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Klimareporting

Unternehmen übernehmen Verantwortung

Klimareporting ermöglicht es Unternehmen, ihre Treibhausgasemissionen zu errechnen, Reduktions­strategien zu entwickeln, darüber transparent zu berichten und dadurch vielfältige Wettbewerbsvorteile zu erzielen.

Mit einem Klimareporting erstellt ein Unternehmen aussagekräftige Informationen darüber, wie der Klimawandel die Geschäftsentwicklung, die Unternehmensstrategie und damit auch die unternehmerische Zukunft beeinflusst, und wie das Unternehmen damit umgeht. Dazu errechnet das Unternehmen seinen CO2-Fußabdruck (Energieverbräuche, direkte und indirekte Emissionen) und gibt Informationen zum Managementansatz, zu Reduktionszielsetzungen sowie zum Umgang mit wesentlichen Risiken und Chancen des Unternehmens durch den Klimawandel. Klimareporting dient damit als interne Steuerungsgrundlage im Unternehmen und als Informationsquelle für alle Anspruchsgruppen (Stakeholder).

In 5 Schritten zum Klimareporting. Grafik: © Robert Günther, WWFKonkrete Hilfestellung ist gefragt
Um das Klimareporting zu etablieren, entwickelten die Naturschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) und das CDP (ehemals Carbon Disclosure Project) ein Internetportal. Hier finden Unternehmer seit 2015 alle relevanten Informationen für den unternehmerischen Klimaschutz sowie für Strategien und Maßnahmen zum Umgang mit dem Klimawandel. Außerdem informiert die Plattform über aktuelle politische sowie inhaltliche Entwicklungen im Themenfeld und ermöglicht den Austausch mit anderen Unternehmern. Das Hauptziel ist die Verbreitung eines aussagekräftigen und einheitlichen Klimareportings in Deutschland, mit dem Grundgedanken: „What gets measured, gets managed."

Ein zusätzlicher, detaillierter Leitfaden unterstützt Unternehmen Schritt für Schritt beim Aufbau einer Treibhausgasbilanzierung, bei einem Klimareporting gemäß etablierten Berichtsstandards und der Entwicklung einer Klimastrategie – unabhängig von Branche, Unternehmensgröße und Erfahrungswerten. „Dieser Leitfaden hilft dabei, den ersten Schritt zu wagen", erklärt Susanne Strasser, Referentin Unternehmensentwicklung bei HEAG Mobilo. „Hier findet man Antworten auf offene Fragen und bekommt Handlungsanleitungen. Wir wurden ermutigt, uns aus unserer Kernkompetenz herauszuwagen und Dinge anzupacken, die bislang unmöglich schienen.”

Wer zu spät kommt…
Klimareporting erhöht die Transparenz und damit die Attraktivität eines Unternehmens. Die Wettbewerbsvorteile sind jetzt besonders hoch, da noch wenige Unternehmen ihre Verantwortung im Klimaschutz wahrnehmen. Auch wenn die Einrichtung der nötigen Prozesse kurzfristig Kosten verursacht, erbringt die Berichterstattung längerfristig einen Gewinn – das ergab eine Kosten-Nutzen-Analyse durch eines der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen in Deutschland.

Mittelfristig wird unternehmerische Transparenz zu Klimaauswirkungen und Klimastrategie unerlässlich sein, um beurteilen zu können, ob einzelne Unternehmen einen angemessenen Beitrag zur Begrenzung der globalen Erwärmung leisten. Es ist daher nur eine Frage der Zeit, wann regulatorische Anforderungen formuliert werden. Unternehmen, die jetzt schon entsprechende Maßnahmen ergreifen, sind also vorbereitet auf Anforderungen, die in Zukunft sowieso auf sie zukommen werden.

Klimareporting.de und der Leitfaden „Vom Emissionsbericht zur Klimastrategie" haben inzwischen schon über 1500 Unternehmen auf dem Weg zur Klimastrategie und -berichterstattung unterstützt. Angesichts der fast 14.000 Unternehmen mit mehr als 250 Arbeitnehmern und der mehreren 100.000 kleinerer Unternehmen in Deutschland gibt es allerdings noch viel zu tun. Die Frage, die sich Unternehmen in Bezug auf den Klimaschutz stellen sollte, ist: Warte ich darauf, bis mein Unternehmen seinen Umgang mit dem Klimawandel öffentlich darlegen muss? Oder übernehme ich meinen Teil der Verantwortung schon heute und erlange dadurch einen Wettbewerbsvorteil vor den Unternehmen, die nur unter Druck zu Veränderungen bereit sind? Die bisherigen Erfahrungen von Klimareporting.de zeigen eindeutig, dass es sich lohnt, zu den Vorreitern zu gehören. Nutzen Sie deshalb die kostenfreien „Online-Coachings zum Klimamanager" sowie die aktuellen Hinweise auf dem Internetportal.
www.klimareporting.de

Dr. Maiken Winter
ist Biologin und seit Jahren im Klimaschutz aktiv. Über ihren Verein WissenLeben e.V. arbeitet sie vor allem an Klima-Bildungsprogrammen mit Schulen und Universitäten.

Wirtschaft | Marketing & Kommunikation, 01.05.2016
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 02/2016 - Zukunft gestalten erschienen.
     
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