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Technik | Energie, 20.07.2017

Wertschöpfungskette der Solarindustrie bricht auseinander

Die Produktionstechnologie für Solarenergie stammt nach wie vor größtenteils aus Deutschland.

Die Produktionstechnologie für Solarenergie stammt nach wie vor größtenteils aus Deutschland. Derzeit bricht die Herstellungskette in Europa und Deutschland jedoch gerade an einer entscheidenden Stelle auseinander: der Zellherstellung. Die Abhängigkeit von Zellproduktionen im Ausland steigt damit weiter an. 

© Siemens
Das Pariser Klimaabkommen sieht eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad vor. Um dieses Ziel erreichen zu können, ist der verstärkte Ausbau aller erneuerbaren Energien notwendig. Die Photovoltaik hat mit kräftigen Kostensenkungen in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie einen ökologischen und ökonomischen Beitrag zur Energiewende leisten kann. Die Produktionstechnologie für Solarenergie stammt nach wie vor größtenteils aus Deutschland. Derzeit bricht die Herstellungskette in Europa und Deutschland jedoch gerade an einer entscheidenden Stelle auseinander: der Zellherstellung. Die Abhängigkeit von Zellproduktionen im Ausland steigt damit weiter an.

„Gerade für die Weiterentwicklung der Photovoltaik benötigen wir die effektive und kontinuierliche Zusammenarbeit von Forschung, Maschinenbau und auch Zellherstellung, um mit unseren Maschinen weltweit konkurrenzfähig zu bleiben. Wenn diese Kette unterbrochen wird, droht die große Gefahr, dass mittelfristig auch die Aktivitäten im Bereich Forschung & Entwicklung sowie Maschinenbau verloren gehen", warnt Dr.-Ing. Stefan Rinck, Vorsitzender Ausschuss Forschung und Innovation im VDMA und Vorstandsvorsitzender der Singulus Technologies AG.

Photovoltaik braucht längerfristig stabilen Rahmen
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau lebt von Innovationen, dafür wird die gesamte Wertschöpfungskette von Material- und Anlagenherstellern über die Zell- und Modul-Produzenten bis hin zu starken Forschungsinstituten benötigt. Es ist daher Aufgabe der Politik, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Photovoltaik-Produktion auch künftig am Standort Europa und Deutschland halten zu können. Die Photovoltaik-Ausrüster im Maschinenbau fordern von der künftigen Bundesregierung einen längerfristigen und sta¬bilen Rahmen, der eine Stromwende in allen Sektoren ermöglicht. Die Ausbaupfade der erneuerbaren Energien müssen konsequent weiterentwickelt werden. Der wachsende Bedarf aus der Sektorkopplung heraus ist dabei zu berücksichtigen.

Grundlage für den weiteren Erfolg der Maschinenbauer im Photovoltaiksektor sind hohe Aufwendungen der Unternehmen für Forschung und Entwicklung und investitionsfördernde Rahmenbedingungen des Staates. Entscheidend ist eine international wettbewerbsfreundliche Steuer- und Abgabenlast. Die finanzielle Ausstattung der industriellen Gemeinschafts-forschung ist zu erhöhen, die breitenwirksame Verbundforschung braucht Stabilität.

Was wurde bisher erreicht?
Die Investitionen in die Entwicklung von Materialien, Prozesse und Anlagen für die Photovoltaik haben bereits zu großen Kostensenkungen geführt. Die Produktionskosten von Photovoltaikmodulen, die mehr als die Hälfte der Kosten einer Solaranlage ausmachen, sinken mit jeder Verdoppelung der weltweiten Produktion im Durchschnitt um 22,5 Prozent. Die Photovoltaik- Industrie in Deutschland mit ihren Material-, Zell-, Modul- und Anlagenherstellern sowie einer starken Forschungslandschaft haben den größten Teil der Entwicklung hierfür geleistet. Die Herstellkosten von Solarmodulen sind in den letzten sechs Jahren um gut 75 Prozent gesunken. Bei einer weltweiten Solarinstallation von 308 Gigawatt bis Ende 2016 und einer im Zeitraum 2016-2021 erwarteten Installation von weiteren 425 Gigawatt ist mit einer weiteren Reduzierung der Kosten bis 2021 zu rechnen. Ausschreibungen in Deutschland weisen für Solarstrom bereits Gebote von weniger als 6 Euro-Cent je Kilowattstunde auf, in sonnenreichen Ländern wie Dubai sind es sogar weniger als 2,5 Dollar-Cent.

Kontakt: VDMA, Dr. Jutta Trube | jutta.trube@vdma.org


Quelle: VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence



     
        
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