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Bündnis für Nachhaltige Textilien

Eine Chance für bessere Arbeitsbedingungen

Ein Textilarbeiter näht einen Bund an einen Rock in Phnom Penh, Kambodscha. Darf er auf eine Verbesserung seiner Arbeitsbedingungen hoffen? Photo: World Bank/Chhor SokuntheaDie Kampagne für Saubere Kleidung - Clean Clothes Campaign und INKOTA-netzwerk begrüßen die Initiative des Bundesminister Dr. Gerd Müller (CSU) und der Bundesregierung am 16. Oktober 2014 ein Textil-Bündnis für öko-soziale Standards in der globalen Lieferkette zu starten. Ähnliche Initiativen gibt es ebenfalls in anderen Europäischen Länden und verdeutlicht die Europäische Verantwortung für eine nachhaltige globale Entwicklung.

Die Kampagne für Saubere Kleidung setzen sich seit vielen Jahren für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der weltweiten Bekleidungsindustrie ein. Die Erfahrungen aus über 20 Jahren zeigen allerdings, dass freiwillige Selbstverpflichtungen in Sachen Menschenrechten bei der Arbeit nicht weit genug führen.

Deutliche Fakten, die gegen eine alleinige Freiwilligkeit sprechen, sind:
  • die brutale und gewaltsame Niederschlagung der friedlichen Proteste für einen Lohn zum Leben in Kambodscha im Jahr 2013 und 2014. Der Ursprung der Proteste liegt darin, dass etwa 500.000 kambodschanischen Textilarbeiterinnen trotz überlanger Arbeitstage in der Armutsspirale gefangen bleiben. Viele sind infolge der Dumping-Löhne mangelernährt. Denn ein Existenzlohn müsste fast viermal höher sein als der aktuelle gesetzliche Mindestlohn von 100 US-Dollar.
    In den Produktionsländern von Textilien und Bekleidung wird ein Lohn gezahlt, der zum Teil als "Hungerlohn" bezeichnet werden kann.

  • die Fabrikbrände bei Tazreen im November 2012 und bei Ali Enterprises in Pakistan sowie der Einsturz von Rana Plaza in Bangladesch am 24.4.2013, die Tausende von Toten und Verletzten verursachten. Diese Unglücke geschahen trotz zahlreicher Kontrollen und freiwilliger Selbstverpflichtungen von Unternehmen..
Bis heute sind die Opfer und Verletzten sowie deren Angehörige nicht fair und ausreichend entschädigt. Bisher besteht alleinig für die Opfer von Rana Plaza ein freiwilliger Entschädigungsfonds, der noch nicht mal zur Hälfte gefüllt ist.

Drängende Probleme verlangen höhere Wirkungsorientierung

Angesichts der drängenden Probleme ist es gut, dass Politik beginnt an den UN-Leitprinzipien orientierte Rahmenbedingungen zu gestalten. Die Modebranche, internationale Markenfirmen und Handelshäuser sind nunmehr gefordert, dass soziale und ökologische Standards sowie die Menschenrechte bei der Arbeit eingehalten werden. Ein positives Signal wäre der zahlreiche Beitritt aus der Modebranche in das Bündnis und die glaubwürdige transparente Berichterstattung über die erzielten Fortschritte.

Der seit dem Frühjahr 2014 in einem Multistakeholder Dialog erarbeitete Aktionsplan ist ein ambitionierter Vorstoß, der sich in der Zielsetzung an den praktischen und positiven Beispielen in der Textil- und Bekleidungsbranche orientiert. Die Experten aus unterschiedlichen Bereichen sind sich der Komplexität und der Herausforderungen in der Umsetzung bewusst und empfehlen deshalb im Aktionsplan eine Prozessorientierung und Wirkungsmessung.

Das kurz Skizzierte verdeutlicht darüber hinaus die Notwendigkeit und Chance, durch verpflichtende und gesetzliche Rahmenbedingungen eine bessere Wirkung als bisher zu erzielen.

Ansprechpartner:

Berndt Hinzmann, INKOTA/ Kampagne für Saubere Kleidung, Tel.: 0160 94 69 87 70,
E-Mail: hinzmann@inkota.de

Zur Stellungnahme: http://www.saubere-kleidung.de

Die Clean Clothes Campaign (CCC) ist ein internationales Bündnis, das sich für faire Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie einsetzt. In 15 europäischen Ländern gibt es nationale Kampagnen der CCC. INKOTA-netzwerk ist eine Trägerorganisationen der Kampagne für Saubere Kleidung in Deutschland. Der CCC gehören weltweit 250 Organisationen an.  


     
        
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