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Weltbodentag:

430 Organisationen fordern Schutz des Bodens durch die EU

05.12.2016, Weltbodentag - Bereits über 25.000 EU-Bürger haben für ein europäisches Bodenschutzgesetz unterschrieben. Sie alle wollen mehr Rechte für die wichtige und endliche Ressource, die uns trägt und ernährt. Ziel der Kampagne People4Soil (P4S) ist es, bis September 2017 europaweit eine Million Unterschriften zu sammeln, damit endlich der übermäßigen Versiegelung, Degradation und Erosion unserer lebenswichtigen Ressource Einhalt geboten wird.

Man stelle sich eine mittelgroße Nation wie Ungarn, Portugal oder die Tschechische Republik vor. Dann stelle man sich die gesamte Oberfläche dieses Landes unter Häusern, Beton und Asphalt vor. So viel landwirtschaftliche Nutzfläche ist in den letzten 50 Jahren durch Besiedlung und Infrastrukturbebauung in den 28 EU Ländern versiegelt worden. Obwohl wegen der Finanzkrisen in vielen EU-Ländern weniger gebaut wird, steigt die Bodenversiegelung weiter alarmierend. Zurzeit werden jährlich 1.000 km² Felder und Wiesen überbaut. Gleichzeitig deckt man sich für den europäischen Rohstoffmarkt für die Ernährung und die Tierfütterung mit massiven Importen aus Drittländern ein, wo Monokultur oder chemieintensive Landwirtschaft und Landraub Millionen von Kleinbauern unter Druck setzt. Viel werden dadurch gezwungen ihre kleinen Felder zu verlassen und in die großen Metropolen oder nach Europa auszuwandern. Nun wird versucht, große Flüchtlingswellen auch aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara zu verhindern, wo viele Landwirtschaftsflächen von europäischen Unternehmen bewirtschaftet werden.

Aber die Landnutzung für Städtebau ist nur die Spitze des Eisbergs, denn die europäischen Böden sind vielfachen Bedrohungen und Zerstörrungen ausgesetzt: So gibt es über 250.000 bekannte Orte mit chemisch verseuchtem Boden und fast die Hälfte aller landwirtschaftlichen Flächen sind von Verlust und Abbau des Humus bedroht. 20–30 Millionen Hektar werden durch Wind und Regenerosion beschädigt und die Wüstenbildung schreitet in vielen Mittelmeerländern schnell voran, wodurch die landwirtschaftliche Nutzung mehr und mehr zum Opfer von Klimawandel und Dürrekatastrophen wird.

Die Europäische Bürger Initiative (EBI) ist ein offizielles Petitionsverfahren an die europäische Kommission, um sie aufzufordern, eine spezielle Rahmenverordnung zu entwickeln, mit der Prinzipien und Regeln festgelegt werden, die von jedem Mitgliedsstaat umgesetzt werden müssen. Wir haben aber heutzutage keine rechtliche Anerkennung für die ökologischen, sozialen und ökonomischen Leistungen, die gesunde Böden für die europäische Bevölkerung bieten. Es fehlt der Rechtsrahmen bzw. der Pflichtenkatalog, um gemeinsame Ziele zu erreichen, z. B. in Bezug auf die Sanierung verschmutzter Böden, das CO2-Speichervermögen der Böden zu erhalten oder die Weiterversiegelung der Landschaft durch Siedlung und Infrastruktur zu stoppen. Genau das möchte das P4S-Netzwerk ändern. Dazu betonen die Koordinatoren der EBI: „Wir haben zwei herausfordernde Ziele: Zum einen müssen wir bis zum September 2017 eine Million Unterschriften sammeln und dann gilt es damit das eigentliche Ziel zu erreichen, den Schutz des Bodens als gemeinsames Erbe zum Wohle der europäischen Bevölkerung zu gewährleisten. "

Mehr Informationen, die Möglichkeit, die Petition zu unterschreiben, und/oder sich Unterschriftenformblätter auszudrucken unter www.people4soil.eu
 
Kontakt: Bernward Geier | b.geier@colabora-together.de 

Umwelt | Wasser & Boden, 05.12.2016
     
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