B.A.U.M.-Jahrbuch: Jetzt kostenlos reinlesen!

G20: Wirtschaft und Soziales gemeinsam denken

Forderungen der G20-Think-Tank-Gruppe

Die Vorsitzenden der G20-Think-Tank-Gruppe Think 20 haben heute in Berlin die Staats- und Regierungschefs der G20 aufgefordert, neben Wirtschaftswachstum und makroökonomischer Stabilität stärker soziale Bedürfnisse der Menschen sowie Umwelt- und Klimaschutz in den Mittelpunkt ihrer Agenda zu rücken. Zudem müsse der Gipfel ein Zeichen setzen, dass globale Probleme weiterhin multilateral koordiniert angegangen werden.  
 
Die sogenannten T20 haben zentrale Herausforderungen für die G20 formuliert und Lösungsvorschläge entwickelt, die sie Ende Mai auf dem T20-Gipfel „Global Solutions' unter dem Leitmotiv „Recoupling the world' der Bundesregierung überreicht haben.„Viele Menschen spüren, dass sich wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftlicher Fortschritt entkoppelt haben. Darauf müssen die G20 reagieren, indem sie Menschen neben Wirtschaftswachstum auch Perspektiven für ein soziales Gedeihen eröffnen", sagte Dennis Snower, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in einem Pressegespräch.
 
Dirk Messner, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) in Bonn, sagte: „‘Our Country First‘-Ideologien untergraben die Grundlagen des Multilateralismus, ohne die eine eng vernetzte Weltwirtschaft nicht funktionieren kann. Es wäre wichtig, wenn beim G20-Gipfel deutlich würde, dass dies von den allermeisten G20Regierungschefs auch so gesehen wird."
 
Snower und Messner leiten während der deutschen G20-Präsidentschaft die offiziell mandatierten T20, einem Zusammenschluss von Think Tanks der G20-Länder mit dem Ziel, forschungsbasierte Politikempfehlungen an die G20-Entscheider auszusprechen. Die T20 haben zentrale Herausforderungen für die G20 formuliert und Lösungsvorschläge entwickelt, die sie Ende Mai auf dem T20-Gipfel „Global Solutions" unter dem Leitmotiv „Recoupling the world" der Bundesregierung überreicht haben.
 
Elementare Bedürfnisse der Menschen seien nicht nur ökonomischer Natur, betonten Snower und Messner. Bislang bedeutete Wirtschaftswachstum auch gleichzeitig sozialen Fortschritt. Doch in vielen G20-Staaten gehe das Wachstum des Gesamteinkommens einher mit wachsender Ungleichheit und stagnierenden Lebensstandards.
 
Die angekündigten Proteste am Rande des G20-Gipfels seien Ausdruck einer Unzufriedenheit mit dem Globalisierungsprozess in Industrie- und Schwellenländern. Es sei daher wichtig, dass Deutschland bei seinem G20-Vorsitz Prioritäten auch jenseits der wirtschaftlichen Belange setze und Themen wie Migration, Digitalisierung, Klimaschutz, die Entwicklung Afrikas und soziale Gerechtigkeit adressiere.
 
Dirk Messner, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE):
 
Zur internationalen Klimapolitik: 
 „Die US-Regierung hat entschieden, das Klimaabkommen von Paris zu verlassen. Umso wichtiger ist es, dass die anderen G20-Staaten, wie viele US-Bundesstaaten, beim Klimaschutz voranschreiten und ihn als Modernisierungsprojekt der Weltwirtschaft nutzen."  
 
Zur Agenda 2030:
„Die im Herbst 2015 von der Staatengemeinschaft verabschiedete Agenda 2030 ist ein Fahrplan für eine Globalisierung, die Armut und Ungleichheiten bekämpft und dabei die Grenzen des Planeten berücksichtigt. Deutschland hat eine anspruchsvolle Strategie vorgelegt, um in diese Richtung zu gehen. Ein deutsch-französisches Tandem könnte in der G20 dafür werben, dass eine große Zahl der Mitgliedsstaaten zu Vorreitern der Agenda 2030 wird. Europa könnte sich so in der G20 als Motor einer zukunftsfähigen Globalisierung präsentieren."
  
