Lifestyle | Mode & Kosmetik, 09.05.2017
Schuhunternehmen müssen Lieferkette offenlegen
Indische Aktivisten klären in Europa über Menschenrechtsverletzungen bei Zulieferern auf
Heute starten zwei Vertreter der südindischen Nichtregierungsorganisation Cividep auf Einladung des INKOTA-netzwerks eine mehrwöchige Veranstaltungsrundreise durch Europa, um über Missstände in der Schuh- und Lederproduktion aufzuklären. Die Inder Gopinath Parakuni und Brinda Kamaraj, Partner der internationalen Kampagne Change Your Shoes, beklagen, dass in den Schuhfabriken im indischen Ambur systematisch Arbeitsrechte verletzt werden. Auch deutsche Schuhunternehmen wie Deichmann haben in den letzten Jahren dort eingekauft. INKOTA und Cividep fordern Schuhunternehmen auf, ihre Zulieferer offenzulegen und grundlegende Menschenrechte entlang der Lieferkette einzuhalten.
Gopinath Parakuni, Leiter von Cividep, und seine Kollegen haben innerhalb der letzten Jahre mehrere Studien veröffentlicht, die massive Arbeitsrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen in der Lederhochburg Ambur im Bundesstaat Tamil Nadu aufdecken. Die Gerber und Schuhkleber hantieren täglich mit einer Vielzahl giftiger Chemikalien, weil grundlegende Gesundheits- und Sicherheitsstandards nicht eingehalten werden. So entsteht bei der Gerbung Chrom VI, das Krebs verursachen kann. Interviewte Arbeiter berichten, dass die Arbeitgeber oft ihre Mitarbeiter einschüchtern, um zu verhindern, dass sie sich organisieren oder bei externen Qualitätskontrollen über Missstände berichten. Dazu erklärt Parakuni: „Marken und Schuhhändlern wie Deichmann oder Birkenstock muss klar sein, welche Auswirkungen ihre Geschäfte auf Frauen und Männer haben, die in armen Verhältnissen leben und sich schlecht wehren können. Die großen Firmen machen sehr viel Profit. Sie müssen ihre Lieferketten nachverfolgen und sicherstellen, dass unter guten Bedingungen für sie gearbeitet wird."INKOTA und Cividep kritisieren, dass sich bisher kaum nachvollziehen lässt, wo genau europäische Schuhhersteller produzieren lassen und ob sie darauf achten, dass Zulieferer die Menschenrechte einhalten und die Umwelt schützen. Die beiden Nichtregierungsorganisationen fordern die Unternehmen dazu auf, öffentlich über diese Fragen Rechenschaft abzulegen. Transparenz und unabhängige Verifizierung seien erste Schritte, um auch den Verbrauchern nachhaltige Produkte anzubieten. „Es ist an der Zeit, dass Schuhmarken ihre Lieferkette offenlegen und natürlich dafür sorgen, dass gute Arbeitsbedingungen bei ihren Zulieferern bestehen", sagt Berndt Hinzmann von INKOTA. „Unternehmen wie Deichmann und Birkenstock haben die Möglichkeit, mehr Einfluss zu nehmen und darüber transparent zu berichten. Das müssen sie jetzt tun." Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, startet INKOTA gemeinsam mit Change Your Shoes zeitgleich mit der Speakers Tour die Petition „Transparenz statt Versteckspiel". Diese richtet sich an sechs international bekannte Schuhunternehmen – darunter Deichmann und Birkenstock.
Die beiden indischen Partner werden vom 9. bis 11. Mai und vom 24. bis 27. Mai in Berlin sein. Neben einer Reihe von Veranstaltungen werden sie das Gespräch mit Vertretern von Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften suchen. In dieser Zeit stehen sie auch für Pressegespräche zur Verfügung.
Weitere Informationen
Zukunft braucht Frieden
forum 02/2026
- Militär & Märkte
- Grüner Wasserstoff
- Moorschutz als Invest
- ESG loves KI
Kaufen...
Abonnieren...
21
MAI
2026
MAI
2026
Munich Impact Night
Ein Abend ist für alle, die die Zukunft noch nicht aufgegeben haben
81379 München
Ein Abend ist für alle, die die Zukunft noch nicht aufgegeben haben
81379 München
20
JUN
2026
JUN
2026
Anzeige
Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.
Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.
Megatrends
Deutsche wünschen starke FührungChristoph Quarch analysiert die neue Sehnsucht nach Macht und Herrschaft
Jetzt auf forum:
Koalition von Ländern treibt beschleunigte Abkehr von fossilen Energien während Energiekrise voran
Agroforst als Schlüssel für Wasserhaushalt, Klimaanpassung und die Zukunft der Landwirtschaft
Deutsche Umwelthilfe widerlegt Mythos angeblich hoher Systemkosten Erneuerbarer Energien
Die Energiewende ist kein Kostenblock – sie ist ein Gewinnmodell für die Regionen



















