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Ein Fonds für mehr Nachhaltigkeit

Interview mit Prof. Dr. Maximilian Gege

Da der Begriff „nachhaltig" nicht geschützt ist, kann sich jedes beliebige Finanzprodukt mit dem Prädikat „Nachhaltigkeit" schmücken, ohne dass für den Kunden ersichtlich ist, mit welchen Anlagekriterien der Fondsinvestor operiert. Das Magazin Öko-Test nahm Ende September 30 Fonds unter die Lupe. Bei 
jedem dritten grünen Mischfonds kritisierten die Prüfer mangelnde Transparenz …

© B.A.U.M. e.V.Der B.A.U.M.-Vorsitzende Prof. Dr. Maximilian Gege hat mit seinem Team ein umfassendes Konzept und eine innovative Analyse- und Bewertungsmatrix entwickelt, um interessante Unternehmen weltweit zu selektieren und zu bewerten. Hierzu gründete der Umweltökonom die Green Growth Futura (GGF) GmbH, eine Analyse- und Research-Agentur und brachte im Oktober diesen Jahres gemeinsam mit der GLS Bank den B.A.U.M. Fair Future Fonds auf den Markt. Im Interview verrät der Initiator, was den Fonds und seine neue Beratungsgesellschaft auszeichnet.

Herr Professor Gege, warum ist nachhaltiges Investieren wichtig?
Nachhaltiges, verantwortungsbewusstes Investieren ist ein wirksamer Hebel zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung. Es ist von entscheidender Bedeutung, Kapitalmärkte und Finanzströme so umzuleiten, dass nachhaltig wirtschaftende Unternehmen, besonders Mittelständler, finanziell gestärkt werden. Bisher wird das Kapital überwiegend in global agierende Großunternehmen investiert. Zwar achten viele Menschen im Alltag schon sehr auf einen nachhaltigen Lebensstil und bevorzugen eine umweltfreundliche Mobilität, regionale oder Bioprodukte und verantwortungsvolle Hersteller. Aber sie hinterfragen oft nicht, wie die Banken mit ihren Einlagen umgehen. Sie fragen nicht „wohin" ihr Geld von den Banken investiert wird und ob sich das mit eigenen Überzeugungen deckt. Dabei könnten mit Anlegergeldern z.B. der Klimaschutz durch erneuerbare Energien und Energieeffizienz vorangetrieben, Gesundheits? oder Bildungsprojekte gefördert, nachhaltige Mobilität forciert oder Ressourceneffizienz intensiviert werden.

Der Nachhaltigkeitsbeirat der Green Growth Futura GmbH
  • Prof. Dr. Klaus-Michael Ahrend
    Vorstand, HEAD
  • Prof. Dr. Günther Bachmann
    Generalsekretär, Rat für Nachhaltige Entwicklung
  • Prof. Dr. Alexander Bassen
    Universität Hamburg
  • Michael Beier
    Geschäftsführer, Heinz-Sielmann-Stiftung
  • Prof. Dr. Maximilian Gege
    Vorsitzender, B.A.U.M. e.V
  • Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald
    Humboldt-Universität zu Berlin
  • Dr. Monika Griefahn
    ehemalige Umweltministerin Niedersachsen
  • Kristina Kara
    Vorstand, B.A.U.M. e.V.
  • Prof. Dr. Claudia Kemfert
    Energieökonomin
  • Marc Pfizenmaier
    GLS Nachhaltigkeitsresearch
  • Heinz Thomas Striegler
    Ltd. Oberkirchenrat, Evang. Kirche Hessen und Nassau
  • Volker Weber
    Vorstandvorsitzender, Forum Nachhaltige Geldanlagen
  • Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker
    Co-Präsident, Club of Rome
  • Dr. Heinz Wings
    ehem. Vorstandsvorsitzender, Sparda-Bank Hamburg
Was macht für Sie ein nachhaltiges Investment aus?
Bestimmte Branchen und Produkte lassen sich mit Nachhaltigkeit gar nicht vereinbaren. Dazu gehören Kohleförderung, Ölindustrie, Rüstung, Alkohol und andere Suchtmittel. Außerdem müssen natürlich alle Unternehmen ausgeschlossen werden, die mit Hilfe von Kinderarbeit produzieren, Steuern hinterziehen und Korruption zulassen oder sonst gegen die Menschenrechte verstoßen. Auch die Geschäftsfelder müssen kritischer als bisher auf konkrete Beiträge zur Erreichung der 17 Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen bewertet werden. Ein nachhaltiges Investment sollte mindestens zu einem der 17 SDG aktiv beitragen, also Armut bekämpfen, zum Klimaschutz beitragen, Biodiversität fördern, Ressourcen schonen usw.

