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Neuen Kurs nehmen

Wie geht RWE mit der Krise um?

Die europäische Energiewirtschaft steckt in einer schweren Krise. Sie betriff auch RWE. Für das Geschäftsjahr 2013 hat RWE zum ersten Mal seit 60 Jahren einen Nettoverlust ausweisen müssen, das Minus lag bei fast 3 Milliarden Euro. Aber: RWE hat die Zeichen der Zeit erkannt und stellt sich neu auf. Dazu gehört nicht nur die Entwicklung neuer Geschäftsfelder oder Effizienzsteigerungen. Der Wandel wird sich bei RWE auch in einem Kulturwandel widerspiegeln. Denn es geht nicht nur darum, was wir tun (Strategie), sondern auch, wie wir es tun (Verhaltensweisen). Diesen Prozess hat der Vorstand der RWE AG vor knapp zwei Jahren angestoßen, hat strategische Debatten mit allen Top-Führungskräften geführt und jetzt die Weichen gestellt: Damit das, was die neue RWE ausmacht, an alle Mitarbeiter weitergegeben wird. Seine Innovationskraft hat der Energieversorger in der mehr als 100jährigen Geschichte mehrfach unter Beweis gestellt. Darauf bauen Konzernspitze und circa 61.000 Mitarbeiter jetzt weiter auf.

© RWERWE wird neue Geschäftsfelder entwickeln. Voraussetzung ist, dass sich das Unternehmen an den neuen Marktverhältnissen und noch enger an den Bedürfnissen seiner mehr als 23 Millionen Kunden ausrichtet. RWE hat eine klare Richtung eingeschlagen: hin zum „ganzheitlichen Energiemanager", der den Kunden mit attraktiven Produkten und sinnstiftenden Dienstleistungen überzeugt, ja begeistert. Energie in komplexen Systemen zu managen – das verstehen die Essener bestens, da blicken sie auf jahrzehntelange Expertise zurück. Zu diesem Zielbild gehört aber auch eine veränderte Rolle in der Stromerzeugung: weg vom Lieferanten von Megawattstunden, hin zum Anbieter sicherer konventioneller Erzeugungskapazitäten, die den Ausbau der Erneuerbaren flankieren. RWE wird von einem integrierten zentralisierten Versorger zu einem dezentralisierten, flexiblen und modernen Energiemanager.

Grundlage für das Erreichen dieses klaren Zielbildes ist zunächst einmal der Schulden­abbau, um finanziellen Handlungsspielraum zurückzugewinnen. Dazu gehören auch In­vestitionskürzungen und Desinvestitionen. Vor allem im Bereich der Erneuerbaren schmerzen diese Kürzungen. Das heißt aber nicht, dass keine Projekte mehr realisiert werden – RWE setzt verstärkt auf Partnerschaften, um Windparks oder smarte Energie­netze zu bauen. Der Schrumpfungsprozess bedeutet aber auch, dass RWE auf Dauer mit weniger Personal arbeiten muss.

Allerdings ist die Personalzahl keine Steuerungsgröße – denn die Zahl der Mitarbeiter orientiert sich am Geschäft. Uwe Tigges, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der RWE AG: „Wir werden auf Dauer mit weniger Mitarbeitern auskommen müssen, da sich unser Geschäft entsprechend verändert. Dieser Situation wollen wir in erster Linie durch einen flexibleren Einsatz unserer Mitarbeiter begegnen. Kündigungen können wir auf Dauer nicht gänzlich ausschließen. Unser erklärtes Ziel ist es aber, sie wenn eben möglich zu vermeiden." Im Jahr 2013 hat sich die Mitarbeiterzahl von 70.208 auf 66.341 reduziert, zur Jahresmitte 2014 waren es noch rund 63.000 Vollzeitstellen. Nach aktueller Prognose werden Ende 2014 noch rund 61.000 Mitarbeiter (in FTE) bei RWE beschäftigt sein.

SWITCH
© RWEDer Umgang mit der sich verändernden Beschäftigungslage erfordert auch von RWE neue Antworten. Eine Antwort heißt SWITCH. Hinter dem Namen SWITCH verbirgt sich ein neuer interner Stellenmarkt mit persönlicher Beratung. SWITCH wird den notwendigen Personalumbau im Konzern in drei Bereichen unterstützen:

  1. Stellenbesetzung: SWITCH steht für eine transparente konzernweite Stellenausschreibung und eine aktive Begleitung des Besetzungsprozesses.
  2.  Job­Kompass: Mitarbeiter, die sich im Konzern neu orientieren möchten, werden hierbei durch qualifiziertes Personal unterstützt.
  3. SWITCH­Force: Damit wird ein interner Zeitarbeitspool geschaffen, mit dessen Hilfe qualifizierte Mitarbeiter im gesamten Unternehmen für befristete Einsätze oder Projekte gefunden werden können.

Für Uwe Tigges ist SWITCH auch ein persönliches Anliegen: „Mein Ziel ist es, in SWITCH den internen Stellenmarkt zu bündeln. Das geht weit über das hinaus, was bisher bei uns als KiAM (Konzerninterner Arbeitsmarkt) bekannt war. Das ist für den Konzern und die Mitarbeiter von großer Bedeutung." Beispielsweise soll SWITCH auch die Deckung von kurzfristigem und temporären Personalbedarf durch interne und – das ist bisher neu – gesellschaftsübergreifende Vermittlung ermöglichen. „Ich sehe lieber einen Kollegen aus einer anderen operativen Gesellschaft, dessen Arbeitsplatz gefährdet sein könnte, auf einer Projekt­ oder Vertretungsstelle als den Mitarbeiter einer Zeitarbeitsfirma", so Tigges.

Der Personalvorstand weiß aber: „Vor dem Hintergrund der Krise ist es nicht immer leicht, unseren Mitarbeitern ein Gefühl der absoluten Sicherheit und Planbarkeit zu vermitteln. Es ist jedoch unser erklärtes Ziel, diese Krise zu überwinden und für alle Mitarbeiter – auch die zukünftigen – ein verlässlicher Arbeitgeber zu sein und zu bleiben."

Fazit: Auch bei Gegenwind sicher auf Kurs
Der französische Journalist und Politiker Jean­-Jacques Servan­-Schreiber (*1924) sagte: „Worin liegt die eigentliche Rolle des Managements? Im intelligenten Reagieren auf Veränderungen." 

Doch nicht nur das Management ist herausgefordert: Jeder Mitarbeiter von RWE ist in dieser schwierigen Lage gefragt, konstruktiv mit der aktuellen Situation umzugehen und zeitgleich zur Bewältigung der momentan angespannten Situation beizutragen. Das Ziel von RWE ist es, Gutes zu bewahren: Das gilt für die Motivation und Identifikation der Mitarbeiter, genauso wie für die Reputation als verlässlicher Versorger der Kunden und Partner der Gesellschaft. Hier wird RWE auch im Wandel Kurs halten.

Kontakt
RWE AKTIENGESELLSCHAFT
Swantje Tholen
Group Corporate Affairs Corporate Responsibility Opernplatz 1, 45128 Essen
Tel. +49 (0)201 / 1 21 74 66
Fax +49 (0)201 / 1 21 54 92
swantje.tholen@rwe.com


Technik | Energie, 01.01.2015
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 01/2015 - Grünes Reisen im Trend erschienen.
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