Umweltverbände fordern neuen Aufbruch für europäischen Bahnverkehr

2021 ist Europäisches Jahr der Schiene: EU-weite Initiative zeigt auf, wie viel mehr Klimaschutz mit grenzüberschreitenden Direktzügen, bequemerer Buchung und Investitionen ins europäische Schienennetz erreichbar wäre

Umweltorganisationen aus Deutschland, Polen, Spanien, Frankreich und auf EU-Ebene fordern die EU und die Bundesregierung auf, im diesjährigen Europäischen Jahr der Schiene den internationalen Bahnverkehr zu stärken. In einem heute veröffentlichten Report zeigen sie auf, wie neue internationale Direktverbindungen mit Tag- und Nachtzügen, bequeme Buchung von Auslands-Bahnverbindungen und Investitionen in grenzüberschreitende Infrastruktur einen großen Beitrag zum Klimaschutz in Europa leisten können.

'Um die Klimaziele im Verkehrsbereich zu erreichen, brauchen wir ein engmaschiges und attraktives Bahnnetz in Europa, das eine echte Alternative zum Flug und zum Auto bietet'. © Jan Vašek , pixabay.com„Um die Klimaziele im Verkehrsbereich zu erreichen, brauchen wir ein engmaschiges und attraktives Bahnnetz in Europa, das eine echte Alternative zum Flug und zum Auto bietet", sagt Lena Donat, eine der Autorinnen des Reports von der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. „Flüge sind mindestens siebenmal so klimaschädlich wie eine vergleichbare Strecke mit der Bahn – wenn die Bahn komplett mit Ökostrom fährt, ist der Faktor sogar um ein Vielfaches höher."

Eine EU-weite Umfrage im September 2020 (Link s.u.) ergab, dass zwei Drittel der Europäerinnen und Europäer sogar ein Verbot von Kurzstreckenflügen unterstützen würden, wenn die Strecke in bis zu 12 Stunden mit der Bahn zu bewältigen wäre. Bisher existieren aber nicht einmal zwischen allen europäischen Hauptstädten attraktive Bahnverbindungen. So gibt es zum Beispiel zwischen Berlin und Brüssel, Madrid und Lissabon oder Warschau und Prag überhaupt keine Direktzüge. Donat: „Das Europäische Jahr der Schiene sollte zum Startschuss sowohl für ein Comeback der Nachtzüge als auch für neue direkte Tagzüge quer durch Europa werden. Es gibt bisher kein europäisches Bahnnetz, sondern nur einen Flickenteppich von nationalen Bahnsystemen: Züge enden an der Grenze, eine internationale Bahnfahrkarte zu buchen lässt selbst Bahnfans verzweifeln und die Schienen-Infrastruktur an Grenzübergängen ist oft in einem kümmerlichen Zustand. Wir brauchen dringend mehr Europa und Gestaltungswillen im Bahnverkehr."

Die Initiative EUROPE ON RAIL setzt sich für eine Stärkung des europäischen Personenschienenverkehrs ein. Beteiligt sind die Organisationen Germanwatch (Deutschland), Civil Affairs Institute (Polen), France Nature Environnement (Frankreich), Eco-union und Ecodes (Spanien) sowie die europäische NGO Transport&Environment.

Kontakt: Germanwatch, Lena Donat | donat@germanwatch.org | www.germanwatch.org


     
        
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