66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen

Kampf gegen Korruption darf in Corona-Zeiten nicht unter die Räder kommen

Forderungen zum Internationalen Antikorruptionstag

Zum Internationalen Antikorruptionstag fordert die Antikorruptionsorganisation Transparency Deutschland: Der allgemeine Kampf gegen Korruption darf in Corona-Zeiten nicht unter die Räder kommen. Gleichzeitig warnt die Organisation vor den besonderen Risiken aufgrund der Pandemie. Trotz allen Handlungsdrucks zum Schutz der Bevölkerung muss Korruption wirksam bekämpft und Missbrauch durch Transparenz und Kontrolle vermieden werden.

Der allgemeine Kampf gegen Korruption darf in Corona-Zeiten nicht unter die Räder kommen. © ramdlon, pixabayHartmut Bäumer, Vorsitzender von Transparency Deutschland: „Medienberichte über den Verdacht von Vetternwirtschaft, Interessenkonflikte in der Wissenschaft, intransparente Verhandlungen über Impfstoffdosen und undurchsichtige Verträge sind verheerend. Sie tragen nicht dazu bei, dass die Bevölkerung die weitreichenden Maßnahmen zur Einschränkung des öffentlichen Lebens mitträgt."

Die Wirtschaft wird derzeit mit mehreren hundert Milliarden unterstützt, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern und Existenzen zu sichern. Transparency Deutschland fordert von der Bundesregierung, Staatshilfen, Kredite und Staatsbeteiligungen mit Antikorruptionsauflagen zu versehen: „Wer – gerade in diesen schwierigen Zeiten – Forderungen an den Staat stellt, muss verantwortlich handeln. Staatliche Corona-Hilfen für Unternehmen, die Tochterfirmen in Schattenfinanzzentren haben oder Dividenden auszahlen, sind ein Schlag ins Gesicht der Steuerzahlenden. Die Bundesregierung sollte hier Dänemark und Polen folgen und die Vergabe von Staatshilfen an eine gute Steuermoral knüpfen", so Bäumer.

Bereits unter normalen Bedingungen gilt das Gesundheitswesen als korruptionsanfällig, in Krisensituationen können korrupte Akteure die Unsicherheiten und erhöhten Geldflüsse umso mehr ausnutzen. Die Bundesregierung muss daher klare, transparente Kriterien für die Förderung von Forschung zu beziehungsweise Entwicklung und Herstellung von medizinischen Produkten entwickeln, veröffentlichen und ihre ordnungsgemäße Verwendung kontrollieren. 

Dazu Hartmut Bäumer: „Wir alle freuen uns über die positiven Nachrichten mit Blick auf die Impfstoffentwicklung. Jetzt muss es darum gehen, die Verteilung und den Zugang transparent und fair zu gestalten. Die Bundesregierung muss sicherstellen, dass mit öffentlichen Geldern finanzierte Tests und Impfstoffe flächendeckend verfügbar und bezahlbar sind."

Gesetze zur Korruptionsprävention zügig verabschieden
Transparency Deutschland fordert ferner, dass wichtige Gesetzesvorhaben für einen transparenten Lobbyismus, zur Stärkung der Integrität in der Wirtschaft und ein robustes Hinweisgeberschutzgesetz noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden.

Immer wieder gibt es Berichte, dass einige Lobbyisten die Pandemie ausnutzen, um ihre Interessen durchzusetzen und Hilfspakete oder Sonderregelungen zu erhalten. Manch zweifelhafte Entscheidung in der Corona-Krise macht deutlich, dass ein verbindliches Lobbyregister und die Einführung eines legislativen Fußabdrucks überfällig sind. Der vorliegende Gesetzentwurf für ein Lobbyregister bleibt allerdings hinter den Erwartungen zurück: Ohne einen legislativen Fußabdruck bleibt das Register aussagelos. Auch die vorgesehenen Ausnahmen untergraben das Ziel, mehr Lobbytransparenz zu schaffen.

Skandale wie der Abgasskandal oder Wirecard zeigen: Im eigenen Interesse der mehrheitlich integren Unternehmen in Deutschland sind auch dringend klare rechtliche Rahmenbedingungen für Unternehmen notwendig. Der Gesetzentwurf zur Stärkung der Integrität in der Wirtschaft ist ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings müssen Strafverfolgungsbehörden besser ausgestattet werden und das Sanktionsinstrumentarium muss erweitert werden.

Gerade in Corona-Zeiten spielen Menschen, die auf Missstände hinweisen, eine wichtige Rolle. Dass Hinweisgeber bei der Aufdeckung von Korruption und anderen Straftaten unverzichtbar sind, hat sich auch in diesem Jahr gezeigt: Schon Jahre vor den Ermittlungen gegen Wirecard sollen Hinweisgeber schwere Unregelmäßigkeiten gemeldet haben. Auch bei Cum-Ex gab es Hinweise, die nicht aufgegriffen oder konsequent aufgeklärt wurden.

Die Bundesregierung muss die EU-Richtlinie zum Hinweisgeberschutz bis Mitte Dezember 2021 umsetzen. Diese schützt allerdings nur Personen, die Verstöße gegen bestimmtes EU-Recht melden und muss auf deutsches Recht ausgeweitet werden. Transparency Deutschland fordert daher ein umfassendes Hinweisgeberschutzgesetz noch in dieser Legislaturperiode, um Hinweisgeber besser vor Repressalien zu schützen. 

Weiterführende Informationen

Kontakt: Transparency International Deutschland e. V. | presse@transparency.de | www.transparency.de


     
        
Cover des aktuellen Hefts

forum Nachhaltig Wirtschaften heißt jetzt forum future economy

forum 01/2026

  • Zukunft bauen
  • Frieden kultivieren
  • Moor rockt!
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
30
JAN
2026
Perspektive Wohnungsbau in Augsburg und Bayern
Impulse, Herausforderungen und Lösungswege
86159 Augsburg
04
FEB
2026
Solarenergie, Großspeicher und Netzausbau – aber keine Gaskraftwerke!
Im Rahmen unserer Serie "Klima-Strategien"
80336 München und online
10
FEB
2026
E-world energy & water
Der Branchentreffpunkt der europäischen Energiewirtschaft
45131 Essen
11
FEB
2026
BootCamp Impact Business Design
Professional Training zum Update Ihrer Transformationsskills
81371 München
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

LOHAS & Ethischer Konsum

"Du sollst konsumieren!"
Für Christoph Quarch ist der Black Friday ein schwarzer Tag
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Krankheit und Gesundheit

Aufrüsten für den Frieden?

Tu Du's auf 17 Ziele.de

Rat für Nachhaltige Entwicklung neu berufen

Sperrmüll vs. Entrümpelungsfirma: Wann lohnt sich professionelle Hilfe?

Das große Aufwachen nach Davos

BAUExpo 2026 vom 20. bis 22. Februar in Gießen

Lichtblicke für die Landwirtschaft: Nachhaltige LED-Technologien im Einsatz

  • NOW Partners Foundation
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • circulee GmbH
  • toom Baumarkt GmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • TÜV SÜD Akademie
  • Global Nature Fund (GNF)
  • SUSTAYNR GmbH
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Engagement Global gGmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • WWF Deutschland
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig