Am 9. Juli ist Europa der Fisch ausgegangen

Illegale Fischerei und Überfischung gefährden die weltweite Ernährungssicherheit

Am 9. Juli ist europäischer Fish-Dependence-Day: Seither hat die EU rechnerisch ihre jährlichen Fisch-Ressourcen aufgebraucht und ist für den Rest des Jahres ausschließlich auf Einfuhren zur Deckung der Nachfrage angewiesen. Der Tag ist in diesem Jahr rund einen Monat früher als noch im Jahr 2000. Illegale Fischerei und Überfischung gefährden die weltweite Ernährungssicherheit – Für ein Ende dieser schädlichen Praktiken, und um Verbraucher*innen dabei zu unterstützen, nachhaltige Entscheidungen beim Fischkauf zu treffen, muss die Transparenz in der globalen Fischerei verbessert werden.
 
Am 9. Juli 2019 geht Europa der Fisch aus. © EmilianDanaila, pixabay.comEuropa konsumiert deutlich mehr Fisch, als in EU-Gewässern gefangen oder in Fischfarmen gezüchtet werden kann. Die Konsequenz: Über die Hälfte der jährlich konsumierten Menge muss von außerhalb der EU importiert werden, und etwa die Hälfte dieser Einfuhren stammt aus Entwicklungsländern.
 
Extrembeispiel ist Österreich, das das erste europäische Land ist, dem der Fisch dieses Jahr ausgegangen ist: Seit dem 17. Januar ist das eigene Angebot ausgeschöpft. Deutschland schneidet ebenfalls nur mäßig ab: Wir sind bereits seit dem 4. Mai auf Importe angewiesen.
 
Der europäische Fish-Dependence-Day ist dieses Jahr ungefähr einen Monat früher als noch im Jahr 2000. Vor dreißig Jahren konnte Europa die Nachfrage nach Fisch sogar noch bis September oder Oktober aus heimischen Gewässern decken.
 
Obwohl sich einige europäische Fischbestände aufgrund von Maßnahmen im Rahmen der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU stabilisiert haben, sind immer noch zu viele Bestände überfischt und auch die Selbstversorgung der EU fällt nach wie vor zu gering aus: Nach Angaben der EU-Kommission gelten 41 % der untersuchten Fischbestände im Atlantik als überfischt. Diese Zahl liegt im Mittelmeerraum sogar bei 88 %. Überfischung betrifft auch die Fischbestände in Entwicklungsländern, die auf diese wertvolle Ressource angewiesen sind.
 
„Überfischung und illegaler Fischfang zerstören die marinen Ökosysteme und beeinträchtigen die Ernährungssicherheit auf der ganzen Welt", so Steve Trent, Geschäftsführer der Environmental Justice Foundation. „Transparenzmaßnahmen, wie sie in der EJF-Charta für Transparenz beschrieben sind, würden es Unternehmen und Verbraucher*innen ermöglichen, auf legalen, nachhaltigen und ethischen Fisch zurückzugreifen und der illegalen Fischerei sowie damit häufig einhergehenden Menschenrechtsverletzungen ein Ende zu bereiten. In Europa sind wir stark von Fischimporten abhängig, insbesondere aus Entwicklungsländern. Die EU sollte daher eine führende Rolle bei der Förderung von Transparenz und Nachhaltigkeit weltweit einnehmen."
 
Durchschnittlich konsumiert jeder europäische Bürger pro Jahr 22,7 kg Fisch und Fischprodukte. Portugal (55,3 kg), Spanien (46,2 kg), Litauen (44,7 kg), Frankreich (34,4 kg) und Schweden (33,2 kg) weisen die höchsten Werte in der EU auf.
 
Zusammen machen diese fünf Länder etwa ein Drittel des EU-Fischkonsums aus. Nur vier Länder produzieren so viel oder mehr als sie verbrauchen (Kroatien, die Niederlande, Irland und Estland). Die überwiegende Mehrheit der EU-Länder hingegen ist auf Fischimporte angewiesen.
 
Zahlen & Fakten:
Die siebte jährliche Aktualisierung des 2010 erstmals veröffentlichten Berichts zum Fish-Dependence-Day durch die New Economics Foundation (NEF), einem britischen Think Tank, enthält Angaben zum Selbstversorgungsgrad und zu den Fish-Dependence-Days verschiedener EU-Mitgliedstaaten. [Anmerkung: Da es keine Aktualisierung der NEF für 2019 gibt, wurde auf den Bericht vom Vorjahr zurückgegriffen.] Weitere Informationen finden Sie auf der Website
 
Kontakt: Georg Werner, Environmental Justice Foundation (EJF) | georg.werner@ejfoundation.org

Umwelt | Biodiversität, 08.07.2019
     
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