66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen

Grünes Silvester – nachhaltig feiern

Müllberge in den Straßen und dicke Luft durch Feinstaub und Böllerdreck

Für die Umwelt ist die Silvesternacht kein Grund zum Feiern. Dabei geht es auch anders. Grüne Partys liegen im Trend! Der Nachhaltige Warenkorb des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) zeigt, worauf man bei der Partyplanung achten sollte, um ein großartiges Fest zu feiern – ohne Qualm, Blei, hohe Stromkosten und Einweg-Geschirr.
 
Auf Raketen und Böller verzichten
Für die Umwelt ist Silvester kein Grund zu feiern. Doch es geht auch anders. © nickgesell, pixabay.comFast 4.500 Tonnen Feinstaub werden pro Jahr durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern freigesetzt, der größte Teil davon in der Silvesternacht. Das entspricht in etwa 15,5 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge. Dazu stellen Raketen und Böller an Silvester eine Gefahr für Mensch und Tier dar. Verzichten Sie lieber auf Feuerwerkskörper und sparen Sie sich das Geld dafür. Für alle, denen ohne romantischen Feuerschein etwas fehlt, ist eine Feuertonne im Garten eine schöne Alternative. Schreiben Sie Wünsche fürs neue Jahr auf einen Zettel und verbrennen Sie diese gemeinsam um Mitternacht. Das neue Jahr können Sie auch wunderbar mit einem Blick in die Zukunft beginnen: zum Beispiel mit Wachsgießen, der umweltschonenden Variante des seit 2018 verbotenen Bleigießens.
 
Zeit für einen Abend mit Freunden
Anstatt Feuerwerk und lauter Knallerei veranstalten Sie doch einen Spieleabend mit Freunden – frei nach dem Motto Zeit statt Zeug. Den Abend versüßen Sie sich und Ihren Lieben zum Beispiel mit selbst gebackenen Glückskeksen. Die hierfür notwendigen Zutaten gibt es mit dem Fairtrade-Label und dem Bio-Siegel zu kaufen.
 
Lassen Sie die Korken knallen
Beim Kauf von Wein oder Sekt hilft das ECOVIN-Siegel. Wer mit Säften, Zimt und Anis eine Bowle oder einen Punsch zubereiten möchte, kann statt konventioneller Produkte auf siegelzertifizierte Zutaten zurückgreifen. Auch Schnaps und Bier gibt es mittlerweile in vielen Supermärkten mit Bio-Siegel oder direkt aus der Region zu kaufen. Achten Sie bei Getränken generell auf Mehrwegflaschen, da diese über das Mehrwegsystem mehrfach wieder befüllt werden. Leitungswasser kann in Glaskaraffen stilvoll aufbereitet und durch einen Wassersprudler mit Kohlensäure versetzt werden. Zitronenscheiben oder Minzblätter verleihen Geschmack und Frische – in dieser Form eine gute Alternative zu Limonaden aus Plastikflaschen.
 
Partyverpflegung: regional, saisonal und bio
Auch bei Silvesterklassikern wie Fondue, Raclette oder Buffet gilt: am besten regional, saisonal und bio. Wer den Einkauf gut plant, stellt sicher, dass nicht zu viel gekauft und später weggeworfen wird. Abgepackte Lebensmittel lassen sich vermeiden: Fingerfood, Gemüse und Obst gibt es lose in fast jedem Supermarkt oder auf regionalen Märkten. Verschiedene Labels aus dem Lebensmittelbereich helfen bei der Orientierung.
 
Energiespartipps bei der Beleuchtung
Die richtige Beleuchtung hat einen großen Effekt auf die Stimmung Ihrer Silvesterparty, doch leider auch auf die Stromrechnung. Um Strom zu sparen, bieten sich Lichterketten und Lampen mit langlebigen LED-Lichtern an. Wie energiesparend die Produkte sind, lässt sich am EU-Energielabel ablesen. In der Regel erreichen LED-Lampen die höchsten Effizienzklassen. Als stimmungsvolle Beleuchtungsalternative kommen auch Kerzen infrage – am besten aus Bienenwachs.
 
Müllvermeidung beim und nach dem Feiern
Das neue Jahr startet mit einem blauen Sack voller Einweg-Geschirr? Lieber nicht! Leihen Sie sich das Geschirr einfach aus, zum Beispiel bei Freunden und Nachbarn oder bei einem professionellen Geschirrverleih. Feiern Sie im kleineren Rahmen, bitten Sie doch Ihre Gäste, sich Teller und Becher selbst mitzubringen. Accessoires wie Strohhalme aus Plastik können Sie durch nachhaltigere Produkte – etwa aus Bambus oder Metall – ersetzen.Lebensmittelabfälle lassen sich gemeinschaftlich vermeiden. Wer am ersten Januar Nachbarn oder Freunde zum Resteessen einlädt, bereitet anderen noch eine Freude. Möglich ist es auch, die übrig gebliebenen Speisen über Foodsharing anzubieten. Oder Sie schreiben in Ihre Einladungen direkt rein, dass Ihre Gäste sich eine Dose für Reste mitnehmen sollen. So kann jeder etwas mitnehmen, nichts bleibt liegen und das neue Jahr startet direkt köstlich.
 
Der Nachhaltige Warenkorb
Nachhaltig konsumieren ist heute schon möglich: Wie es geht, zeigt der Nachhaltige Warenkorb des Rates für Nachhaltige Entwicklung. Der Einkaufsführer weist auf nachhaltige Konsumalternativen hin und gibt mit Faustregeln Orientierung für konkrete Konsumentscheidungen zu Lebensmitteln, Reisen und Mobilität, Wohnen und Bauen, Haushalt und Elektronik, Mode und Kosmetik. Zudem bietet er Bewertungen von Siegeln und Produktkennzeichnungen. Der Nachhaltige Warenkorb wird jährlich unter wissenschaftlicher Begleitung aktualisiert. Er ist als Broschüre erhältlich und im Internet. www.nachhaltiger-warenkorb.de
 
Kontakt: Gunnar Hansen, Projektbüro „Nachhaltiger Warenkorb" | kontakt@nachhaltiger-warenkorb.de | www.nachhaltiger-warenkorb.de


     
        
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