Innovationsforum Energie. Dekarbonisierung | Dezentralisierung | Digitalisierung | Wertschöpfung. Zürich, 2.-3. Juni 2022

Menschliche Ausscheidungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft

Start-Up „Finizio - Future Sanitation“ produziert qualitätsgesicherten Humusdünger aus Trockentoiletten und startet den ersten ackerbaulichen Feldversuch

Zum ersten Mal in Deutschland wurde ein neuartiger Humusdünger aus menschlichem Kot und Urin zu Versuchszwecken landwirtschaftlich angewendet. Das Substrat birgt enormes Potenzial für Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft: Es bindet Kohlenstoff im Boden, erhöht dessen Wasserspeicherfähigkeit und ersetzt ressourcenzehrende Phosphor- und Stickstoffmineraldünger. Doch bislang fehlt die Zulassung.  

Erste Ausbringung von Humusdünger aus Inhalten von Trockentoiletten auf einem Acker in Deutschland. © Finizio - Future SanitationEin Meilenstein für Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft von Morgen: Am Dienstag den 20.10.2020 wurde zum ersten Mal in Deutschland Humusdünger aus Inhalten von Trockentoiletten für die Düngung landwirtschaftlicher Flächen ausgebracht. 

Trockentoiletten sind neuartige Sanitärsysteme, bei denen menschliche Ausscheidungen ohne eine Verdünnung mit Spülwasser und ohne Verunreinigung durch schadstoffhaltige Abwässer gesammelt und somit einer effizienten Rückgewinnung zugutekommen können. Das Start-Up "Finizio - Future Sanitation" betreibt in Eberswalde eine deutschlandweit einzigartige Pilotanlage zur Aufbereitung solcher Toiletteninhalte zu qualitätsgesicherten Humusdüngern. 

Das mehrstufige Aufbereitungsverfahren beruht auf  einer Hitzebehandlung zur Inaktivierung von Krankheitserregern und einer anschließenden 6-8 wöchigen „Kontrolliert Sauerstoffversorgten Kompostierung" zur Bildung von hochwertigen Humusverbindungen. Das dabei produzierte Substrat birgt enormes Potenzial für Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft: Es bindet Kohlenstoff im Boden, erhöht dessen Nährstoff- sowie Wasserspeicherfähigkeit und könnte ressourcenzehrende Phosphor- und Stickstoffmineraldünger ersetzen. Doch für eine landwirtschaftliche Nutzung fehlt bislang die düngerechtliche Zulassung.  

Die Schorheider Agrar GmbH stellt 6 Hektar Versuchsfläche zur Verfügung, um den neuartigen Humusdünger zu testen. © Finizio - Future SanitationNach jahrelanger Entwicklungsarbeit ist nun ein entscheidender Meilenstein gelungen: zum ersten Mal darf der Humusdünger aus Trockentoiletten zu Forschungs- und Versuchszwecken in der Landwirtschaft ausgetragen werden. Der ackerbauliche Feldversuch dient u.a. als Datengrundlage für den Antrag zur Zulassung als Düngemittel beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Die Entscheidung über eine dafür vorgesehene Änderung der Düngemittelverordnung muss durch den Bundesrat verabschiedet werden. Gespräche mit Mitgliedern des deutschen Bundestages sowie dem Wissenschaftlichen Beirat für Düngungsfragen, die eine zukunftsfähige Landwirtschaft in geschlossenen Stoffkreisläufen befürworten, laufen bereits. 
Mehr Infos unter www.finizio.de/pilotanlage 

NACH UNS DER HUMUS!
Gemeinsam mit den Kreiswerken Barnim entwickelt Finizio eine Pilotanlage zur effizienten und ganzheitlichen Verwertung von Inhalten aus Trockentoiletten zu qualitätsgesicherten Humus-Düngern. Diese Pilotanlage in Eberswalde ist die Einzige ihrer Art in Deutschland, die einen solchen Verwertungsweg für gewerblich gesammelte Inhalte aus Trockentoiletten ermöglicht und ist somit ein Leuchtturm der Kreislaufwirtschaft von überregionaler Bedeutung.
 
Die Finizio-Crew arbeitet gemeinsam mit dem Netzwerk für nachhaltige Sanitärsysteme e.V. an der Legalisierung von Recyclingdüngern aus menschlichen Hinterlassenschaften. Wie weit wir schon gekommmen sind erfahrt ihr auf unseren Social Medias und in unserem BlogNeues aus der Scheisselobby".
 
Kontakt: Finizio - Future Sanitation, Florian Augustin | florian.augustin@finizio.de |www.finizio.de

Umwelt | Ressourcen, 27.10.2020
     
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