Gesellschaft | Politik, 19.04.2012
Zehn Jahre Nachhaltigkeitspolitik in Deutschland
Rat für Nachhaltige Entwicklung zieht Bilanz
Berlin, 18. April 2012 - Die nationale Nachhaltigkeitsstrategie ist am 17. April zehn Jahre alt geworden - Anlass für eine Bilanz des Nachhaltigkeitsrates zu zehn Jahren Nachhaltigkeitspolitik in Deutschland.
"In zehn Jahren hat sich mehr verändert, als oft wahrgenommen wird - aber noch zu wenig, als für einen Übergang in die ressourcensparende und klimaneutrale Gesellschaft nötig ist", so Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung. "Allerdings hat sich in den letzten Jahren etwas Entscheidendes getan: Das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung ist als Wert in der Gesellschaft erkannt und akzeptiert worden." Das sei auch eine Folge der aktiven und aktivierenden Nachhaltigkeitspolitik, die mit der Einrichtung des Nachhaltigkeitsrates im April 2001 durch die Bundesregierung begonnen hat.
Als positiv bewertet Marlehn Thieme die Aufnahme des Themas "nachhaltiges Wirtschaften" in die nationale Nachhaltigkeitsstrategie sowie den Einzug des Nachhaltigkeitsdenkens in der Wirtschaft. "Die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens kann nicht trotz, sondern gerade wegen einer nachhaltigen Entwicklung erfolgreich sein. Das haben zahlreiche Unternehmen in den letzten Jahren unabhängig von ihrer Größe unter Beweis gestellt." Mit einer unterstützenden Politik könnte aber noch eine größere Breitenwirkung erzielt werden: "Wir brauchen Rahmenbedingungen, die die Entwicklung einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft vorantreiben."
Von der Bundesregierung erwartet Marlehn Thieme eine stärkere Steuerung in Richtung Nachhaltigkeit, etwa im Bereich der öffentlichen Beschaffung. So könnte der Deutsche Nachhaltigkeitskodex auch in Bundesunternehmen Anwendung finden. Darüber hinaus schlägt die Nachhaltigkeitsratsvorsitzende dem Parlament vor, künftig zur Verabschiedung des Bundeshaushaltes einen Bericht über die Nachhaltigkeit zu verlangen und damit gegenüber großen Unternehmen gleichzuziehen, die seit vielen Jahren selbstverständlich Nachhaltigkeitsberichte vorlegten.
Eine treibende Kraft auf dem Weg in eine nachhaltige Welt seien indes die Bürgerinnen und Bürger. "Die Einstellungen und Lebensstile der Menschen verändern sich in der Breite der Gesellschaft - und das hat Einfluss auf die Wirtschaft und nicht zuletzt auf die Politik." Immer mehr Menschen kauften Biolebensmittel und Ökostrom, achteten im alltäglichen Einkauf auf Transfair-Siegel und gäben nur noch solchen Unternehmen einen Vertrauensvorschuss, die sich transparent und glaubwürdig ökologischen Zielen und der sozialen Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern verpflichtet sehen.
Im Zuge der Fortentwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie regt Marlehn Thieme eine Stärkung der europäischen und der globalen Dimension an. "Die Frage, welches der geeignete Weg in eine 'Green Economy' ist, kann nur global beantwortet werden." Daher sei es wichtig, dass Deutschland ein deutliches Signal an die Weltgemeinschaft sendet. "Ich hoffe ganz persönlich, dass die Bundeskanzlerin im Juni zur UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung nach Rio de Janeiro reist", so die Vorsitzende des Nachhaltigkeitsrates. Damit würde Deutschland ein deutliches und nach vorne gerichtetes Signal an die Weltgemeinschaft senden.
Mehr Informationen:
Zehn Jahre Nachhaltigkeitsstrategie. Der lange Weg zur Langfristigkeit
http://www.nachhaltigkeitsrat.de/dokumente/reden-praesentationen/reden-2012/bachmann-10-jahre-nhstrategie
Der Rat
Dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an, die von der Bundeskanzlerin für eine Mandatszeit von drei Jahren berufen werden. Zu den Aufgaben des Rates gehören die Entwicklung von Beiträgen zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, die Benennung von konkreten Handlungsfeldern und Projekten sowie Beiträge, um Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen. In der Wahl seiner Themen und Aktionsformen ist der Rat unabhängig. Ergebnisse aus der laufenden Arbeit sind zum Beispiel der Deutsche Nachhaltigkeitskodex, der Zukunftsdialog_Vision2050, Stellungnahmen zur Rohstoffpolitik, zur fiskalischen Nachhaltigkeit, zum Ökolandbau, die Projekte der Werkstatt N, der Strategiedialog mit Oberbürgermeistern sowie Beiträge zur "Green Economy" und zur Vorbereitung der Rio-Konferenz im Juni 2012.
