Garten-PV - Der Mini-Solarpark fürs Eigenheim

Mehrheit der Deutschen sieht Bekleidungshersteller in der Verantwortung für ihre Liefererketten

Wegweisende Studie zeugt von mangelndem Vertrauen in die Aussagen der Modegiganten

Mehr Informationen zum Thema Alternative Ansätze für eine nachhaltige Bekleidungsindustrie lesen Sie in der Themenstrecke Slow Fashion in forum Nachhaltig Wirtschaften 4/2018.  
Laut einer jüngsten Umfrage ist die Mehrheit der Deutschen - 79 % - der Meinung, dass Bekleidungsfirmen mehr Informationen über ihr Umweltengagement und Maßnahmen zur Senkung der Umweltbelastung zur Verfügung stellen sollten. Dabei sehen 71% der Deutschen Bekleidungshersteller in der Verantwortung für ihre Liefererketten.
 
Hintergrund der Umfrage:
Die Stiftung Changing Markets und die Clean Clothes Campaign hat vom Marktforschungsunternehmen Ipsos MORI eine Umfrage durchführen lassen. Dabei wurden 7.701 Interviews in sieben Ländern (Vereinigtes Königreich, USA, Frankreich, Deutschland, Italien, Polen und Spanien) durchgeführt und pro Land jeweils mehr als 1.000 Interviews durchgeführt. Die Themen des Fragebogens bezogen sich unter anderem auf die Rechte und Entlohnung von Beschäftigten in der Bekleidungsproduktion, die Nutzung von Viskose im der Bekleidungsherstellung und nachhaltige Zertifizierungssysteme. Verbraucher im Alter zwischen 16 und 75 Jahren in wurden online befragt.
 
Warum ist das Thema besonders für Deutschland relevant?
Die Mehrheit der Deutschen sieht Bekleidungshersteller in der Verantwortung für ihre Lieferketten. © dianahenrystuff, pixabayDer Bekleidungsmarkt in Deutschland ist von weltweit signifikanter Bedeutung. 2017 belief sich der Wert der deutschen Textilwirtschaft auf geschätzte EUR 55,6 Milliarden. Sie ist damit die wertvollste in ganz Europa. Nach den Vereinigten Staaten ist Deutschland der zweitgrößte Importeur von Bekleidung. Laut Angaben des GfK Vereins aus dem Jahr 2015 kaufte etwa jeder vierte Konsument in Deutschland mindestens ein Bekleidungsstück mit einem Ökolabel wie Fairtrade, GOTS oder Textiles Vertrauen (Oeko-Tex).  
 
