Studieren à la carte
Im Entwicklungsprojekt „Studica – Studieren à la carte“ öffnet sich eine Universität auch für Menschen ohne Hochschulreife.
SvF – was sich anhört wie eine neue Automarke oder eine geheime Bundesbehörde, ist die Abkürzung für ein aufstrebendes Phänomen: sozial verantwortliches Finanzwesen. Die Nachfrage nach sozial verantwortungsvollen Geldanlagen wächst nicht erst seit der jüngsten Finanzkrise. Immer mehr Menschen ist es wichtig, dass ihre Bank nachhaltig mit ihrem Geld umgeht – sowohl aus sozialer, als auch aus ökologischer und ökonomischer Sicht. Social Banking ist „in". Doch wie können Fachkräfte für den rasant wachsenden Markt sozial und ökologisch verantwortungsvoller Bank- und Finanzdienstleistungen ausgebildet werden?
Individuelle Ausbildung auf wissenschaftlichem Niveau
An der Alanus Hochschule werden seit 2011 Konzepte und Umsetzungsstrategien für eine individuelle, flexible Aus- und Weiterbildung auf Hochschulniveau getestet und weiterentwickelt. Anstelle von klassischen Zugangsvoraussetzungen und einem vorgeschriebenen Ausbildungsverlauf wählen die Teilnehmenden aus einer inhaltlich und methodisch breiten Palette von Seminaren aus – begleitet von intensiver Beratung durch die Hochschule. Ob die Teilnehmer so viele Leistungspunkte und Zertifikate sammeln, dass am Ende ein Hochschulabschluss dabei herauskommt, oder ob sie nur einen einzelnen Kurs besuchen, bleibt ihnen überlassen.
Offenes Studium anstelle festgelegter Studienverläufe
Dementsprechend breit ist die Zielgruppe des SvF-Schwerpunktes von „Studica". Neben Berufstätigen mit Praxiserfahrung im Finanz- und Bankwesen nehmen auch Menschen aus anderen Tätigkeitsfeldern mit Interesse am Bankwesen an der Erprobungsphase teil. „Die Tätigkeit im SvF verlangt eine Vielzahl an Kompetenzen", erklärt Sven Remer, Juniorprofessor für Social Banking und Social Finance. Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt erprobe daher Möglichkeiten, im Rahmen einer berufsbegleitenden Ausbildung auf akademischem Niveau für ein sozial verantwortliches Bankwesen zu qualifizieren. Dabei ist neben der finanziellen und technischen Beurteilung potenzieller Förderprojekte auch die Reflexion von Werten ein wichtiger Bestandteil. Das Modell der offenen Hochschule wird außerdem im Bereich „Betriebliche Berufspädagogik und Erwachsenenbildung" erprobt.
Von Sandra Stempel
Weitere Infos
Gesellschaft | Bildung, 01.10.2014
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 04/2014 - Green Tech als Retter der Erde erschienen.

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