Zu Afrika (G20 Compact with Africa):
„Stabilität in der Welt kann es langfristig nur geben, wenn Afrika seinen Platz in der Weltwirtschaft findet. Die G20 sollten dazu beitragen, nachhaltige Infrastrukturen, Städte und Institutionen in afrikanischen Ländern zu entwickeln."  
 
Dennis Snower, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW):
 
Zur Bedeutung der G20:
„Das persönliche Treffen von Staats- und Regierungschefs ist gerade in Zeiten globaler Unsicherheit ein Wert an sich. Die G20 können nationaler Isolation entgegenwirken und damit globale Kooperation fördern. Probleme wie Terror, Cyberkriminalität, Klimawandel oder Finanzkrisen lassen sich in einer vernetzten Welt nur mit globaler Kooperation lösen."
 
Zur Digitalisierung:
„Um die Versprechen der Digitalisierung von mehr Wohlstand und Wachstum mit einer sicheren und sozial verträglichen Entwicklung in Einklang zu bringen, müssen die G20 die Anpassung von Menschen an das digitale Zeitalter fördern, etwa durch neue Ausbildungskonzepte. Außerdem muss die Sicherheit von Daten und Infrastruktur eine Priorität für die G20 sein."  
 
Zur Migration:
„Der Schlüssel für eine bessere Flüchtlingspolitik liegt in den Erstaufnahmeländern in Krisenregionen, die übermäßige Lasten tragen. Die G20 müssen diese Länder finanziell viel stärker unterstützen und ihnen beim Aufbau einer angemessenen Infrastruktur, etwa auf dem Wohnungsmarkt und bei der Eingliederung der Flüchtlinge, helfen. Die Förderung von Sonderwirtschaftszonen in Erstaufnahmeländern durch Industriestaaten wäre ein wichtiger Baustein."
 
Lesen Sie hier „20 Solutions for the G20" und erfahren Sie mehr über Think 20 Germany.
Über die G20-Insights-Plattform erhalten Sie einfach Zugriff auf alle Politikvorschläge der T20 und weiterer Institute für die G20 in zwölf Politikfeldern:  
 
Kontakt: Guido Warlimont Institut für Weltwirtschaft (IfW)
 

Gesellschaft | Politik, 04.07.2017
     
Cover des aktuellen Hefts

SOS – Rettet unsere Böden!

forum 01/2021

  • Eine Frau, die es wissen will
  • Eine neue Vision für den Tourismus
  • Jetzt oder nie
  • Models for Future
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
APR
2021
Best Economy forum 2021
Take Action not Words!
online
25
APR
2021
Das Fieber - Der Kampf gegen Malaria
Filmstart und Online-Premiere mit Filmgespräch
online
30
APR
2021
Leipziger Finanzforum
Trendthema 'Sustainable Finance' – Chancen für KMU & Startups
virtuell (gesendet aus Leipzig)
Alle Veranstaltungen...
https://www.klimaneutrale-kommunen.de/der-kongress/programm/?utm_source=medienpartner&utm_medium=forumcsr&utm_campaign=knk2021&utm_content=300x250px

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Politik

Nichtstuer sind keine Helden
Der Philosoph Christoph Quarch meint, dass die Bundesregierung mit ihrer Kampagne „#besondere Helden“ der Demokratie schadet.
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Nachhaltigkeitskampagne „Think Global – Act Local”

Frühling wird's

Gemeinsam stärker für den Klimaschutz: Agentur achtung! kauft Land und forstet auf

Nachhaltige Lösungsansätze zum Umweltproblem der Onlineretouren

RETTER Bio-Natur-Resort – klimaneutraler Vorreiter im Tourismus

Das Fieber - Der Kampf gegen Malaria

Alles Spinner, oder was?!

Zukunftsfähiger Wald und nachhaltige Holznutzung

  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • PEFC Deutschland e. V.
  • TourCert gGmbH
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e.V. (B.A.U.M.)