Grundtenor aus der Umfrage:
  • Starker Wunsch nach einem Richtungswechsel in der Bekleidungsindustrie: Die Mehrheit der deutschen Verbraucher ist skeptisch, wie nachhaltig die Modeindustrie sowohl in ökologischer als auch in sozialer Hinsicht agiert. Zwei Drittel der Deutschen (66 %) – ein größerer Anteil als in jedem anderen der insgesamt sechs untersuchten Kernmärkte der EU – wären bereit, mehr für Modemarken auszugeben, die den Beschäftigten in ihren Lieferketten gerechte Löhne zahlen.
  • Mangelndem Vertrauen: Nur jeder sechste Bundesbürger (15 %) glaubt, dass die Textilindustrie ihre Kunden über die Auswirkungen der Kleiderherstellung auf Mensch und Natur ausreichend informiert. Die Umfrage belegt, dass Verbraucher kein höheres Vertrauen in Luxusmarken im Vergleich zu Billiganbietern und Einzelhandelsketten haben.
Weitere Umfrageergebnisse:
  •  Transparenz:
    • Nur jeder sechste Bundesbürger (15 %) glaubt, dass die Textilindustrie ihre Kunden über die Auswirkungen der Kleiderherstellung auf Mensch und Natur ausreichend informiert.
    • Acht von zehn Deutschen (79 %), so das Ergebnis der Umfrage, sind der Ansicht, dass Bekleidungsfirmen mehr Informationen über ihr Umweltengagement und Maßnahmen zur Senkung der Umweltbelastung zur Verfügung stellen sollten.
  • Verantwortung:
    • Sieben von zehn (71 %) finden, dass die Hersteller für das, was in ihren Lieferketten geschieht, verantwortlich sein sollten und dafür Sorge tragen müssen, dass Kleidung auf umweltfreundliche Weise hergestellt wird.
    • Lediglich 13 % der Deutschen assoziieren die Marke Hugo Boss mit nachhaltigen Lieferketten – ebenso viele wie bei der Einzelhandelskette H&M – während gerade einmal 10 % der Befragten die Marke Gucci mit nachhaltigen Lieferketten in Verbindung bringen – 1 % weniger als beim Discounter Lidl, der 11 % erreichte.
  • Billiglöhne / Preise:
    • Fast drei Viertel der deutschen Bevölkerung (72 %) sind der Ansicht, dass die Modeindustrie den Beschäftigten in ihren Lieferketten grundsätzlich Billiglöhne zahlt.
    • 66 % (mehr als in jedem der anderen fünf untersuchten Kernmärkte der EU) wären bereit, zwischen 2 und 5 % mehr für teurere Kleidungsstücke auszugeben, wenn die Hersteller den an der Produktion beteiligten Arbeitern gerechte Löhne zahlen würden.
  • Vertrauen in Modemarken:
    • Jeder sechste Bundesbürger (14 %) hält die eigenen Angaben der Textilfirmen zum Thema Nachhaltigkeit für glaubwürdig.
    • Ein Viertel der Befragten geht davon aus, dass brancheninterne Selbstregulierung der effektivste Weg wäre, um von der Modeindustrie verursachte Umweltschäden zu minimieren.
    • 40 % der deutschen Verbraucher – mehr als in jedem anderen Umfrageland – geben an, keines der in der Umfrage genannten Unternehmen (Hugo Boss, Zalando und Lidl) mit nachhaltigen Lieferketten zu assoziieren.
Kontakt: Meike Schützek | info@meikeschuetzek.com | www.meikeschuetzek.com


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Frau Reiche – es reicht!

forum 03/2026

  • Resilienz
  • Klimafinanzierung
  • Wald
  • Startups
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
11
SEP
2026
Den Demokratie-Muskel stärken – Zusammen für das Gemeinwohl!
Training mit Christian Felber & Roman Huber
38489 Beetzendorf
11
SEP
2026
Den Demokratie-Muskel stärken
Live-Online-Training in Echtzeit mit Grit Bümann, Roman Huber, Christian Felber
online
22
OKT
2026
csrTAG 2026 – Nachhaltigkeit als Wirtschaftsfaktor
R³essourcen. R³esilienz. R³entabilität. - Ticketverkauf gestartet
A-6236 Alpbach
Alle Veranstaltungen...
POWTECH TECHNOPHARM 2026
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Sport & Freizeit, Reisen

Der Rummelplatz als Kulturgut
Christoph Quarchs Gedanken zur Volksfestzeit
Lassen Sie sich begeistern von einem Buch, das Hoffnung macht.
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Zukunft wird gemacht – nicht verwaltet

EEG: Strommarkt sollte viele einbinden, nicht wenige begünstigen

"I want you to act as if our house is on fire. Because it is."

Urlaub machen, wo die Feuerwehr im Dauereinsatz ist?

Neue Hitzewelle: Intakte Natur schützt vor Hitze und Trockenheit

Mit diesen 5 Besonderheiten wird die Tagung zum Event

"Angriff auf die Erneuerbaren Energien"

Neue dynamische Datenbank zur Generierung externer Materialdaten

  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • NOW Partners Foundation
  • Engagement Global gGmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • SUSTAYNR GmbH
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • 66 seconds for the future
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • WWF Deutschland
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • TÜV SÜD Akademie
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • ZamWirken e.V.