Eine Welt. Ein Klima. Für globale Entwicklung und Klimaschutz gemeinsam handeln! Engagieren Sie sich jetzt: www.allianz-entwicklung-klima.de

Zwei Drittel weniger Tagfalter

Intensiv-Landwirtschaft reduziert die Anzahl der Schmetterlingsarten

Verglichen mit Flächen in Naturschutzgebieten gibt es auf Wiesen mit angrenzender Intensivlandwirtschaft nicht einmal halb so viele Tagfalterarten. Die Zahl der Individuen sinkt sogar auf ein Drittel ab. Das zeigen die Untersuchungen eines Forschungsteams um Jan Christian Habel von der Technischen Universität München (TUM) und Thomas Schmitt von der Senckenberg Naturforschungsgesellschaft.

Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus) © Jan Christian Habel / TUMEtwa 33.500 Insektenarten sind in Deutschland heimisch - doch ihre Menge nimmt stetig ab. Von den 189 aktuell in Deutschland vorkommenden Tagfalterarten stehen 99 Arten auf der Roten Liste, fünf Arten sind bereits ausgestorben, weitere 12 Arten vom Aussterben bedroht.

Nun hat ein Team um Prof. Jan Christian Habel vom Lehrstuhl für Terrestrische Ökologie der TU München und Prof. Thomas Schmitt, Direktor des Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut im brandenburgischen Müncheberg, überprüft, wie sich die Intensität der landwirtschaftlichen Nutzung konkret auf die Tagfalter-Fauna auswirkt.

Verringerte Artenvielfalt in der Umgebung gespritzter Felder
Zu diesem Zweck haben die Forschenden auf 21 Wiesenflächen östlich von München das Vorkommen von Tagfalterarten erfasst. 17 dieser Areale liegen inmitten von landwirtschaftlich genutzten Flächen, vier in naturnah bewirtschafteten Naturschutzgebieten. Insgesamt 24 Tagfalterarten und 864 Individuen haben die Insektenforscher auf allen Flächen gezählt.

"Auf den Wiesen innerhalb der landwirtschaftlich genutzten Felder haben wir im Schnitt 2,7 Tagfalter-Arten pro Besuch gefunden, auf den vier Untersuchungsgebieten innerhalb der beiden geschützten Gebiete "Dietersheimer Brenne" und "Garchinger Heide" waren es durchschnittlich 6,6 Arten", ergänzt Prof. Werner Ulrich von der Copernicus-Universität im polnischen Thorn.

Besonders die Spezialisten unter den Faltern, die auf die naturnahen Areale angewiesen sind litten unter den neuen Bedingungen. Anpassungsfähigere Tiere fand die Gruppe auch auf den anderen Grünlandparzellen.

Negative Auswirkungen der industrialisierten Landwirtschaft erfordern Umdenken
"Unsere Ergebnisse zeigen einen klaren Trend: In der Nähe von intensiv bewirtschafteten, regelmäßig gespritzten Feldern ist die Vielfalt von Tagfaltern und ihre Anzahl deutlich geringer, als auf Wiesen in der Nähe von wenig bis ungenutzten Flächen.", sagt der Erstautor der Studie, Dr. Jan Christian Habel

"Unsere Studie unterstreicht die negativen Auswirkungen der industrialisierten konventionellen Landwirtschaft auf die Vielfalt der Tagfalter und zeigt, dass dringend umweltverträglichere Anbaumethoden benötigt werden. Weitere Untersuchungen vor Ort können zudem dabei helfen, einzelne für das Insektensterben verantwortliche Faktoren zu identifizieren und entsprechend entgegenzuwirken", schließt Schmitt.

Publikation:
J.C. Habel, W. Ulrich, N. Biburger, S. Seibold, and T. Schmitt
Agricultural intensification drives butterfly decline
Insect Conserv Divers, Feb. 7, 2019 DOI: 10.1111/icad.12343

Kontakt: Dr. Sebastian Seibold, Terrestrische Ökologie, Technische Universität München

Umwelt | Biodiversität, 20.03.2019
     
Cover des aktuellen Hefts

Ist die Party vorbei?

forum Nachhaltig Wirtschaften 03/2022 mit dem Schwerpunkt: Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft

  • Regeneratives Wirtschaften
  • Kapital für nachhaltiges Bauen
  • Der Champagner der Energiewende
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
11
OKT
2022
Frankfurter Zukunftskongress
Frische Ideen angewandt - Willkommen in der Zukunft!
60318 Frankfurt am Main
26
OKT
2022
"Klimaschutz mit Strategie"
Die Lieferkette von Vaude auf dem Prüfstand
online
Alle Veranstaltungen...
Zero Waste Vision. Mit der DIN SPEC 91436 Zertifizierung von TÜV SÜD Müll- und Abfallmengen nachhaltig reduzieren. Informieren Sie sich jetzt!

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Politik

"Ich will Spaß" oder "Flucht in die Panik"?
Christoph Quarch sieht die vor uns liegende Durststrecke als Weg in eine für alle bessere, nachhaltigere und humanere Gesellschaft
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

Wahre Preise

Corporate Social Responsibility

Datenschutzbeauftragter bei Kapitalunternehmen und Aktiengesellschaften

Work-Life-Balance in modernen Unternehmen

NFTs

decarbXpo

Mit Cradle to Cradle gesunde und kreislauffähige Innenräume gestalten

Festakt zum Jubiläum des IASS

  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Nespresso Deutschland GmbH
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • TourCert gGmbH
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Verka VK Kirchliche Vorsorge VVaG
  • Frankfurt University of Applied Sciences
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Global Nature Fund (GNF)
  • PEFC Deutschland e. V.