Umwelt | Ressourcen, 08.01.2014
Immer weniger Elektroaltgeräte werden verwertet
Schlechte Sammelstrukturen und illegale Exporte sollen Schuld sein
Das Rücknahmesystem für Elektroaltgeräte funktioniert grundsätzlich, wie die stiftung elektro-altgeräte register (stiftung ear) berichtet. Tatsache sei aber, dass die erfassten und verwerteten Mengen seit Jahren rückläufig sind.
Ursache hierfür sind nach Expertenansicht einerseits die schlechten Sammelstrukturen für Elektrogeräte, sie seien "weder bürgernah noch flexibel". "Andererseits werden zu viele Altgeräte durch ungenehmigte Sammlungen abgegriffen und im ungünstigsten Fall illegal exportiert", erläuterte bvse-Vizepräsident Klaus Müller.
"Aus gegebenem Anlass möchten wir Sie bitten", schreibt die Gemeinsame Stelle der Hersteller, "von telefonischen wie schriftlichen Sachstandsanfragen abzusehen, da sie die Bearbeitungsdauer insgesamt verlängern. Ihre Unterlagen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs bei uns bearbeitet", als wolle sie ihre Kundenferne unter Beweis stellen. Die neue Kostenverordnung zum ElektroG (ElektroGKostV) trat im Dezember in Kraft. Mit Erlass der sechsten Änderungsverordnung zur ElektroGKostV verteuerten sich erneut die Gebühren für Abhol- und Bereitstellungsanordnungen. Trotz Kosteneinsparungen seitens der stiftung ear in Höhe von 4 % sei die erneute Gebührenerhöhung erforderlich gewesen, da die Anzahl der Optierungen der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE) weiterhin kontinuierlich steigt und ein Ende dieser Entwicklung nicht absehbar ist.
Die negative Entwicklung liege nicht darin begründet, dass weniger Neugeräte in Umlauf kommen, heißt es in Branchenkreisen. bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock: "Das Gegenteil ist der Fall. Es besteht also tatsächlich Handlungsbedarf. Das bestätigen auch die neuen EAR-Zahlen für das Jahr 2012." Nach den neuen Zahlen sieht es so aus, als ob in 2012 mehr Neugeräte in den Markt gebracht wurden als 2011. Gleichzeitig wurden in 2012 aber weniger Altgeräte verwertet als 2011. Also: Es wird weniger E-Schrott verwertet. Dieser Trend verfestigt sich. Schon 2011 wurde weniger verwertet als 2010.
Konkret: Die EAR konnte in 2012 statistisch nur noch 608.428 Tonnen Altgeräte erfassen, ca. 26.000 Tonnen weniger als in 2011. Die an Neugeräten in Verkehr gebrachte Menge hat demgegenüber allerdings um 100.000 Tonnen zugenommen. Dies bedeutet, dass sich die Rücklaufquote nochmals verschlechtert hat.
Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock: "Die veröffentlichen Zahlen für 2012 sind absolut enttäuschend und bleiben weit hinter unseren Erwartungen zurück. Die anstehende Novelle des ElektroG muss als Chance genutzt werden den Negativtrend in der Sammlung und der Qualität des Recyclings zu stoppen."
Nach Meinung von Klaus Müller gelte es "illegale Entsorgungswege" zu schließen sowie Sammlung und Erfassung nur durch qualifizierte und zertifizierte Unternehmen durchführen zu lassen. "Nur wenn die Altgeräte auch in den spezialisierten Erstbehandlungsanlagen landen, ist eine ordnungsgemäße Schadstoffentfrachtung und eine qualifizierte Rückgewinnung der Wertstoffe möglich", machte der bvse-Vizepräsident deutlich.
Über die EAR
Die EAR ist die "Gemeinsame Stelle der Hersteller" im Sinne des ElektroG. Vom Umweltbundesamt mit der Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben betraut, registriert die stiftung ear die Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten und koordiniert die Bereitstellung der Sammelbehälter und die Abholung der Altgeräte bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern in der gesamten Bundesrepublik Deutschland.
Elektrogeräte wie Bügeleisen werden immer weniger wieder verwertet. |
"Aus gegebenem Anlass möchten wir Sie bitten", schreibt die Gemeinsame Stelle der Hersteller, "von telefonischen wie schriftlichen Sachstandsanfragen abzusehen, da sie die Bearbeitungsdauer insgesamt verlängern. Ihre Unterlagen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs bei uns bearbeitet", als wolle sie ihre Kundenferne unter Beweis stellen. Die neue Kostenverordnung zum ElektroG (ElektroGKostV) trat im Dezember in Kraft. Mit Erlass der sechsten Änderungsverordnung zur ElektroGKostV verteuerten sich erneut die Gebühren für Abhol- und Bereitstellungsanordnungen. Trotz Kosteneinsparungen seitens der stiftung ear in Höhe von 4 % sei die erneute Gebührenerhöhung erforderlich gewesen, da die Anzahl der Optierungen der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE) weiterhin kontinuierlich steigt und ein Ende dieser Entwicklung nicht absehbar ist.
Die negative Entwicklung liege nicht darin begründet, dass weniger Neugeräte in Umlauf kommen, heißt es in Branchenkreisen. bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock: "Das Gegenteil ist der Fall. Es besteht also tatsächlich Handlungsbedarf. Das bestätigen auch die neuen EAR-Zahlen für das Jahr 2012." Nach den neuen Zahlen sieht es so aus, als ob in 2012 mehr Neugeräte in den Markt gebracht wurden als 2011. Gleichzeitig wurden in 2012 aber weniger Altgeräte verwertet als 2011. Also: Es wird weniger E-Schrott verwertet. Dieser Trend verfestigt sich. Schon 2011 wurde weniger verwertet als 2010.
Konkret: Die EAR konnte in 2012 statistisch nur noch 608.428 Tonnen Altgeräte erfassen, ca. 26.000 Tonnen weniger als in 2011. Die an Neugeräten in Verkehr gebrachte Menge hat demgegenüber allerdings um 100.000 Tonnen zugenommen. Dies bedeutet, dass sich die Rücklaufquote nochmals verschlechtert hat.
Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock: "Die veröffentlichen Zahlen für 2012 sind absolut enttäuschend und bleiben weit hinter unseren Erwartungen zurück. Die anstehende Novelle des ElektroG muss als Chance genutzt werden den Negativtrend in der Sammlung und der Qualität des Recyclings zu stoppen."
Nach Meinung von Klaus Müller gelte es "illegale Entsorgungswege" zu schließen sowie Sammlung und Erfassung nur durch qualifizierte und zertifizierte Unternehmen durchführen zu lassen. "Nur wenn die Altgeräte auch in den spezialisierten Erstbehandlungsanlagen landen, ist eine ordnungsgemäße Schadstoffentfrachtung und eine qualifizierte Rückgewinnung der Wertstoffe möglich", machte der bvse-Vizepräsident deutlich.
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