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„Earth Plastic View" Matterhorn Art Project

Künstler Branko Šmon macht Matterhorn zum weltweiten Botschafter für neues Plastikbewusstsein

Nach Schätzungen von Wissenschaftlern wird der weltweite Plastikbestand in diesem Jahr voraussichtlich bei etwa sieben Milliarden Tonnen liegen. Der Künstler Branko Šmon hat sich zur Aufgabe gemacht, dieses unvorstellbare Ausmaß zu visualisieren und begreifbar zu machen. Mit seinem Kunstprojekt „Earth Plastic View" verwandelt er das Matterhorn, den meistfotografierten Berg der Welt, anhand von mehreren Installationen zum weltweiten Botschafter für ein neues globales Plastikbewusstsein. Die Vernissage von „Earth Plastic View" fand am 19.07.2019 in Zermatt/Schweiz statt. Das Projekt wird unter anderem vom Fraunhofer LBF, Bereich Kunststoffe unterstützt. Die Patenschaft für das Projekt übernimmt der Schweizer Pionier Bertrand Piccard, der 2015-2016 mit einem Solarflugzeug die Erde umrundete.
 
Sichtrahmen & MyEarthPlasticPart-cubes: Das Unvorstellbare bekommt eine Form
„MyEarthPlasticPart-cube” über dem Gipfel des Matterhorns, symbolische Taufe zum Botschafter für eine neues globales Plastikbewusstsein. © Earth Plastic ViewSieben Milliarden Tonnen Plastik befinden sich derzeit weltweit im Gebrauch in den Landschaften, den Weltmeeren, auf Deponien, in Lebewesen. Das entspricht auf der Grundlage einer belastbaren Schüttdichte einem Granulatvolumen von rund 14 km3 – eine eigentlich unvorstellbar große Menge. An prominenter Stelle erhält dieses Volumen nun eine greifbare Form: Vier große „Earth Plastic View"-Frames, aufgestellt an unterschiedlichen Aussichtspunkten rund um den Gornegrat, zeigen die räumliche Ausdehnung des Volumens des weltweiten Plastikbestands in Granulatform. Die imposanten Sichtrahmen umfassen die Silhouette des Matterhorns mit dem umliegenden Bergmassiv und markieren das Plastikvolumen von 14 km3. So wird dieses Ausmaß in der Landschaft um das Matterhorn sicht- und damit erst vorstellbar. In Zermatt und an sechs Aussichtspunkten entlang der Gornergrat Bahnlinie und auf der Rothornseite visualisiert Šmon zudem den Anteil des aktuell globalen Plastikbestandes im Verhältnis zum Individuum (Anfang 2019: 7,67 Milliarden Menschen) durch große Plastik-Objektkuben, die mit Plastikgegenständen des Alltags, Plastikmahlgut und -granulat gefüllt sind. Diese „MyEarthPlasticPart-cubes” sind 1,9 x 1 x 1 m groß, ihr Volumeninhalt entspricht dem weltweiten Pro-Kopf-Aufkommen von Plastik in Granulatform (1,9 m3).

Art App: Eine neue Dimension der Kunsterfahrung 
Animierte Ansicht der Art App © Branko Šmon
Speziell für das Projekt entwickelte Šmon die „Earth Plastic View"-Art App, die das Visualisieren des Plastikvolumens durch verschiedene Funktionen erweitert. Die App verstärkt auf spielerische Weise die Aufmerksamkeit für die Thematik und ermöglicht durch interaktive Funktionen die Dimensionen des weltweiten Plastikaufkommens visuell zu begreifen. Es geht um eine multidimensionale Kunsterfahrung, die das reale Erleben am Matterhorn durch eine virtuelle Ebene erweitert. Die App funktioniert an sieben Aussichtspunkten und zeigt die Ausdehnung des Plastikvolumens am Matterhorn im Jahr 2019. Mit einer zweiten Linie wird das Ansteigen des Volumens auf 32 km3 bis zum Jahr 2035 gezeigt, wenn wir unseren Umgang mit Plastik nicht verändern. Durch eine Foto-Funktion kann jeder Teil der Kunst werden und mit dem EPV-art-filter die Botschaft des Projektes global streuen. Außerdem informiert die App über Kunstprojekt und Künstler und bietet Informationen zur Umweltproblematik durch Plastik. Global nutzbar potenziert die App Branko Šmons Kunstbotschaft, ein neues Plastikbewusstsein zu schaffen. Mit jedem Kauf geht ein Euro als Spende an innovative Projekte und nachhaltige Lösungen für Plastik. Die Art-App ist ab der Eröffnung am 19.7.2019 im App Store und im Google Play Store erhältlich.

