Tina Teucher

Umweltbildung mit Geflüchteten

Bundestagung der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung e.V.

Die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung e.V. zeigt, wie Umweltbildung zur Integration Geflüchteter beiträgt: Beim gemeinsamen Gärtnern oder Waldausflügen können sich Menschen offen in der Natur begegnen, Multiplikatorentrainings zu Themen wie Ressourcen und Energie schaffen gegenseitiges Verständnis, grüne Berufe sind attraktive Arbeitsplätze.

Plakat der ANU-Bundestagung im November 2017 in Würzburg. © ANUUmweltbildner*innen aus ganz Deutschland leisten einen Beitrag zur Integration der über eine Million Flüchtlinge, die in den vergangenen Jahren herkamen. Sie bieten Raum für interkulturelle Begegnungen, geben Orientierung zum nachhaltigen Handeln, helfen bei der Alltagsbewältigung, bieten aktiven Sprachunterricht beim Erkunden der neuen Umgebung und regen an zum Umwelt- und Naturschutz. Gute Beispiele dafür zeigte die ANU-Bundestagung „Natürlich bunt & nachhaltig – Integration geflüchteter Menschen durch Umweltbildung" am 21. und 22.11.2017 in Würzburg.

Ohne Umweltbildung fehlt ein Stück interkulturelles Verständnis
„Integration beginnt mit verstehen", sagt Marion Loewenfeld von der ANU Bayern e.V., Mitveranstalterin der Tagung. „Die Umweltbildung kann geflüchteten Menschen konkret dabei helfen, ihre neue Umgebung besser kennenzulernen und mit Einheimischen in Kontakt zu kommen".
Lesen Sie hierzu auch das Interview mit Marion Loewenfeld "Integration gelingt durch Umweltbildung".
Auf der Website www.umweltbildung-mit-fluechtlingen.de hat die erfahrene Umweltbildnerin mit ihrem Team bereits über 100 Projekte aus der Bundesrepublik vorgestellt, in denen Flüchtlinge Themenbereiche wie „Natur & Naturschutz", „Ressourcen & Energie" oder „Gärtnern & Genießen" kennenlernen und mitgestalten. So machen Umweltbildner*innen z.B. Geflüchtete mit ihren Schulungen fit als ressourcensparende Mieter, qualifizieren sie durch Waldpflegeprojekte oder binden sie in ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) ein. Diese und viele andere Praxisbeispiele kommen bei der Tagung auf die Bühne.

Geflüchtete als Chance gegen den Fachkräftemangel?
In Umweltberufen und im Naturschutz können Geflüchtete auch eine berufliche Qualifizierung erhalten. Dort werden dringend Mitarbeiter*innen gesucht, doch die Integration erfordert Einfühlungsvermögen: „Der Fachkräftemangel in Grünen Berufen lässt sich vermutlich nicht so einfach mit Geflüchteten kompensieren", sagt Cornelis Hemmer von der Stiftung für Mensch und Umwelt. „Geflüchtete verfügen nicht selten über ganz andere und sehr unterschiedliche, kulturelle Hintergründe. Daher ist es bei der Integration wichtig, nicht nur sprachliche Barrieren zu überwinden und grüne Berufsinhalte zu vermitteln, sondern auch für unsere hiesigen Wertevorstellungen zu werben." Im Rahmen der Tagung berichtete Cornelis Hemmer von seinen Erfahrungen mit Geflüchteten in Grünen Berufen.

Wie Klimawandel mit Flucht und Migration zusammenhängt
Fluchtursachen zu erkennen und zu bekämpfen gilt als Königsweg für eine friedliche Lösung der Flüchtlingsbewegungen weltweit. Benjamin Schraven vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) stellte dazu Untersuchungen bei der ANU-Tagung vor: Wie beeinflusst der Klimawandel Flucht und Migration? Welche Auswirkungen hat der Klimawandel eigentlich auf Migrationsentscheidungen? Und was sollte die Politik hier tun?

Zu der Tagung kamen über 100 Akteure aus (Umwelt)Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung, Interessierte aus Sozialverbänden, Sozialer Arbeit, Kirchen und Helferkreisen, Vertreter*innen der kulturellen Bildung sowie in der Integrationsarbeit Engagierte und Interessierte aus Politik und Verwaltung. Kooperationspartner der ANU war die Diözese Würzburg.

Dokumentation mit guten Beispielen, Tipps und Materialien
Eine gut aufbereitete Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse des Projekts ist die
Dokumentation der ANU-Bundestagung "Natürlich bunt & nachhaltig - Integration geflüchteter Menschen durch Umweltbildung"
mit
  • interessanten Interviews und Statements
  • gut aufbereiteten Protokollen der Vorträge, Foren und Diskussionen
  • vollständigen Präsentationen der ReferentInnen
  • bildlichen Eindrücken von der Veranstaltung
  • nützlichen Materialien-Empfehlungen
rund um die Themen Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung mit Geflüchteten.

