Deutsche Teams kehren mit Hausaufgaben vom Shell Eco-marathon aus London zurück

Von den 14 teilnehmenden Teams aus Deutschland schafften es zehn in die Wertung und vier auf das Siegerpodest in den jeweiligen Kategorien.

Mit einer langen To-do-Liste kehrten die meisten der 200 teilnehmenden Teams vom Shell Eco-marathon aus London in ihre Heimatländer zurück. Nur wenige der 3.000 Schüler und Studenten aus 29 Nationen Europas und Afrikas konnten die Herausforderungen der anspruchsvollen Strecke im Queen Elizabeth Olympic Park auf Anhieb meistern und ihre eigenen Rekorde aus den vergangenen Jahren einstellen. Von den 14 teilnehmenden Teams aus Deutschland schafften es zehn in die Wertung und vier auf das Siegerpodest in den jeweiligen Kategorien.  
 
Der Start mit allen Teams. Foto: ShellDamit hatte die Schirmherrin der erfolgsverwöhnten deutschen Teams, Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, offenbar den richtigen Riecher. In ihrem Grußwort hatte sie den Studenten im Vorfeld des dreitägigen Wettbewerbs unter anderem „viele interessante Erfahrungen (...), die ihre weitere Arbeit bereichern werden" gewünscht. 
 
Erstmals in der 31-jährigen Geschichte des Effizienzwettbewerbs haben sich die Nachwuchsingenieure auf einem Straßenparcours, der mit zahlreichen Kurven sowie einer fünfprozentigen Steigung die alltäglichen Mobilitätsherausforderungen innerhalb von Großstädten realistisch widerspiegeln sollte, gemessen.
 
„An diesem Berg sind wir gescheitert", sagten etwa die Studenten der Universität Chemnitz. Andere Teams schafften es zwar in die Wertung, blieben dabei jedoch weit hinter ihren Streckenergebnissen aus dem Vorjahr zurück.
 
In der hart umkämpften Kategorie der Prototypen mit Benzin-Verbrennungsmotor konnte sich das Team der Universität Rostock mit 750 Kilometern und Rang acht sowohl im Streckenergebnis als auch in der Platzierung verbessern. Das Team High-Efficiency der Hochschule Karlsruhe schaffte es mit 467 Kilometern auf Rang 18. 
 
Im dichten Wettbewerberfeld der Prototypen mit batterieelektrischem Antrieb landeten die Studenten der TU München, die sich im letzten Jahr noch über den Sieg freuen konnten, auf Platz drei (635 Kilometer). Das Team Schluckspecht der Universität Offenburg (537 Kilometer) und das Team Ruppin-Jet des Oberstufenzentrums Ostprignitz Ruppin (499 Kilometer) mussten sich mit Rang sechs bzw. acht begnügen.
 
Spannend machten es die deutschen Teams in der Kategorie der Prototypen mit Brennstoffzelle. Hier schafften es die Studenten der Fachhochschule Stralsund erst im letzten Moment, einen Wertungslauf hinzulegen, schoben sich dann aber mit den erreichten 692 Kilometern gleich auf den zweiten Platz. Das Nachsehen hatte das Team Lausitz Dynamics von der BTU Cottbus-Senftenberg, das mit seinen 558 Kilometern vom dritten auf den vierten Rang zurückfiel. „Das hat die Stimmung am Ende ein wenig gedrückt", sagt Teamsprecherin Christine Faulstich. Auch die Kölner hatten sich mehr erhofft.
Schließlich belegte das Team vom Nicolaus-August-Otto-Berufskolleg mit 345 Kilometern den sechsten Rang.
 
Besser schlugen sich die Deutschen bei den UrbanConcept-Fahrzeugen. Hier holte sich der Schluckspecht 5D der Universität Offenburg erneut den ersten Platz bei den Diesel-Verbrennern (249 Kilometer). Bei den batterieelektrischen Fahrzeugen verbesserte sich das Team Evi der Evangelischen Schule Neuruppin vom vierten auf den zweiten Rang (155,9 Kilometer).
 
Zu den wenigen Leuchttürmen beim diesjährigen Wettbewerb gehörten einmal mehr die französischen Dauerfavoriten Microjoule-La Joliverie, die mit ihrem Erdgas betriebenem Prototypen eine Strecke von hochgerechnet 2606,4 Kilometern schafften. Damit stellten sie ihren Rekord von 2015 ein und wurden zugleich Streckensieger des diesjährigen Gesamtwettbewerbs. 
 
Hinter den Kulissen wird bereits an neuen Herausforderungen gearbeitet. Spätestens 2018 soll es eine zusätzliche Kategorie für autonomes Fahren geben. „Einerseits sehen wir hier hinsichtlich der Energieeffizienz großes Potenzial, andererseits wollen wir den ambitionierten Spitzenuniversitäten eine weitere Nuss zum Knacken bieten", sagt der technische Direktor des Wettbewerbs, Norman Koch. 
 
Der diesjährige Eco-marathon war in das „Make the Future London"-Festival eingebettet, das Besucher einlud, Lösungskonzepte für Energieherausforderungen von morgen hautnah zu erleben. „2050 werden rund 75 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Die britische Metropole steht stellvertretend für hunderte von Megastädten, in denen die Frage, wie Mobilität in Zukunft gewährleistet wird, zu den größten Aufgaben der kommenden Jahrzehnte gehört", sagt der Shell Chefwissenschaftler für Mobilität, Dr. Wolfgang Warnecke. 
 
Über den Shell Eco-marathon
Beim Shell Eco-marathon Europe wird in zwei Kategorien gefahren: In der „UrbanConcept"-Klasse müssen die Fahrzeuge prinzipiell für den Straßenverkehr geeignet sein, dagegen sind in der Klasse der „Prototypen" der Konstruktion kaum Grenzen gesetzt. In beiden Kategorien gibt es zwei Hauptarten von Motoren: Verbrennungs- und Elektromotoren. Beim Verbrennungsmotor können die Teilnehmer zwischen Benzin, Diesel, Ethanol, synthetischem Diesel aus Erdgas (GTL) oder Erdgas (CNG) wählen, beim Elektromotor zwischen Batterie und Brennstoffzelle. 
Im Wettkampf müssen die Fahrzeuge acht Runden auf dem Parcours zurücklegen, um in die Wertung aufgenommen zu werden. Dabei dürfen sie nicht länger als 43 Minuten fahren und die Durchschnittsgeschwindigkeit muss mindestens 25 km/h betragen. Danach wird der Kraftstoffverbrauch ermittelt und hochgerechnet, wie weit das Fahrzeug gekommen wäre, wenn es einen ganzen Liter Kraftstoff oder eine Kilowattstunde Strom verbraucht hätte. Sieger ist das Team mit der weitesten Strecke. 

 

Kontakt: Shell Deutschland Oil GmbH | Cornelia Wolber | shellpresse@shell.com | www.shell.com



     
        
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