Das Matterhorn als perfekter Botschafter: Verbindung zwischen Bewusstsein und Natur
„Mit Earth Plastic View möchte ich ein neues Plastikbewusstsein schaffen. Nur im Verhalten eines jeden Einzelnen ist eine Veränderung möglich. Das Matterhorn dient dabei als globales Symbol. Ich habe am Gornergrat ideale Bedingungen für mein Ziel gefunden: Wir befinden uns zum einen mitten in schönster Natur, die Menschen werden hier direkt emotional berührt. Zum anderen steht das Matterhorn frei. Man hat als Betrachter eine Übersicht über die darum herum liegende Berglandschaft. So kann ich das enorme Volumen überhaupt erst sichtbar machen. Durch die Weitläufigkeit der Landschaft und die Schönheit der Natur schaffe ich die mir wichtige Verbindung zwischen dem Bewusstsein für das Ausmaß der Problematik und der Kraft der Naturschönheit", begründet der Künstler seine Wahl für das Matterhorn.

Eröffnung am 19. Juli 2019
Branko Šmon und MyEarthPlasticPart-Cube © Branko Šmon, Foto: Mathias WolpertZur Eröffnung ließ Branko Šmon einen Hubschrauber, bestückt mit einem Kubus und einer Kamera, auf den Berggipfel fliegen. Die Filmaufnahmen zeigen die Ausdehnung des Plastikvolumens am Matterhorn. Über dem Gipfel schwebend „taufte" er symbolisch das Matterhorn zum Botschafter und eröffnet damit das Kunstprojekt „Earth Plastic View".

Die Vernissage fand unter Beteiligung von Inga Kälber, Gründerin von Zero Waste Deutschland, Ursula Schneider Schüttel, Nationalrätin und Präsidentin von Pro Natura und Antoinette Vermilye, Mitgründerin der Gallifrey Foundation statt, die in Impulsvorträgen über Herausforderungen und Gefahren der Plastikproblematik, den Umgang mit der Plastikproblematik auf politischer Ebene sowie die Integration von Plastik- und Müllvermeidung im Alltag sprachen. Der Schweizer Pionier Bertrand Piccard, Pate des Projekts, lobte die Idee von Earth Plastic View in einer Videobotschaft. Die Installationen sind ab sofort dauerhaft zu sehen.

Über Branko Šmon:
Branko Šmon wurde 1955 in Maribor/Slowenien geboren. Schon während des Studiums experimentierte er jenseits der klassischen Gattungen mit scheinbar kunstfernen Medien beispielsweise mit der sogenannten „blower art", durch Ventilatoren in Bewegung versetzte raumgreifende Installationen. In den 1980er- und 1990-erJahren realisierte Šmon internationale Projekte in den Metropolen New York und Moskau sowie in Südkorea. Später folgten unter anderem Projektideen und -realisationen in Stuttgart, Frankfurt am Main und Brüssel. Bis heute geht es Branko Šmon in seiner Kunst um den Zusammenhang zwischen Natur und Kultur, Mensch und Technologie, Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Er setzt sich intensiv mit systemimmanenten und -relevanten Zusammenhängen auseinander, von deren erheblichen Wirkkräften und Konsequenzen wir zwar wissen, aber kaum eine Vorstellung haben. www.brankosmon.de

Kontakt:
Earth Plastic View,  Tonia Heyckendorf | presse@earth-plastic-view.de | www.earth-plastic-view.de

Umwelt | Ressourcen, 24.07.2019

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