66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen

So arbeiten wir morgen

„Das Nachhaltigkeitspotenzial der Unternehmen ist unerschöpflich“

Louise Koch verantwortet in der Position des CSR Lead seit kurzem das Thema Nachhaltigkeit in der EMEA-Region von Dell. Im forum Interview erläutert sie das soziale Engagement ihres Unternehmens, stellt eine Studie über das Arbeiten in der Zukunft vor und verrät, wie es bei ihr privat um Nachhaltigkeit bestellt ist.

Dell hat eine Studie zur Telearbeit und den Vorteilen flexibler Arbeitsweise für Umwelt und Gesellschaft erstellt – was sind in kurzen Worten die wichtigsten Ergebnisse?
Foto: Louise KochDie Ergebnisse fallen sehr positiv aus. Das Unternehmen konnte in den USA durch Telearbeit Millionen an Reisekilometern einsparen, 5.000 Tonnen CO2 vermeiden und 6.700 Tonnen an Treibhausgasemissionen verhindern. Über Telearbeit freut aber nicht nur die Umwelt, sondern auch der Geldbeutel. Rund 12 Millionen US-Dollar für Reisekosten konnten wir dadurch in den USA einsparen. Im Rahmen unserer ,People-Strategie’ bieten wir unseren Mitarbeitern an 50 Standorten in 28 Ländern zahlreiche Optionen für Heim- und Teilzeitarbeit, ermöglichen variable tägliche Arbeitszeiten und Job Sharing. Seit 2013 haben unsere flexiblen Modelle dem Unternehmen weltweit 39,5 Millionen US-Dollar an Immobilienkosten gespart – und den Mitarbeitern dabei auch noch eine bessere Work-Life-Balance ermöglicht.

Wie wird sich darauf basierend das Arbeiten in der Zukunft verändern?
Die Mitarbeiter werden ihre Arbeit durch Home Office, Teilzeit, variable Arbeitszeiten oder Job Sharing deutlich flexibler gestalten können. Ihnen werden Technologien zur Verfügung stehen, mit denen sie die individuell passende Arbeitsumgebung schaffen können, was sie ohne Zweifel zufriedener und produktiver machen wird.

Wie schaut folglich der Arbeitsplatz 2030 aus?
Ich bin fest davon überzeugt, dass er sich im Vergleich zu heute drastisch verändern wird. Da sich die Technologie ständig weiterentwickelt, ist es im Moment natürlich schwer zu sagen, wie der Arbeitsplatz im Jahr 2030 konkret aussehen wird. Aber eines ist sicher: Er wird wesentlich stärker auf die einzelnen Personen zugeschnitten sein. Die Unternehmen werden keine Standard-Büroumgebungen mehr für alle Mitarbeiter haben, sondern sie dank der Technologie gezielt auf die Präferenzen der einzelnen Individuen zuschneiden können.

Zukunft braucht Nachhaltigkeit. Wie engagiert sich das Unternehmen auf diesem Gebiet?
Eines unserer wesentlichen Ziele ist es sicherzustellen, dass bis 2020 100 Prozent unserer Produktverpackungen aus nachhaltigen Materialien stammen. Im Moment sind rund 93 Prozent unserer Verpackungen aus Materialien, die einfach recycelt oder kompostiert werden können. Dazu zählen etwa Bambus, Weizenstärke oder Pilze. Darüber hinaus haben wir das weltweit größte Elektronik-Recycling-Programm aufgesetzt und von 2007 bis heute rund 700 Millionen Kilo an Elektronik wiederverwertet. Ich finde, diese Zahl kann sich wirklich sehen lassen.

Nachhaltigkeit schließt auch soziales Engagement ein. Wie steht es damit?
Wir helfen dabei, die digitale Kluft zu schließen, indem wir abgelegenen Communities vor Ort Zugang zu den Technologien und dem Know-how des 21. Jahrhunderts verschaffen. In Südafrika und Kolumbien konnten wir bis jetzt 11 neue und mit Solarstrom betriebene ,Dell Learning Labs’ erfolgreich aufbauen. So bieten wir Kindern die Möglichkeit, auf Wissen und Technologien zuzugreifen, die ihnen bislang noch nicht zur Verfügung standen. Unser soziales Engagement zeigt sich aber auch in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden. So haben wir es beispielsweise dem Translational Genomics Research Institute in Arizona ermöglicht, seine pädiatrischen klinischen Studien über die USA hinaus auszudehnen. Jetzt nehmen 25 internationale Krankenhäuser daran teil.