Die Tagung fand im Rahmen des bundesweiten Projekts „Integration geflüchteter Menschen durch Umweltbildung – Qualifizierung, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit für außerschulische Umweltbildungsanbieter" statt, das der ANU Bundesverband in Kooperation mit der ANU Bayern durchführt. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert. Mit der Tagungsdokumentation ist das Projekt für die ANU Bayern beendet und wird vom ANU Bundesverband von Annette Dieckmann bis Ende Juli 2018 weitergeführt.

Kontakt: Annette Dieckmann, Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung e.V. (ANU) | dieckmann@anu.de | www.anu.de
 
Von Tina Teucher

Weitere Artikel von Tina Teucher:

Wie die Gemeinschaft wirklich profitiert
So kann Tourismus zu Entwicklung und Umweltschutz beitragen
Viel zu oft hat der Fremden­verkehr eher einen negativen Einfluss auf Natur und kulturelle Traditionen. Doch es geht auch anders: bei KAFRED zum Beispiel. Ein außer­gewöhnliches Vorbild für regenerativen Ökotourismus in Uganda.


Hoffnung pflanzen ist wirtschaftlich
Wie Sekem die Wahat Wüste begrünt
Wenn selbst die Wüste sich begrünen lässt, wächst Hoffnung: Ein beeindruckendes Projekt in der Wahat Wüste des ägyptischen Unternehmens Sekem zeigt, wie es geht und was die Wirtschaft davon lernen kann.


Böden und Menschen lassen sich heilen
Lush Spring Prize 2023 ehrt inspirierende Erden-Heiler aus aller Welt
Was kann man tun, um zerstörte Ökosysteme und menschliches Vertrauen wieder zu reparieren und zu heilen? Das zeigen die 17 ausgezeichneten Projekte, die am 23.05.23 bei einer Zeremonie in Berlin den Lush Spring Prize 2023 erhielten.


Regeneratives Wirtschaften
Warum sich der Wiederaufbau der Natur lohnt
Zwar steht Nachhaltigkeit in der Wirtschaftswelt endlich auf der Agenda. Das reicht jedoch in Anbetracht des heutigen Zustands der Natur nicht mehr aus – es braucht nicht nur nachhaltiges, sondern regeneratives Wirtschaften, um Klima- und Nachhaltigkeitsziele noch erreichen zu können. Was ist regeneratives Wirtschaften und welche Unternehmen arbeiten bereits damit? Wie führt die ökologische Regeneration zu ökonomischem Erfolg?


„Echter Wandel ist eine Teamleistung!“
Tatjana Klaus-Nowak, Nachhaltigkeitsmanagerin der AVS, im Interview über die Nachhaltigkeitstransformation bei der AVS Verkehrssicherung GmbH
Innerhalb eines Jahres hat AVS ein strategisches Nachhaltigkeitsmanagement aufgebaut, schon im Herbst soll der erste Sustainability Report veröffentlicht werden. Möglich wurde das durch das engagierte Intrapreneurship des Teams.




     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026

  • Militär & Märkte
  • Grüner Wasserstoff
  • Moorschutz als Invest
  • ESG loves KI
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
28
APR
2026
BootCamp Impact Business Design
Zertifizierter Impact Business Design Master
Köln
21
MAI
2026
Munich Impact Night
Ein Abend ist für alle, die die Zukunft noch nicht aufgegeben haben
81379 München
20
JUN
2026
Woche des Wasserstoffs 2026 (#WDW2026)
Wasserstoff verbindet
deutschlandweit
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Digitalisierung

Neues "Mental Operating System" für Social Media und Ki-Systeme
Christoph Quarch plädiert für die Programmierung einer europäischen, humanistischen KI zur Erreichung digitaler Souveränität
B.A.U.M. Insights
Lassen Sie sich begeistern von einem Buch, das Hoffnung macht.

Jetzt auf forum:

Aufbruch in Santa Marta

Die Energiewende ist kein Kostenblock – sie ist ein Gewinnmodell für die Regionen

Circular Economy stärkt Wettbewerbsfähigkeit

Engagement gegen Desinformation

Tipps zur Installation einer Balkon-Solaranlage für Anfänger

Gastfreundschaftslektionen aus Südtirol

Selbstwirksamkeit statt Geldtabu

G7 declaration recognizes land degradation and drought as global security risks

  • 66 seconds for the future
  • NOW Partners Foundation
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • TÜV SÜD Akademie
  • SUSTAYNR GmbH
  • ZamWirken e.V.
  • circulee GmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Engagement Global gGmbH
  • WWF Deutschland