BEE_Sommerfest_2024

E.ON & Uniper: Neustart mit alten Rezepten

E.ON-Aktionäre entscheiden über die Aufspaltung des Konzerns.

• Die E.ON-Konzernabspaltung Uniper torpediert den Klimaschutz
• Kein Sinneswandel bei Importen von Blutkohle aus Kolumbien
• Beteiligung an Javelin zeigt fehlenden Reformwillen bei fossilen Energien

In der nächsten Ausgabe stellt Forum in der Reihe "Starke Frauen" Heffa Schücking vor, die Gründerin von urgewald. Am besten bestellen Sie das neue Heft gleich jetzt vor, bis zum 1. August 2016 versandkostenfrei. Es erwarten Sie spannende Themen rund um die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft.

Am Mittwoch entscheiden die Aktionärinnen und Aktionäre von E.ON über die Aufspaltung des Konzerns in eine „veränderte" E.ON und ein „neues" Unternehmen Uniper. urgewald-Mitarbeiter werden auf der Hauptversammlung über Konsequenzen informieren und kritische Redebeiträge halten. Mit dem Schritt will E.ON-Konzernchef Johannes Teyssen nicht nur das Geschäft mit Erneuerbaren Energien, sondern auch den fossilen Kraftwerkspark aus dem E.ON-Portfolio retten. urgewald-Energie-Referent Sebastian Rötters kommentiert: „Ein wirkliches Umdenken ist nicht erkennbar. Uniper soll die klimaschädlichen Kraftwerke auf Jahrzehnte weiter betreiben. Diese Weiter-So-Strategie steht im krassen Widerspruch zum von 195 Staaten vereinbarten Klimaschutzvertrag von Paris. Klimaschutz oder Uniper’s Geschäftsmodell, nur eines von beiden kann erfolgreich sein. E.ON sollte sich der neuen Realität stellen und schleunigst den Ausstieg aus fossilen Altlasten vorantreiben. Mit der simplen Auskopplung von Uniper wurde eine große Chance für den Klimaschutz vertan."

Ein weiteres Beispiel für den fehlenden Reformwillen ist die E.ON-Beteiligung an dem Startup-Unternehmen Javelin noch im vergangenen Jahr. Javelin möchte vor allem mit dem Handel von Kohle, Öl und Gas Geld verdienen und vermarktet ausdrücklich auch Kohle aus umstrittenen Minen in Kolumbien. Uniper wird diese Beteiligung übernehmen und offenbar auch die Importe von kolumbianischer Blutkohle fortsetzen. Nachdem E.ON die Hinweise auf schwerste Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien jahrelang ignoriert hat, deutet nichts darauf hin, dass Uniper die Vorwürfe ernster nehmen wird. Den dort aktiven Bergbaukonzernen Drummond und Prodeco/Glencore wird vorgeworfen, in der Kohleregion Cesar zwischen 1996 und 2006 Paramilitärs finanziert und unterstützt zu haben, die 3.100 Menschen ermordet, 240 verschleppt und über 55.000 vertrieben haben sollen. Bis heute kämpfen die Opfer um Anerkennung und Gerechtigkeit und müssen Repressalien fürchten.

Zwei europäische Energieversorger haben bereits reagiert: Der italienische Konzern ENEL hat jüngst eine Untersuchung angekündigt und schließt einen Ausschluss der Kohlelieferanten Drummond sowie Prodeco nicht aus. DONG Energy aus Dänemark kauft schon jetzt keine Kohle mehr von Drummond und Prodeco. Rötters kommentiert: „Herrn Teyssen lassen die Vorwürfe seit Jahren kalt. Wir fordern Uniper-Chef Klaus Schäfer auf, dem Beispiel von DONG Energy zu folgen und endlich Konsequenzen zu ziehen."

Kontakt: Sebastian Rötters, Energie-Referent urgewald | sebastian@urgewald.org | www.urgewald.org

Weitere Informationen:
- Neuer Kurzfilm und Hintergrundinfos zum Thema "Blutkohle" aus Kolumbien  
- Studie (Pax for peace) zu paramilitärischer Gewalt in Kolumbiens Kohleregion Cesar


Lifestyle | Geld & Investment, 06.06.2016

     
Cover des aktuellen Hefts

Positiver Wandel der Wirtschaft? – So kann's gehen

forum 03/2024 mit dem Schwerpunkt „Wirtschaft im Wandel – Lieferkettengesetz, CSRD und regionale Wertschöpfung"

  • KI
  • Sustainable Finance
  • #freiraumfürmacher
  • Stromnetze
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
27
JUN
2024
„Grüner Rasen – grünes Bewusstsein: Kann Fußball klimafreundlich?“
In der Reihe "Mein Klima - auf der Straße, im Garten, ..."
80336 München und online
03
JUL
2024
BEE Sommerfest 2024
Das Gipfeltreffen der Erneuerbaren
10997 Berlin
02
SEP
2024
Real Estate Social Impact Investing Award 2024 - Bewerbungsfrist: 02.09.2024
Auszeichnung für Leuchttürme und Benchmarks von in Planung und Bau befindlichen Projekten
10117 Berlin
Alle Veranstaltungen...

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Politik

Warum eskaliert der Streit um Israel und Palästina ausgerechnet an den Hochschulen?
Christoph Quarch fordert mehr Kooperation, mehr Dialog und mehr Disputation
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

Abschlussbericht ACHEMA 2024

Ein heißer Sommer mit viel (solarer) Energie

Berufsbegleitende CSM-Zertifikate Nachhaltigkeitsmanagement im Sport, Sustainability Reporting und Zirkuläres Wirtschaften kennenlernen

„Europa macht Hoffnung“

Digitaler Zwilling im Gebäudebestand:

Nachhaltige Zukunft gestalten: Green Tourism Camp 2024 vereint Innovation und Zusammenarbeit im Tourismus

Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik

Faber E-Tec auf der The Smarter-E

  • Engagement Global gGmbH
  • Kärnten Standortmarketing
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Global Nature Fund (GNF)
  • circulee GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • ECOFLOW EUROPE S.R.O.