverantwortung für die
landwirtschaftlichen Böden der Region übernehmen wollen.
Kein Gift im Boden und in der Nahrung – das Schweizer Volk stimmt ab
Im Juni 2021 werden die Schweizer Bürgerinnen
und Bürger darüber abstimmen, ob der Einsatz von synthetischen
Pestiziden in Zukunft weiterhin erlaubt sein soll oder nicht. «Wir sehen in diesen Abstimmungen eine große Chance», so Mathias Forster, Geschäftsführer der Bio-Stiftung Schweiz, «weshalb wir uns im Rahmen unserer Möglichkeiten gern auch an dem Bewusstseinsbildungsprozess in der Öffentlichkeit beteiligen. Wir tun dies unter anderem mit der Herausgabe des Buches „Das Gift und wir. Wie der Tod über die Äcker kam und wie wir das Leben zurückbringen können", das seit kurzem im Buchhandel oder über unsere Website erhältlich ist», so Forster.
Hier finden sie mehr Informationen über die Bio-Stiftung Schweiz und deren Bodenfruchtbarkeitsfonds.
Dieser Artikel ist in forum 01/2021 - SOS – Rettet unsere Böden! erschienen.
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