Bioabfallvergärungsanlage Hochfranken weist den Weg in neue Energie-Ära

Wirtschaftsdünger und einzigartiges Energiekonzept aus Oberfranken

In Deutschland ist es das erste seiner Art: Das Bioenergiezentrum Hochfranken, ein auf Initiative lokal ansässiger Unternehmen auf den Weg gebrachtes kommunales Energieversorgungszentrum, das über 40 % des Strombedarfs von Privathaushalten und Industrie vor Ort deckt. Im Beisein der Bayerischen Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz, Ulrike Scharf, wurde nun der vierte, entscheidende Baustein eingeweiht: die groß dimensionierte Bioabfallvergärungsanlage, betrieben von der rsb Bioverwertung Hochfranken GmbH. Die Anlage wandelt jährlich bis zu 30.000 Tonnen kommunalen und gewerblichen Bioabfalls zu Biogas und hochwertigem Wirtschaftsdünger um.
 
Im Beisein der Bayerischen Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz, Ulrike Scharf, weihten Reinhard Dietel, Geschäftsführer der rsb Bioverwertung Hochfranken GmbH (links), und Eric Priller, Geschäftsführer der REHAU Energy Solutions GmbH, die Bioabfallvergärungsanlage Hochfranken ein. Als Gastgeschenk gab es einen Blumentopf mit Wirtschaftsdünger – einem nährstoffreichen Nebenprodukt der Anlage. © REHAUMit einem Blumentopf voll Wirtschaftsdünger aus Oberfranken im Arm blickte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf gestern in die Zukunft kommunaler Energieversorgung: auf ein „umweltfreundliches, technisch ausgefeiltes und hoch effizientes Leuchtturmprojekt in Oberfranken", das über die Grenzen Bayerns und Deutschlands hinaus für Aufsehen sorge und den Weg in eine neue Energie-Ära weise. „Die erfinderischen Franken haben wieder mal die Nase vorn", sagte Scharf während der Einweihung der neuen Bioabfallvergärungsanlage – dem vierten, entscheidenden Baustein des Bioenergiezentrums Hochfranken.
 
Insgesamt vier Anlagen produzieren jährlich rund 76.000 Megawattstunden Strom und Wärme für eine der industrie-stärksten Städte Bayerns. In punkto Energieversorgung und Klimaschutz leistet die Kleinstadt Rehau damit Großes: Gemeinsam mit lokalen Unternehmen wurde hier das erste kommunale Bioenergiezentrum Deutschlands auf den Weg gebracht. Das leistungsfähige Verbundprojekt ist in der Lage, bis Ende 2015 über 40 % des Strombedarfs von Privathaushalten und Industrie vor Ort abzudecken.
 
Prominenter Rundgang: Gemeinsam mit der Bayerischen Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz, Ulrike Scharf (Mitte), ließen sich zahlreiche Vertreter der lokalen und überregionalen Politik während Führungen durch die neue Bioabfallvergärungsanlage deren Funktion und Wirkungsgrade näher erläutern. © REHAUDie groß dimensionierte Bioabfallvergärungsanlage, betrieben von der rsb Bioverwertung Hochfranken GmbH, die nun vor den Toren der Stadt erfolgreich in Betrieb gegangen ist, ist zugleich das Herzstück. Jährlich wandelt sie bis zu 30.000 Tonnen kommunalen und gewerblichen Bioabfalls zu Biogas und hochwertigem Wirtschaftsdünger um. Das in der Region vorhandene Potenzial an organischen Haushaltsabfällen wird somit energetisch optimal genutzt. „Die Gasausbeute bei dieser Anlage ist am Ende 25 bis 30 % höher als bei bestehenden Verfahren", betont Eric Priller, Geschäftsführer der REHAU Energy Solutions GmbH. Das Tochterunternehmen von Polymerspezialist REHAU wurde im Mai 2014 mit der Planung und Errichtung der Anlage beauftragt. Die Kosten für den Anlagenbau belaufen sich auf rund 9,9 Millionen Euro, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit förderte mit knapp 2 Millionen Euro.
 
Für die Realisierung der Bioabfallvergärung Hochfranken wurde von den ortsansässigen Unternehmen REHAU AG + Co., SÜDLEDER GmbH & Co KG, Willy Böhme GmbH & Co. KG die rsb Bioverwertung Hochfranken GmbH gegründet. Diese beauftragte im Mai 2014 die REHAU Energy Solutions GmbH mit der Planung und Errichtung der Bioabfallvergärung. Weitere Informationen unter www.bez-hochfranken.de und www.wastergy.de
 
Kontakt:
REHAU Energy Solutions GmbH, Katy Hahn 

Technik | Energie, 03.08.2015
     
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