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G20 müssen Bekenntnis zum Klimaschutz ablegen

Dennis Snower, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft und Berater der G20 fordert klares Signal

Vom Hamburger G20-Gipfel müsse ein klares Zeichen für den Klimaschutz ausgehen, sagt Dennis Snower, der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft und Berater der G20. Er sieht auch Chancen, dass die Trump-Regierung noch für den Klimaschutz gewonnen werden kann. Aber auch ohne globale Kooperation könne der Klimaschutz vorangetrieben werden.

Die G20 sollten auf ihrem Hamburger Gipfel ein Bekenntnis zum Klimaschutz ablegen. Dazu hat sie Dennis Snower, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) und Co-Chairman der G20-Think Tanks (T20), aufgefordert. "Die Lage ist nach dem Rückzug der USA aus dem Klimaabkommen schwierig. Dennoch glaube ich, dass es wichtig wäre, sich mit einer beträchtlichen Mehrheit zum Abkommen zu bekennen", sagte Snower. "Der Erfolg dieses Gipfels wird entscheidend daran gemessen, wie stark das Bekenntnis der größten Industrie- und Schwellenländer zum Klimaschutz ausfällt. Die Unterstützung für das Pariser Abkommen wird auch zum Lackmustest, wie es insgesamt um die Einhaltung internationaler Vereinbarungen steht."

"Ein wichtiger Baustein zum Klimaschutz wäre es, einen Fahrplan für den Ausstieg aus Subventionen für fossile Brennstoffe zu entwickeln", sagte Snower. Die T20 (Think 20), eine von der Bundesregierung mandatierte Gruppe von Think Tanks aus G20-Ländern, haben auf ihrem Gipfel Ende Mai einen Ausstieg aus den Subventionen bis 2022 präsentiert. "Darüber hinaus sollte die weltweite Ausweitung von CO2-Steuern ein Thema werden", so Snower. Die Einnahmen könnten genutzt werden, um jene zu entschädigen, die die Lasten des Klimaschutzes tragen.
 
"Klimaschutz ist ein typisches öffentliches Gut, das niemand bereitstellen will, wenn er nicht für die entstehenden Kosten entschädigt wird. Wenn dies aber geschieht, kann auch die US-Regierung für Klimaschutz gewonnen werden, weil er dann nicht zu ihrer "my-country-first"-Ideologie im Widerspruch steht", so Snower. "So können die übrigen G20-Staaten der Regierung Trump verdeutlichen, dass eine Rückkehr zur klimapolitischen Vernunft in ihrem ureigenen Interesse ist. Wenn die USA beim Klimaschutz den Anschluss verlieren, verlieren sie ihn auch wirtschaftlich auf einem der wichtigsten Zukunftsfelder."

"Abgesehen davon kann Klimapolitik auch ohne globale Koordination vorangetrieben werden von einzelnen Staaten, Kommunen oder Unternehmen. Dazu sollten die G20 ermutigen. Wenn nicht die allermeisten G20-Staaten ein klares Bekenntnis zum Klimaschutz abgeben, droht der Gipfel in einer zentralen Frage zum Misserfolg zu werden", sagte Snower.

"Für unsere T20-Vorschläge ist ,Recoupling the World' ein Leitmotiv: Das steht zum einen für die Überwindung nationaler Alleingänge und ein gemeinsames Handeln bei supra-nationalen Problemen. Zum zweiten steht es dafür, der Entkoppelung von wirtschaftlichem und sozialem Fortschritt entgegenzuwirken", sagte Snower.

Die Think Tanks der T20 haben auf dem Think20-Gipfel GLOBAL SOLUTIONS am 29. und 30. Mai in Berlin eine Reihe konkreter Lösungsvorschläge zum Thema Klimaschutz präsentiert.

Über die T20
Die Think 20 (T20) ist von der G20-Präsidentschaft mandatiert und vereint Forschungsinstitute und Think Tanks aus den G20-Ländern. Als unabhängiges, offenes Netzwerk ermöglicht die T20 den Austausch zwischen ihren Mitgliedern sowie mit Politik, Wirtschaft, anderen Interessengruppen und der Öffentlichkeit. Die T20 hat 2017 Politikempfehlungen in thematischen Arbeitsgruppen erarbeitet. Diese wurden auf dem T20-Gipfel GLOBAL SOLUTIONS Ende Mai der Bundesregierung überreicht und sind in der Form von Policy Briefs auf der G20-Insights-Plattform veröffentlicht: www.g20-insights.org.
Während der deutschen G20-Präsidentschaft 2016/17 werden die T20 koordiniert vom Kieler Institut für Weltwirtschaft und dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE).


Kontakt: Guido Warlimont, Institut für Weltwirtschaft (IfW) / Kiel Institute for the World Economy


     
        
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