Umwelt | Wasser & Boden, 09.01.2019
Nach erfolgreicher Pilotphase in Afrika
Start der weltweiten Markteinführung des satellitengestützten „Regenmachers“
Nach dem erfolgreichen Abschluss einer zweijährigen Pilotphase im afrikanischen Sambia startet die BayWa AG nun die weltweite Markteinführung ihrer satellitengestützten Bewässerungslösung „VariableRain". Auf Grundlage von Satelliten- und Wetterdaten in Kombination mit dem Pflanzenwachstumsmodell Promet der Vista GmbH, München, wird der Wasserbedarf von Nutzpflanzen automatisiert berechnet. Landwirte können so möglichen Ertragseinbußen aufgrund von anhaltender Trockenheit oder Überbewässerung gezielt vorbeugen. Das spart Wasser- und Energieressourcen. Außerdem wird Staunässe und Nährstoffauswaschungen vorgebeugt. Das verbessert das Bodenleben und schont die Umwelt.
„Der außergewöhnlich heiße und trockene Sommer in Europa hat uns eindrucksvoll gezeigt, wie sich extreme Wetterereignisse als Folge des Klimawandels auf die lokale Versorgung mit Grundnahrungsmitteln auswirken können", sagt Klaus Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der BayWa AG. „Zur gleichen Zeit haben wir auf einem Pilotbetrieb in Afrika gezeigt, dass Landwirte auch bei knappen Ressourcen hohe Weizenerträge erzielen können, wenn sie Satellitendaten nutzen."Landwirte in Sambia können ihren Weizen nur in der Trockenzeit unter permanenter Beregnung anbauen. Als Quelle dienen natürliche Wasserreservoirs, die sich während der Regenzeit füllen. Aufgrund von zu hoher Trockenheit in den vergangenen Jahren haben sich in Sambia die Wasservorräte verringert. Dem Pilotbetrieb stand damit 2018 ein Drittel weniger Wasser zur Verfügung als im Vorjahr. Trotzdem hat er durch gezielte Bewässerung bis zu 25 Prozent mehr Weizen geerntet. Gleichzeitig wurde weniger Wasser und Energie, die zum Antrieb der Bewässerungstechnik dient, verbraucht. Die Wassereinsparungen während der Pilotphase lagen bei elf bis 30 Prozent.
Die in Sambia erprobten Ansätze der satellitenbasierten Bewässerung weitet die BayWa nun auch auf andere Regionen in Afrika, Nordamerika und Europa aus. Mit rund 70 Prozent Anteil gilt die Landwirtschaft als der weltweit größte Wasserverbraucher. Bis zum Jahr 2050 soll dieser Wert auf bis zu 89 Prozent steigen. Die Bewässerung gilt dabei als wichtigster Faktor.
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