Muss man bei einem Fonds, der vor allem in nachhaltige Unternehmen investiert, nicht mit einer schlechteren Performance rechnen?
Nein, ganz und gar nicht. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass dies nicht der Fall ist. Nachhaltige Aktienwerte haben sich in der Vergangenheit besser oder mindestens gleich gut entwickelt wie Werte, die keine Nachhaltigkeitsgesichtspunkte beachten. Auch die sogenannten Nebenwerte weisen in vielen Fällen eine hervorragende Performance auf.

Es gibt schon viele Nachhaltigkeitsfonds auf dem Markt. Was zeichnet den B.A.U.M. Fair Future Fonds aus?
Der B.A.U.M. Fair Future Fonds legt einen Fokus auf Anlagen in kleine und mittelständische Unternehmen, die bereits nachhaltig wirtschaften oder solche, die sich glaubhaft auf den Weg machen, ihre Geschäftstätigkeit nachhaltig neu auszurichten. In einem mehrstufigen Prozess werden Unternehmen identifiziert, die neben ökonomisch nachhaltigen Kennzahlen auch eine ökologische, soziale oder kulturell nachhaltige Ausrichtung vorweisen können. Dabei handelt es sich oft um familiengeführte Unternehmen, oft um Hidden Champions, aber immer um Unternehmen, die einen konkreten Beitrag zu einer etwas besseren Welt leisten, etwa in den Bereichen Klimaschutz, Erneuerbare Energien/Energieeffizienz, nachhaltige Mobilität, Digitalisierung/Künstliche Intelligenz, Cyber Security, Ressourcenschutz, Wasser, Biodiversität, Armutsbekämpfung oder Gesundheit.

Wie funktioniert Ihr Verfahren genau?
Alle Unternehmen werden nach eigens erstellten Ausschlusskriterien überprüft. Diese Überprüfung sorgt schon zu Beginn dafür, dass Unternehmen aussortiert werden, deren Aktivitäten unseren Nachhaltigkeitszielen und -werten widersprechen und ist bereits ein K.-o.-Kriterum für Branchen, wie Rüstungsindustrie, Mineralölkonzerne, Bergbauunternehmen etc.

Anschließend werden die verbleibenden Fondskandidaten auf Nachhaltigkeit getestet und jene ausgewählt, die sich für die Erreichung der 17 SDG der UN und somit für eine nachhaltigere Welt einsetzen.

Das möchten wir noch etwas genauer wissen
Unternehmen, die nicht aufgrund eines Ausschlusskriteriums aussortiert wurden, durchlaufen in der Folge ein von Green Growth Futura GmbH und B.A.U.M. e.V. entwickeltes Nachhaltigkeitsrating, das 73 Einzelfragen umfasst. Wir sammeln alle zugänglichen und für den Prüfprozess relevanten Informationen, werten Nachhaltigkeits- und CSR-Berichte oder vergleichbare Unternehmensberichte, Angaben zum Carbon Disclosure Project (CDP), ergänzende Regeln und Leitsätze, wie z.B. Verhaltens- und Lieferantencodizes, Wesentlichkeitsanalysen, sowie Veröffentlichungen auf der Homepage und weitere Medienberichte aus. Fragen, die sich nicht durch öffentlich zugängliche Quellen (z.B. Nachhaltigkeits- und Geschäftsberichte etc.) beantworten lassen, werden durch aktive Rücksprache mit dem Unternehmen und ggfls. durch Vor-Ort-Besuche geklärt. Erreicht ein Unternehmen in der Nachhaltigkeitsanalyse 70 Prozent oder einen höheren Prozentsatz, erfolgt dessen Aufnahme in die Empfehlungsliste, die ein Nachhaltigkeitsbeirat bewertet.

Dieser Beirat ist mit 14 herausragenden Persönlichkeiten besetzt, die aus sehr unterschiedlichen Disziplinen kommen und ihre jeweilige Perspektive auf das Thema Nachhaltigkeit einbringen. Der Nachhaltigkeitsbeirat entscheidet damit in letzter Instanz über die Aufnahme in unser Anlageuniversum.

Herr Prof. Gege, wir danken für das Gespräch.
 
Die wichtigsten Eckdaten des Fonds im Überblick:
Fondsname
 B.A.U.M. Fair Future Fonds
 ISIN
 DE000A2JF709
 Anlageschwerpunkt  Aktienfonds Europa, Small/Mid Caps
 Ausgabeaufschlag  maximal 3,00 %
 laufende Kosten p.a.  1,95 %
 Mindestanlage  ein Anteil
 Sparplan möglich?  bald möglich
 Ertragsverwendung  ausschüttend
 Asset Manager  GLS Bank
 KVG  Universal-Investment
 erfolgsabhängige Gebühr p.a.  bis zu 15% (Performance über 6%, High Water Mark)
 Währung  Euro
 Anteilsklasse  Retail
 Lead Manager  Prof. Dr. Maximilian Gege

Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 04/2018 - Frauen bewegen die Welt erschienen.



     
        
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  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
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