Wirtschaft | Führung & Personal, 01.01.2019
Das Sein bestimmt das Bewusstsein
Arbeitsumgebung beeinflusst Unternehmenskultur
Diesen Beitrag von Oliver Eitel, Haworth SE, finden Sie im B.A.U.M.-Jahrbuch 2019 - New Work.
Was, glauben Sie, ist ein Erfolgsfaktor von Unternehmen der Zukunft? Das Produkt? Die Lage? Die Geschichte? Oder die Mitarbeitenden? Die Boston Consulting Group befragte über 1.000 Führungskräfte und Mitarbeitende aus 40 Ländern – und das Ergebnis war eindeutig: Die Mitarbeitenden stehen im Fokus des Unternehmenserfolgs. Doch eines ist sicher: Nur Unternehmen, welche agil arbeiten und die geeigneten Rahmenbedingungen bieten, können Know-how langfristig binden.Know-how gewinnen und binden
Mitarbeitende wünschen sich ein Arbeitsumfeld, das sowohl Kreativität als auch Effektivität unterstützt. Junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind deutlich flexibler in den Gehaltsverhandlungen, wenn das Umfeld passt. Ein Kicker oder Billardtisch in der Firma ist eine Sache; damit hat man aber noch keinen Pitch gewonnen. Der Raum als Werkzeug, der Mitarbeitende dazu befähigt und motiviert, ihr volles Leistungsspektrum abzurufen – das gilt heutzutage als Rahmenbedingung. Doch nicht jeder, dem man einen Hammer in die Hand drückt, wird gleich ein guter Handwerker. Und ebenso bedarf es der richtigen Arbeitsweisen, das Werkzeug „Raum" richtig einzusetzen. Die vielen Methoden, die unter dem Begriff „New Work" zusammengefasst sind, sind auch nicht immer sinnvoll. Eine Veränderung der Unternehmenskultur ist ein heikler Prozess, der lange dauern kann und für den man sich auch die richtigen Experten an die Seite nehmen sollte.
Mut zur Unvollkommenheit
Nehmen wir als Beispiel die Methode des Design Thinkings. Dieses Werkzeug zu nutzen, erfordert den klaren Willen, etwas verändern zu wollen. Denn es bedeutet auch, „unfertige" Produkte im Markt zu testen und durch wiederholte Entwicklungsschleifen das Produkt konstant zu verbessern. Hat man nun ein Team, das Design Thinking beherrscht, hat dafür aber nicht das geeignete Arbeitsumfeld, das flache Hierarchien und Teamarbeit unterstützt, wird es schwer, diese Arbeitsweise auf Dauer zu fördern.
Umgekehrt reicht eine Veränderung der Arbeitsräume alleine nicht aus, Design Thinking langfristig zu etablieren. Eine räumliche und gestalterische Veränderung ist somit ein erstes und klares Zeichen des Unternehmens in Richtung der Mitarbeitenden: Es tut sich was; Veränderung ausdrücklich erwünscht. Das kann wichtige Impulse setzen und langfristig Einfluss auf die Unternehmenskultur haben – vor allem in der Außenwirkung. Denn das Wort der Mitarbeitenden trägt weit und macht diese zu Markenbotschaftern außerhalb der Arbeitswelt. Das führt dazu, dass agile Unternehmen für Kunden, aber vor allem für Fachkräfte interessant werden. Sich als innovatives Unternehmen über die Produkte hinaus zu positionieren, führt mittelfristig zur Gewinnung von jungen und erfahrenen Talenten. Und genau deren Know-how ist das Gold der Gegenwart, das nachhaltig zum ökonomischen Erfolg beiträgt.
Flexible Arbeitsformen – Vorteile für alle
Flexible Arbeitsformen führen häufig zu Home-Office-Regelungen. Viele Unternehmen haben sich über Jahre dagegen gewehrt. Die Vorteile sind aber nicht mehr wegzureden. Zum einen ermöglicht es Mitarbeitenden deutlich mehr Flexibilität in der Gestaltung ihrer Arbeitswelt und bringt diese in Einklang mit privaten Herausforderungen. Junge Familien kämpfen schließlich oft mit Kita-Abholzeiten versus Präsenz am Arbeitsplatz.
Zum anderen rückt der ökologische Fußabdruck immer mehr in den Fokus. So verringern Home-Office- Lösungen die Zahl der Pendler und geben Unternehmen mehr räumlichen Spielraum. Nicht mehr jeder Quadratmeter muss dadurch ein klassischer Arbeitsplatz sein. Immer häufiger finden Lounges und Co- Working-Bereiche in den Firmen ihren Platz. Ein Kunde des Büromöbelausstatters Haworth zum Beispiel sendet seinen Mitarbeitenden dank smarter Sensoren an den Arbeitsplätzen morgens eine Nachricht auf das Smartphone, wenn die Auslastung der Arbeitsräume kritisch ist, und bietet ihnen an, im Home Office zu bleiben. So können Raum- und Personalressourcen geplant und clever eingesetzt werden.
Nachhaltig, ökologisch und sozial verträglich
Nachhaltig, ökologisch und sozial verträglich können sich Unternehmen schon heute mit diesen Mitteln auf die Arbeitswelt der Zukunft vorbereiten. Es bedarf dabei der Erkenntnis, dass sich etwas verändert, und der Bereitschaft, mit diesen Veränderungen mitzugehen und sich mit den richtigen (human) Ressourcen auch darauf vorzubereiten. Schon bei fast 40 Prozent aller Unternehmen in Deutschland ist Home Office mittlerweile üblich. Der amerikanische Büromöbelhersteller zum Beispiel beschäftigt 30 Prozent aller deutschen Mitarbeitenden im Home Office – natürlich immer mit der Option, einen der eigenen Standorte zu nutzen, um sich mit Kollegen oder Kunden auszutauschen – so ganz offline. Denn der Austausch von Ideen und Erfahrung, das Netzwerken unter Kollegen und ein gemeinsamer Kaffee sind doch im echten Leben noch am besten.
Oliver Eitel ist Marketing Manager für Haworth in Deutschland und der Schweiz. Auf seinen bisherigen Stationen war er als Spezialist für Digitalisierung und neue Arbeitsformen tätig. Der digitale Wandel hat sein berufliches Leben geprägt – als Berater für Verlage wie F.A.Z. oder als Marketing Manager der Bewertungsseite Yelp.
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