Gesellschaft | Migration & Integration, 09.03.2016
Maschinenbauer integrieren Flüchtlinge
Die Unternehmen berichten über ihre neuen Mitarbeiter durchweg positiv.
Viele Unternehmen wollen Verantwortung übernehmen und Flüchtlingen eine Chance auf einen Industrieberuf geben. Zwei Partner der Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence berichten von ihren Planungen und Erfahrungen.

Zu den Pionieren gehört die Esta Apparatebau GmbH & Co. KG in Senden. Sie beschloss, mindestens vier Stellen mit Flüchtlingen zu besetzen. Das sind immerhin 2 Prozent der Belegschaft. Zwei Syrer sind dort mittlerweile als Monteur und Hausmeister tätig. Den ersten Kontakt zu den Flüchtlingen stellen Unternehmen über zuständige Behörden vor Ort, über ansässige Vereine oder persönlich her. Die ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG erarbeitet zurzeit ein Kennenlernprogramm, bei dem Asylbewerber Einblick in verschiedene Produktionsbereiche erhalten. Schon Mitte 2015 besuchte die erste Flüchtlingsgruppe die Unternehmenszentrale in Franken. Hier ist seit August 2015 ein syrischer Flüchtling beschäftigt.
Sprachkenntnisse bessern sich schnell
Die Unternehmen berichten über ihre neuen Mitarbeiter durchweg positiv. Dr. Peter Kulitz, Geschäftsführer von Esta, sagt: „Ich bin nachhaltig beeindruckt von ihrem schier unbändigen Willen, zu lernen und zu arbeiten. Solche Eigenschaften können wir sehr gut gebrauchen." Natürlich bestünden noch Sprachbarrieren, aber mit Sprachkursen käme es zu stetigen Fortschritten. Nicht unterschätzt werden dürfe, dass die Flüchtlinge meist anders geprägt sind. „Ein Verständnis für unsere westlichen Werte ist unumgänglich. Neben staatlichen Bemühungen sind besonders Imame in der Pflicht, klarzumachen, dass zum Beispiel die Gleichrangigkeit von Frauen zu respektieren ist", fordert Kulitz.
Hürden der Integration meistern
Fehlende Sprachkenntnisse, mangelnde Qualifizierung, Unsicherheit und Bürokratie – die Hürden der Integration von Flüchtlingen im Maschinenbau sind groß. Ralf Sturm, Personalleiter bei der ebm-papst-Unternehmensgruppe, sagt: „Es herrscht zu lange Unsicherheit darüber, bis wann ein Flüchtling bleiben kann und ob er eine Arbeitserlaubnis bekommt." Von der Politik fordern die Unternehmen kurze Asylverfahren, frühe Sprach-, Qualifizierungs- und Integrationskurse und eine Aussetzung der Vorrangprüfung.
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