FA-Konferenzen Baukongress 2024

Klimafreundlich Gärtnern

Torffreie Erden und Gartenzubehör aus pflanzlichen Materialien machen's möglich

Kleingärtnern hat im Frühjahr Hochkonjunktur und erfreut sich in diesem Jahr aufgrund der Corona-Krise besonderer Beliebtheit. Wer seine Scholle umwelt- und klimafreundlich beackern will, setzt auf torffreie Blumenerden und auf Gartenzubehör aus nachwachsenden Rohstoffen. Verbraucher finden aktuell schon 183 torffreie Erdenprodukte auf www.torffrei.info, die zum Beispiel aus Holzfasern und Kompost bestehen. Die Marktübersicht die-nachwachsende-produktwelt.de listet zudem eine Vielzahl pflanzlich basierter Gartenprodukte, vom Grillzubehör über Mulchfolien und Pflanztöpfe bis hin zu Gartenmöbeln und Zäunen. 
 
Wer seine Scholle umwelt- und klimafreundlich beackern will, setzt auf torffreie Blumenerden und auf Gartenzubehör aus nachwachsenden Rohstoffen. © suetot, pixabay.comFür Profis im Garten- und Landschaftsbau sind weitere biobasierte Lösungen im Themenheft II: Öffentliche Grünflächen & Forst des Projektes "Nachwachsende Rohstoffe im Einkauf" beschrieben. Das Themenheft ist auf mediathek.fnr.de bestell- und kostenlos downloadbar.
 
Wer Geranien in seine Balkonkästen pflanzt, Gemüsepflanzen auf der Fensterbank vorzieht oder seine Gartenbeete aufpeppen will, benötigt Erde. Oft greift man dann zu einem Sack Blumenerde aus dem Handel. Doch diese Erde ist häufig torfhaltig: Torf stellt aktuell drei Viertel der in Europa verwendeten Ausgangsstoffe für die Erdenproduktion, in Deutschland sogar mehr als 80 Prozent.
 
Viele Kleingärtner wissen nicht, dass die Torfnutzung Auswirkungen auf unser Klima hat, weil Torf ein kohlenstoffreicher und extrem langsam erneuerbarer Stoff ist. Die Moorböden, auf denen Torf abgebaut wird, bedecken zwar nur knapp drei Prozent der Landfläche der Erde, binden jedoch fast doppelt so viel Kohlenstoff wie sämtliche Wälder auf der Welt zusammen. Damit sind sie unsere mächtigsten terrestrischen Kohlenstoffspeicher. Baut man den Torf ab, um ihn zu nutzen, wird der Kohlenstoff in Form des Treibhausgases CO2 freigesetzt. Im Zuge ihres Klimaschutzprogramms 2030 strebt die Bundesregierung deshalb auch an, die Torfverwendung zu reduzieren. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bereitet aktuell die Torfminderungsstrategie vor, die vor allem auf Aufklärung und Freiwilligkeit setzt. Informationen zur Strategie und zu Torfalternativen finden Interessierte auf www.torffrei.info. Dort werden auch die Eigenschaften der mengenmäßig wichtigsten Torfersatzstoffe erläutert: Holzfasern, Kokosprodukte und Grüngutkomposte. Man erfährt zum Beispiel, dass für Holzfasern keine Bäume gefällt werden, sondern dass diese aus Resthölzern in Sägewerken produziert werden. Grundsätzlich kommen noch viele weitere nachwachsende Rohstoffe für die Erdenproduktion in Frage, darunter auch viele Reststoffe wie zum Beispiel Stroh, Schäben von Hanf und Flachs, Reisspelzen, minderwertige Schafwolle oder Reste aus der Verarbeitung von Kakao oder Baumwolle. Das BMEL unterstützt die Erforschung und Entwicklung neuer Torfersatzstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Hersteller torffreier Erden können ihre Produkte in eine Marktübersicht auf torffrei.info eintragen lassen.
 
Einen Beitrag zum Klimaschutz leistet man auch mit der bewussten Auswahl weiterer Gartenprodukte. Wer sich zum Beispiel für Gartenmöbel aus Holz statt aus Kunststoff entscheidet, der kauft nicht nur ästhetische und langlebige Produkte, sondern auch Kohlenstoffspeicher: Die Bäume haben während ihres Wachstums CO2 gebunden, das in Form von Kohlenstoff für viele Jahre im Holz der Möbel gespeichert bleibt und somit einen kleinen Beitrag zu Verringerung des CO2-Gehaltes in der Atmosphäre leistet. Gleichzeitig werden in den Wäldern Bäume nachgepflanzt, die ihrerseits wieder CO2 aufnehmen. Produkte aus erdölbasierten Kunststoffen haben diesen Effekt nicht. Holzmöbel und zahlreiche weitere pflanzlich-basierte Gartenprodukte finden Verbraucher auf www.die-nachwachsende-produktwelt.de.
 
Erosionsschutzmatten aus Schafwolle, Asphalt und Bitumen mit Rapsöl, biobasierter und konstruktiver Holzschutz - auch bei der Bewirtschaftung und Gestaltung von Parks, Spielplätzen, Sportanlagen oder Friedhöfen und sogar im Straßen- und Wegebau gibt es viele Möglichkeiten, fossile durch biobasierte, also pflanzliche Rohstoffe anteilig oder vollständig zu ersetzen. Dazu informiert das Themenheft II: Nachwachsende Rohstoffe im Einkauf: Öffentliche Grünflächen & Forst ausführlich. Es bietet Einkäufern in öffentlichen oder privaten Unternehmen zudem Unterstützung bei der Ausschreibung entsprechender Beschaffungen.
 
Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe ist Projektträger des BMEL und betreut u. a. die Internetseiten www.die-nachwachsende-produktwelt.de sowie www.torffrei.info.
 
Kontakt: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) | info@fnr.dewww.fnr.de

Umwelt | Wasser & Boden, 29.04.2020

     
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