Simon Hofmann

Verantwortung tragen, Zukunft gestalten

Die Bio-Stiftung Schweiz setzt sich ein – für fruchtbare Böden, gute ­Produkte und wache Konsumenten

 Im Zeichen der Globalisierung sind Verbraucheraufklärung und aktiver Schutz von Umwelt und Natur ­notwendiger denn je. Hier tritt die Bio-Stiftung Schweiz in Erscheinung und engagiert sich mit der Förderung von umweltgerechten Produkten und für ein alternatives Konsumverhalten. Und sie legt sich für die Fruchtbarkeit unseres Bodens als Grundlage allen Lebens mächtig ins Zeug.
 Das einsatzfreudige Team der Stiftung © Bio-Stiftung Schweiz
Die Bio-Stiftung Schweiz wurde 1987 durch Dr. Rainer Bächi als gemeinnützige Stiftung gegründet. Die Stiftung kämpfte schon früh für eine innovative und nachhaltige Entwicklung, insbesondere in der ökologischen Landwirtschaft. Ein weiteres, sehr wichtiges Standbein ist ihr Engagement für assoziative, gemeinschaftsgetragene und zukunftsträchtige Wirtschaftsmodelle.

Seit ihrer Gründung verfügt die Bio-Stiftung über einen einzigartigen USP, der es erlaubt, dass eigenständige und zweckbestimmte Fonds unter dem Stiftungs-Dach gegründet werden können, sofern dies mit dem Stiftungszweck vereinbar ist. Dadurch entfällt für Privatpersonen und Initiativen der finanzielle und administrative Aufwand, der mit einer eigenen Stiftungsgründung verbunden wäre, und sie können sich ganz auf ihre Aktivitäten konzentrieren.
Die Bio-Stiftung Schweiz ist eine operativ tätige Initiativstiftung, die sich nicht aus einem größeren Startkapital gegründet hat, sondern ihre Aktivitäten durch Fundraising für eigene Projekte und durch Spenden finanziert. Sie kann weltweit tätig werden.
© Bio-Stiftung Schweiz 
Da steckt der Wurm drin
Eine besondere Aufmerksamkeit schenkt die Bio-Stiftung Schweiz dem Erhalt der Fruchtbarkeit der Böden. Vor dem Hintergrund dramatisch abnehmender Bodenfruchtbarkeit lancierte sie 2018 deshalb den Bodenfruchtbarkeitsfonds, der vorerst 30 Partnerhöfen in der Bodenseeregion (D/A/CH/FL) zugute kommt. Die Ziele, die damit erreicht werden sollen, sind:
  • Erhalt und Förderung der Bodenfruchtbarkeit für kommende Generationen
  • Freiräume schaffen für Bio-Bäuer*Innen zum Erhalt und Aufbau von Bodenfruchtbarkeit
  • Schaffen eines öffentlichen Bewusstseins
  • Angebote zum Wahrnehmen gesellschaftlicher Mit-Verantwortung
In allen Bereichen sind seit 2018 messbare und darstellbare Erfolge erzielt worden. Es zeigt sich aber, dass der Zeitraum von drei Jahren zu kurz gewählt war, um die gesteckten Ziele in der Praxis voll und nachhaltig zu etablieren. Daher hat sich die Projektleitung entschlossen, die ursprünglich auf drei Jah­re ausgelegte Pilotphase um weitere vier Jahre auszudehnen. Der Schwerpunkt in der Pilotphase II liegt auf der Stärkung des Projekt-Netzwerks nach innen und der Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse und Kompetenzen nach außen.
 
Dabei werden zusätzliche neue Elemente eingeführt, wie z.B. GPS-vermessene, repräsentative Humusuntersuchungen, welche die laufende Dokumentation der Bodenentwicklung durch die Spatendiagnose ergänzen sollen. Bodenent­wicklungsgespräche auf den Höfen geben den Bäuerinnen und Bauern in Zukunft noch mehr Gelegenheiten zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch. Zudem werden die Möglichkeiten, an innovativen Projekten innerhalb der Region teilzunehmen, erweitert und eine Ausbildung zum «Boden-Trainer» verbessert die Kommunikationsfähigkeiten mit der Öffentlichkeit.
 
Ein Schwerpunkt wird in der Gewinnung weiterer Partner-Unternehmen liegen, die sich finanziell am Aufbau von Bodenfruchtbarkeit beteiligen wollen und damit Mitverantwortung für die landwirtschaftlichen Böden der Region übernehmen wollen. 
 
Kein Gift im Boden und in der Nahrung – das Schweizer Volk stimmt ab
Im Juni 2021 werden die Schweizer Bürgerinnen und Bürger darüber abstimmen, ob der Einsatz von synthetischen Pestiziden in Zukunft weiterhin erlaubt sein soll oder nicht. «Wir sehen in diesen Abstimmungen eine große Chance», so Mathias Forster, Geschäftsführer der Bio-Stiftung Schweiz, «weshalb wir uns im Rahmen unserer Möglichkeiten gern auch an dem Bewusstseinsbildungsprozess in der Öffentlichkeit beteiligen. Wir tun dies unter anderem mit der Herausgabe des BuchesDas Gift und wir. Wie der Tod über die Äcker kam und wie wir das Leben zurückbringen können", das seit kurzem im Buchhandel oder über unsere Website erhältlich ist», so Forster.

Hier finden sie mehr Informationen über die Bio-Stiftung Schweiz und deren Bodenfruchtbarkeitsfonds.


Dieser Artikel ist in forum 01/2021 - SOS – Rettet unsere Böden! erschienen.

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