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Fischbestände erholen sich zu langsam

Kritik am kritisieren Fischereimanagement der EU

Das STEFC (Scientific, Technical and Economic Committee for Fisheries) kommt zum Schluss, dass sich die Fischbestände zu langsam erholen – Fischereibranche ist auf gesunde Fischbestände angewiesen – Deutsche Umwelthilfe und Our Fish fordern Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf, für niedrigere Fangquoten einzutreten
 
 
Die Fischereibranche ist auf gesunde Fischbestände angewiesen © anaterate, pixabay2014 haben sich die EU-Mitgliedsstaaten rechtlich dazu verpflichtet, die Überfischung in den europäischen Gewässern bis spätestens 2020 zu beenden. Von diesem Ziel ist die EU jedoch noch entfernt, wie der jüngst am 24.4.2018 veröffentlichte STECF-Bericht zeigt. Demzufolge konnten seit 2003 bereits Fortschritte beim Wiederaufbau der Fischbestände erzielt werden: Die Überfischung von 70 Prozent der untersuchten Bestände konnte auf 40 Prozent in den europäischen Gewässern reduziert werden. Jedoch hat sich die positive Entwicklung in den letzten Jahren stetig verlangsamt. Aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe und Our Fish ist dies ein besorgniserregender Trend.

Im STECF-Bericht wird bemängelt, dass immer noch nicht ausreichende Daten zur Verfügung stehen, um verlässliche wissenschaftliche Einschätzungen der Fischbestände in Nord- und Ostsee vorzunehmen. Nur für 22 Fischbestände in der Nordsee und acht in der Ostsee können Fanggrenzen im Einklang mit dem vereinbarten Nachhaltigkeitsziel des größtmöglichen Dauerertrags (maximum sustainable yield) überhaupt errechnet werden. Von diesen 30 Beständen werden noch immer 13 überfischt. Wie viele von den übrigen Beständen von Überfischung betroffen sind, ist schlichtweg auf Grund von mangelnder Daten nicht bekannt.

„Wir benötigen ein umfassendes Monitoring und eine umfangreiche Dokumentation der in unseren Meeren bewirtschafteten Fischbestände, damit nachhaltige Fangquoten festgesetzt werden können und die Zukunft unserer Fische gesichert ist", sagt Sascha Müller-Kraenner, DUH-Bundesgeschäftsführer. Doch auch mit einer besseren Datenlage wären wir dem Ende der Überfischung noch kein Stück näher. „Vor allem aber benötigen wir politische Führungsstärke. Wir fordern Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner daher auf, ihren Einfluss im EU-Ministerrat geltend zu machen und bis 2020 für gesunde Bestände in Nord- und Ostsee zu sorgen," so Müller-Kraenner.

"Angesichts der hohen Gewinne der Fischereiindustrie durch aktuell niedrige Treibstoffpreise ist es jetzt an der Zeit, in eine nachhaltige Fischerei zu investieren", sagt Rebecca Hubbard, Direktorin der Our Fish-Kampagne. "Die Gesundheit unserer Fischbestände ist für das Überleben der Fischerei essentiell. Deshalb ist jetzt der Zeitpunkt, mit den hohen Gewinnen einen schmerzfreien Übergang zu einer nachhaltigen Fischerei zu ermöglichen. Die Fangquoten müssen jetzt reduziert und somit eine Erholung der Fischbestände unterstützt werden."

Kontakt: Deutsche Umwelthilfe e.V. | presse@duh.de | www.duh.de


     
        
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