Sie sind erst seit kurzem in dieser Position. Was sind ihre Pläne für die Zukunft des Unternehmens?
Ich glaube fest daran, dass Unternehmen ein unerschöpfliches Potenzial haben, zu einer besseren Welt beizutragen – durch Innovationskraft, unternehmerisches Denken, engagierte Mitarbeiter und globale Kontakte. Von Dells Nachhaltigkeitsengagement bin ich sehr beeindruckt; es ist getrieben von dem Wunsch, Technologien und Expertise dort einzusetzen, wo sie das Bestmögliche für die Menschen und den Planeten erreichen können. Es ist das Hauptziel des Unternehmens, einen gesellschaftlichen Wert zu schaffen, der zehnmal so groß ist wie der ökologische Fußabdruck unserer Technologie und unserer Betriebsabläufe zusammengenommen – ein wirklich äußerst ehrgeiziges Ziel! Den Weg dorthin haben wir mit unserem ,Legacy of Good Plan 2020’ bereits eingeschlagen.

Darüber hinaus bin ich mir sicher, dass Nachhaltigkeit noch stärker als bisher ein Treiber für Innovationen und die Weiterentwicklung von Unternehmen sein wird; nicht nur bei Dell, sondern in der Geschäftswelt und in der Gesellschaft allgemein. Mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen haben wir eine globale To-Do-Liste für die Entwicklung nachhaltiger Lösungen durch Partnerschaften über alle Branchen hinweg. Es besteht wohl kein Zweifel daran, dass digitale Lösungen bei der Nachhaltigkeitsentwicklung und dem damit zusammenhängenden Wachstum eine wichtige katalytische Rolle spielen werden. Mit seinen innovativen Lösungen für soziale und ökologische Herausforderungen nimmt das Unternehmen dabei jetzt schon eine Führungsrolle ein.

Und noch ein Blick in Ihr Privatleben: Wie setzten Sie dort die Personal Social Responsibility um?
Gute Frage! Ich sehe es als meine Berufung an, zu einer besseren Welt beizutragen. Deshalb widme ich mein Arbeitsleben – und auch einen großen Teil meines Privatlebens – der Nachhaltigkeit. Ich arbeite mit großen Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern zusammen, um positive Effekte zu erzeugen, die über die bloßen Ergebnisse meiner eigenen Handlungen hinausgehen. Ich muss offen zugeben, dass mein CO2-Footprint durch die internationale Reichweite meiner Arbeit ziemlich hoch ist. Im Alltag versuche ich aber, ein bewusster Konsument und engagierter Bürger zu sein. Und ich liebe es, auf dem Weg in die Arbeit durch die Straßen von Kopenhagen zu radeln.

Louise Koch verantwortet in der Position des CSR Lead seit kurzem das Thema Nachhaltigkeit in der EMEA-Region von Dell. Im Interview erläutert sie das soziale Engagement ihres Unternehmens und verrät, wie es bei ihr privat um Nachhaltigkeit bestellt ist.



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026

  • Militär & Märkte
  • Grüner Wasserstoff
  • Moorschutz als Invest
  • ESG loves KI
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
MÄR
2026
Erneuerbare - rund um die Uhr (nutzen)
33. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Solar-Initiativen (ABSI)
84524 Neuötting
21
APR
2026
Sustainable Economy Summit
Rückenwind für die Wirtschaft der Zukunft
10117 Berlin
08
JUN
2026
SuperReturn Energy Transition - Ticket discount for forum readers!
Powering progress. Investing in the future of energy.
10789 Berlin
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Politik

Hinterzimmer in Davos
Christoph Quarchs Plädoyer für das persönliche Gespräch ohne Zuschauer als Königsdisziplin der Diplomatie
B.A.U.M. Insights
Lassen Sie sich begeistern von einem Buch, das Hoffnung macht.

Jetzt auf forum:

Einfach mal machen

Bundespreis Ecodesign 2026: Jetzt bis 02.April bewerben!

Campaigning School: Weiterbildung für strategische Kampagnenarbeit startet am 27. April 2026

Circular Economy stärkt Wettbewerbsfähigkeit

Innovation und Kreativität brauchen Spielräume

4. Süddeutscher Holzbau Kongress (SHK) am 01./02. Juli 2026 in Stuttgart-Fellbach

Countdown zur Earth Hour 2026

Richtiges Haushalten denkt das Morgen mit

  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • ZamWirken e.V.
  • WWF Deutschland
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • TÜV SÜD Akademie
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • circulee GmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • NOW Partners Foundation
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Engagement Global gGmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • SUSTAYNR GmbH
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen