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Landwirtschaft am Scheideweg

Nur eine ökologische Landwirtschaft kann zehn Milliarden Menschen ernähren

Eine ausführliche Langfassung der Streitschrift können Sie online nachlesen.
 
Das heute dominierende System der industriellen Intensivlandwirtschaft ist nicht in der Lage, die Weltbevölkerung im 21. Jahrhundert zu ernähren. Im Gegenteil: Es stellt die Sicherheit der Ernährung zusehends in Frage, weil es massiv das Klima schädigt, die Bodenfruchtbarkeit zerstört, die Wasservorräte erschöpft und den Artenschwund beschleunigt. Es droht damit seine eigenen Grundlagen innerhalb weniger Jahrzehnte zu vernichten.
 
Nur eine ökologische Landwirtschaft kann zehn Milliarden Menschen ernähren. © wobogre, pixabay.comDie Streitschrift, mit der das Institut für Welternährung in die gegenwärtige Diskussion eingreift, zeigt grundsätzlich und faktisch, dass ein Kurieren an Symptomen die Aussichten nicht verbessert, auch nicht mit kleinen ökologischen Teilschritten. Jetzt geht es um eine grundlegende Veränderung, um ein innovatives Agrar- und Ernährungssystem, das sich in biologische Kreisläufe und ökologische Netzwerke einpasst, das auf soziale Beziehungen und ökonomischem Ausgleich setzt und damit die Ernährung auf Generationen hinaus sichert, ohne die ökologischen Grenzen unseres Planeten zu überschreiten.
 
Die Streitschrift setzt auf eine ökologische Landwirtschaft weltweit. Sie geht über die hierzulande zertifizierten Verfahren hinaus und richtet sich auf ein erweitertes Verständnis, das auch ökologische Praktiken ernst nimmt, wie sie in großen Teilen der Welt seit langem betrieben werden. Es geht um eine Landwirtschaft, die auf die Kraft des Bodens setzt, auf vielfältige Fruchtfolgen, auf Artenvielfalt und auf das traditionelle Wissen aller Beteiligten. Durch Anleitung, Ausbildung und praxisnahe Forschung kann sie ihre Erträge entscheidend verbessern, ja verdoppeln. So können kleinbäuerliche Höfe zu ertragreichen Unternehmungen werden, und so kann ökologischer Landbau unter Wahrung seiner Prinzipien dort, wo es erforderlich ist, auch industrielle Züge annehmen.
 
Die Streitschrift widerspricht vehement den umlaufenden Behauptungen, der Ertrag einer erweiterten ökologischen Landwirtschaft reiche zur Ernährung der Menschheit nicht aus, ihre Produkte seien für die Armen nicht bezahlbar, und die konventionelle Landwirtschaft sei längst dabei, die berechtigten Anliegen des ökologischen Denkens in ihrer Betriebsführung einzusetzen. Keiner dieser Einwände ist stichhaltig.
 
Die Streitschrift drängt zum Handeln, weil die Intensivlandwirtschaft die Böden fortschreitend entkräftet, den Klimawandel beschleunigt und damit bereits heute die Ernährung des Planeten gefährdet.
 
Da sich die deutsche wie die europäische Agrar- und Ernährungspolitik in selbstgewählte Abhängigkeit von den Markt- und Machtinteressen der großen Agrarund Ernährungskonzerne begeben hat, setzt die Streitschrift vor allem auf die Impulse der Zivilgesellschaft. Sie ruft dazu auf, die gegenwärtige politische Blockade durch zivilgesellschaftliche Aktionen zu durchbrechen:
  • Die Zivilgesellschaft setzt Signale der Veränderung durch Desinvestment aus den Aktien der Agrar- und Ernährungsindustrie.
  • Sie schafft Vorbilder, indem sie darauf dringt, dass Kommunen und Kirchen für ihren großen Grundbesitz nur noch Pachtverträge abschließen, die ökologisches Wirtschaften fördern.
  • Sie verlangt, dass Öffentliche Mittel der Bundesrepublik wie der Europäischen Union nur für ökologische Leistungen der Landwirtschaft vergeben werden.
  • Sie unterstützt die neue Ernährungsbewegung in Deutschland, die ökologische Ernährungskonzepte als Teil lokaler und regionaler Politik entwickelt.
  • Sie fordert, dass Pestizide aus der Produktion verbannt werden, ebenso wie Antibiotika aus der Tierhaltung.
Die ökologische Transformation der Landwirtschaft ist eine globale Herausforderung. Auf diesem Kontinent startet sie als ein europäisches Projekt. Sie beginnt in den Regionen, getragen von einer wachen Bürgerschaft.
 
Lesen Sie online auch die Langfassung der Streitschrift.  
 
Kontakt:
Dr. Wilfried Bommert, WORLD FOOD INSTITUTE – INSTITUT FÜR WELTERNÄHRUNG e.V.


     
        
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