Hambacher Wald: Bundesregierung soll vermitteln

Kampagne „Kohlestopp global“ gestartet

Zur Sitzung der Kohlekommission am heutigen Dienstag appelliert die Klima-Allianz Deutschland an die Bundesregierung, vermittelnd in den Konflikt um den Hambacher Wald und Zwangsumsiedlungen einzugreifen. Damit einher geht der Appell an RWE, jegliche Zerstörung im Wald zu unterlassen. Das Bündnis aus Kirchen, Betroffenen-, Umwelt- und Entwicklungsverbänden appelliert eindringlich an den Energiekonzern, die Rodungsarbeiten und weitere Zwangsumsiedlungen zumindest solange ruhen zu lassen, bis die Kohlekommission einen Fahrplan für einen Kohleausstieg erarbeitet hat und Klarheit darüber herrscht, wie viel Braunkohle überhaupt noch gefördert werden soll.
 
Beim Thema Hambacher Wald soll die Bundesregierung vermitteln. © Picography, pixabay.comDazu erklärt Eberhard Brandes, geschäftsführender Vorstand des WWF: „Das von RWE geplante komplette Abholzen des Hambacher Waldes ist inakzeptabel. Wir dürfen der schmutzigen Braunkohle nicht weiter unsere natürlichen Lebensgrundlagen opfern – dafür ist der Erhalt des Hambacher Waldes zum Symbol geworden. Heute verfeuert ausgerechnet Deutschland mehr klimaschädliche Braunkohle als jedes andere Land der Erde. Das muss aufhören. Auch RWE muss sich von der naturzerstörerischen und gesundheitsgefährdenden Kohleverfeuerung lossagen und auf klimaneutrale Zukunftstechnologien setzen. Die Bundesregierung darf nicht weiter tatenlos zusehen, wie ein Unternehmen und eine Landesregierung Fakten schaffen, während in der Kohlekommission verhandelt wird, ob die Braunkohle unter dem Hambacher Wald überhaupt noch verfeuert werden darf. Bei einem Kohleausstieg entlang der Zeile des Pariser Klimaabkommens und der deutschen Klimaziele werden die genehmigten Braunkohletagebaue in Deutschland drastisch verkleinert werden müssen. Wir fordern die Bundesregierung auf, jetzt auf RWE und die NRW-Landesregierung einzuwirken, um das geplante Abholzen des Waldes zu verhindern, mindestens aber auszusetzen solange die Kohlekommission noch verhandelt."
 
Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von Misereor, erklärt: „Bereits heute sind die Folgen des Klimawandels hier und noch stärker in vielen Ländern des Globalen Südens sicht- und spürbar, etwa durch zunehmende Hitzewellen, Dürren oder Überschwemmungen. Insbesondere Braunkohlekraftwerke tragen wegen ihres hohen Ausstoßes an Treibhausgasen massiv zum Klimawandel und damit auch zu zum Teil verheerenden Folgen für Mensch und Mitwelt bei. Wir brauchen daher einen schnellen Kohleausstieg; und zwar nicht nur in Deutschland, sondern global."
 
Misereor hat gestern seine Kampagne „Kohlestopp global" gestartet.
 
Peter Immekus, 1. Vorsitzender des Netzwerks Bergbaugeschädigter des rheinischen Braunkohlenreviers, sagt: „Der sozialverträgliche Ausstieg aus der Kohleverstromung zur Umsetzung der Klimaziele von Paris gehört zu den drängendsten Aufgaben unserer Zeit. Der Strukturwandel muss so organisiert werden, dass er neue Perspektiven in den Braunkohlerevieren schafft. Bei vielen Menschen, die in der Kohleverstromung arbeiten oder von der Umsiedlung durch einen Tagebau bedroht sind, herrscht hohe Unsicherheit über ihre Zukunft. Wir brauchen jetzt eine konsequente Strategie, die den Klimaschutz entlang der Ziele des Pariser Klimaabkommens befördert, Planungssicherheit für Unternehmen und Arbeitnehmer schafft und vom Strukturwandel betroffene Menschen und Regionen gezielt unterstützt."
 
Hintergrund:
Naturschutzrechtlichen Vorschriften zufolge beginnt die Rodungssaison erst am 1. Oktober. RWE hat zudem nach Aufforderung des OLG Münster ein Stillhalteabkommen unterzeichnet, bis zum 14. Oktober keine Bäume zu fällen. Wie das DIW und andere wissenschaftliche Institute zeigen, wird ein Zugriff auf die Braunkohle unter dem wertvollen Hambacher Wald und vielen Dörfern nicht mehr nötig sein, sodass diese vor einer Zerstörung bewahrt werden können.
 
Auf der Website Kohlestopp global von Misereor finden Sie weitere Informationen. 
 
Die Klima-Allianz Deutschland ist das breite gesellschaftliche Bündnis für den Klimaschutz. Mit ihren 115 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Umwelt, Kirche, Entwicklung, Bildung, Kultur, Verbraucherschutz, Jugend und Gewerkschaften setzt sie sich für eine ambitionierte Klimapolitik und eine erfolgreiche Energiewende auf lokaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene ein. Ihre Mitgliedsorganisationen repräsentieren zusammen rund 20 Millionen Menschen.
 
Kontakt:
Julia Dittmann, Klima-Allianz Deutschland | julia.dittmann@klima-allianz.dewww.klima-allianz.de

Umwelt | Naturschutz, 18.09.2018
     
Cover des aktuellen Hefts

Systemwandel - wie wird die große Transformation zur Realität?

forum Nachhaltig 04/2021 stellt sich grundlegenden Fragen zur Veränderung

  • Bildung & SDG
  • Gesellschaft & Politik
  • Finanzen & Klimaschutz
  • Kreislaufwirtschaft & Lieferketten
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
26
JAN
2022
my-si Webinar: Ganzheitlich nachhaltig
Warum man sich bei der Geldanlage nicht auf Prognosen verlassen sollte
online
27
JAN
2022
Vom Klimanotstand der Welt
Dr. Daniel Klein & Luisa Neubauer: „Jahrzehnt der Klimaklagen? Gerichtliche Klimaverfahren – ein Überblick“
online
01
APR
2022
SensAbility - The WHU Impact Summit
Invest. Innovate. Inspire.
56179 Vallendar & online
Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Digitalisierung

"Ask Delphi"- Bots können nur rechnen aber kein Gewissen ersetzen
Christoph Quarch will Entscheidungen ethischer Fragen nicht Algorithmen überlassen
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

Wiener KI-Spezialist in der Weltspitze bei Sprachverarbeitung angekommen

Regelsystem PAUL wird weiter von der BAFA gefördert

Asahi Kasei produziert nachhaltiges Acrylnitril – Biopropylen als Grundstoff

Fristads Green High Visibility

Ganzheitlich nachhaltig: Warum man sich bei der Geldanlage nicht auf Prognosen verlassen sollte

AZuR für Recircle Award nominiert

Bosswerk stellt zwei neue Hybrid-Wechselrichter mit AC und DC Kopplung für private Haushalte und kleine Gewerbebetriebe vor: BW-HY3600 und BW-HY4600

Signifikante Zeit-, Kosten- und Arbeitseinsparungen im E-Bus-Flottenmanagement

  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • PEFC Deutschland e. V.
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Verka VK Kirchliche Vorsorge VVaG
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • TourCert gGmbH