Wirtschaft | CSR & Strategie, 13.08.2020
„Für mehr Krisenfestigkeit dringend auf Nachhaltigkeit setzen!“
Wissenschaftsplattform 2020 empfiehlt der Bundesregierung, die Corona-Krise für einen Neustart in Richtung Nachhaltigkeit zu nutzen
„Um krisenfester zu werden, müssen wir konsequenter als bislang auf Nachhaltigkeit setzen", betont Prof. Patrizia Nanz, Co-Vorsitzende der Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030 (wpn2030), „dafür gilt es insbesondere die vorhandenen politischen Strukturen für Nachhaltigkeit deutlich zu stärken, gerade jetzt bei der anstehenden Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie." Empfehlungen dazu an die Bundesregierung hat die wpn2030 in ihrem wissenschaftlichen Impulspapier „Nachhaltig aus der Corona-Krise!" erarbeitet. Eingeflossen in das Papier sind unter anderem die Beiträge einer für alle interessierten Wissenschaftler*innen offenen Online-Konsultation der wpn2030 zur Corona-Krise.
Die Corona-Krise hat eindrücklich gezeigt, dass unsere Gesellschaft krisenfester werden muss. „Während jetzt das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in Deutschland wieder in Schwung kommt und gleichzeitig die fortdauernden Herausforderungen der Krise immer deutlicher werden, sollten wir weiterhin vor Augen behalten, wie eng verwoben unsere gesellschaftlichen und ökologischen Systeme sind und wie fragil sie allesamt durch nicht nachhaltiges Leben und Wirtschaften werden können", sagt Prof. Christa Liedtke, Co-Vorsitzende der wpn2030.„Nachhaltigkeit – verstanden als systemische Integration sozialer, ökologischer und ökonomischer Entwicklungen – kann in hohem Maße dazu beitragen, unsere Gesellschaft resilienter zu machen", sagt Prof. Daniela Jacob. Dies sei entscheidend, etwa für den Klimawandel: „Der Klimawandel steigert sowohl das Risiko für Pandemien als auch für multiple Krisen, die durch gleichzeitig eintretende extreme Ereignisse hervorgerufen werden können." Es gelte, die Corona-Krise auch als Warnsignal und Lehrstunde für die Zukunft zu begreifen. Denn sie nehme hinsichtlich systemischer Wechselwirkungen die Reichweite zukünftiger Krisen vorweg, die etwa durch den Klimawandel ausgelöst werden können.
„Die Corona-Krise muss für einen Neustart Richtung Nachhaltigkeit und somit auch zu mehr Krisenfestigkeit genutzt werden", betonen die Co-Vorsitzenden der wpn2030. „Politische Strukturen dafür sind grundsätzlich vorhanden, allerdings entfalten sie noch viel zu wenig Wirkung – es gilt, sie dringend zu stärken, insbesondere jetzt im Rahmen der Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie."
Mit dem wissenschaftlichen Impulspapier „Nachhaltig aus der Corona-Krise!" gibt die wpn2030 der Bundesregierung Empfehlungen zur Stärkung deutscher Nachhaltigkeitspolitik im Lichte der Corona-Krise. Die Empfehlungen zielen insbesondere darauf ab, das systemische Denken und Handeln in der Politik mithilfe der Wissenschaft zu stärken und das mit besonderem Fokus auf die Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS). Unter anderem empfiehlt die Plattform, die DNS mit stärkerer Leitungskompetenz im Rahmen der Bundesregierung auszustatten, einen dauerhaften um- und weitsichtigen wissenschaftlichen „Krisenscan" als Teil der Nachhaltigkeitspolitik einzuführen sowie die Konzepte von Resilienz und Nachhaltigkeit jetzt stärker miteinander zu verknüpfen.
Die wpn2030 ist ein zentraler Ort der Wissenschaft, an dem sie drängende Fragen der Nachhaltigkeitspolitik diskutiert – im Austausch mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Kontakt: Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030 | bastian.strauch@iass-potsdam.de | www.iass-potsdam.de
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