E.ON & Uniper: Neustart mit alten Rezepten
E.ON-Aktionäre entscheiden über die Aufspaltung des Konzerns.
• Die E.ON-Konzernabspaltung Uniper torpediert den Klimaschutz
• Kein Sinneswandel bei Importen von Blutkohle aus Kolumbien
• Beteiligung an Javelin zeigt fehlenden Reformwillen bei fossilen Energien
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Am Mittwoch entscheiden die Aktionärinnen und Aktionäre von E.ON über die Aufspaltung des Konzerns in eine „veränderte" E.ON und ein „neues" Unternehmen Uniper. urgewald-Mitarbeiter werden auf der Hauptversammlung über Konsequenzen informieren und kritische Redebeiträge halten. Mit dem Schritt will E.ON-Konzernchef Johannes Teyssen nicht nur das Geschäft mit Erneuerbaren Energien, sondern auch den fossilen Kraftwerkspark aus dem E.ON-Portfolio retten. urgewald-Energie-Referent Sebastian Rötters kommentiert: „Ein wirkliches Umdenken ist nicht erkennbar. Uniper soll die klimaschädlichen Kraftwerke auf Jahrzehnte weiter betreiben. Diese Weiter-So-Strategie steht im krassen Widerspruch zum von 195 Staaten vereinbarten Klimaschutzvertrag von Paris. Klimaschutz oder Uniper’s Geschäftsmodell, nur eines von beiden kann erfolgreich sein. E.ON sollte sich der neuen Realität stellen und schleunigst den Ausstieg aus fossilen Altlasten vorantreiben. Mit der simplen Auskopplung von Uniper wurde eine große Chance für den Klimaschutz vertan."
Ein weiteres Beispiel für den fehlenden Reformwillen ist die E.ON-Beteiligung an dem Startup-Unternehmen Javelin noch im vergangenen Jahr. Javelin möchte vor allem mit dem Handel von Kohle, Öl und Gas Geld verdienen und vermarktet ausdrücklich auch Kohle aus umstrittenen Minen in Kolumbien. Uniper wird diese Beteiligung übernehmen und offenbar auch die Importe von kolumbianischer Blutkohle fortsetzen. Nachdem E.ON die Hinweise auf schwerste Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien jahrelang ignoriert hat, deutet nichts darauf hin, dass Uniper die Vorwürfe ernster nehmen wird. Den dort aktiven Bergbaukonzernen Drummond und Prodeco/Glencore wird vorgeworfen, in der Kohleregion Cesar zwischen 1996 und 2006 Paramilitärs finanziert und unterstützt zu haben, die 3.100 Menschen ermordet, 240 verschleppt und über 55.000 vertrieben haben sollen. Bis heute kämpfen die Opfer um Anerkennung und Gerechtigkeit und müssen Repressalien fürchten.
Zwei europäische Energieversorger haben bereits reagiert: Der italienische Konzern ENEL hat jüngst eine Untersuchung angekündigt und schließt einen Ausschluss der Kohlelieferanten Drummond sowie Prodeco nicht aus. DONG Energy aus Dänemark kauft schon jetzt keine Kohle mehr von Drummond und Prodeco. Rötters kommentiert: „Herrn Teyssen lassen die Vorwürfe seit Jahren kalt. Wir fordern Uniper-Chef Klaus Schäfer auf, dem Beispiel von DONG Energy zu folgen und endlich Konsequenzen zu ziehen."
Kontakt: Sebastian Rötters, Energie-Referent urgewald | sebastian@urgewald.org | www.urgewald.org
Weitere Informationen:
- Neuer Kurzfilm und Hintergrundinfos zum Thema "Blutkohle" aus Kolumbien
- Studie (Pax for peace) zu paramilitärischer Gewalt in Kolumbiens Kohleregion Cesar
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