Kontakt:
Rat für Nachhaltige Entwicklung,
Geschäftsstelle c/o GIZ
Katja Tamchina
Medienreferentin
Potsdamer Platz 10, D-10785 Berlin
[T] +49 (0)30 408190-233
[F] +49 (0)30 408190 22-233
[E] katja.tamchina@nachhaltigkeitsrat.de
[W] www.nachhaltigkeitsrat.de
"In zehn Jahren hat sich mehr verändert, als oft wahrgenommen wird - aber noch zu wenig, als für einen Übergang in die ressourcensparende und klimaneutrale Gesellschaft nötig ist", so Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung. "Allerdings hat sich in den letzten Jahren etwas Entscheidendes getan: Das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung ist als Wert in der Gesellschaft erkannt und akzeptiert worden." Das sei auch eine Folge der aktiven und aktivierenden Nachhaltigkeitspolitik, die mit der Einrichtung des Nachhaltigkeitsrates im April 2001 durch die Bundesregierung begonnen hat. Als positiv bewertet Marlehn Thieme die Aufnahme des Themas "nachhaltiges Wirtschaften" in die nationale Nachhaltigkeitsstrategie sowie den Einzug des Nachhaltigkeitsdenkens in der Wirtschaft. "Die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens kann nicht trotz, sondern gerade wegen einer nachhaltigen Entwicklung erfolgreich sein. Das haben zahlreiche Unternehmen in den letzten Jahren unabhängig von ihrer Größe unter Beweis gestellt." Mit einer unterstützenden Politik könnte aber noch eine größere Breitenwirkung erzielt werden: "Wir brauchen Rahmenbedingungen, die die Entwicklung einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft vorantreiben."
Von der Bundesregierung erwartet Marlehn Thieme eine stärkere Steuerung in Richtung Nachhaltigkeit, etwa im Bereich der öffentlichen Beschaffung. So könnte der Deutsche Nachhaltigkeitskodex auch in Bundesunternehmen Anwendung finden. Darüber hinaus schlägt die Nachhaltigkeitsratsvorsitzende dem Parlament vor, künftig zur Verabschiedung des Bundeshaushaltes einen Bericht über die Nachhaltigkeit zu verlangen und damit gegenüber großen Unternehmen gleichzuziehen, die seit vielen Jahren selbstverständlich Nachhaltigkeitsberichte vorlegten.
Eine treibende Kraft auf dem Weg in eine nachhaltige Welt seien indes die Bürgerinnen und Bürger. "Die Einstellungen und Lebensstile der Menschen verändern sich in der Breite der Gesellschaft - und das hat Einfluss auf die Wirtschaft und nicht zuletzt auf die Politik." Immer mehr Menschen kauften Biolebensmittel und Ökostrom, achteten im alltäglichen Einkauf auf Transfair-Siegel und gäben nur noch solchen Unternehmen einen Vertrauensvorschuss, die sich transparent und glaubwürdig ökologischen Zielen und der sozialen Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern verpflichtet sehen.
Im Zuge der Fortentwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie regt Marlehn Thieme eine Stärkung der europäischen und der globalen Dimension an. "Die Frage, welches der geeignete Weg in eine 'Green Economy' ist, kann nur global beantwortet werden." Daher sei es wichtig, dass Deutschland ein deutliches Signal an die Weltgemeinschaft sendet. "Ich hoffe ganz persönlich, dass die Bundeskanzlerin im Juni zur UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung nach Rio de Janeiro reist", so die Vorsitzende des Nachhaltigkeitsrates. Damit würde Deutschland ein deutliches und nach vorne gerichtetes Signal an die Weltgemeinschaft senden.
Mehr Informationen:
Zehn Jahre Nachhaltigkeitsstrategie. Der lange Weg zur Langfristigkeit
http://www.nachhaltigkeitsrat.de/dokumente/reden-praesentationen/reden-2012/bachmann-10-jahre-nhstrategie
Der Rat
Dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an, die von der Bundeskanzlerin für eine Mandatszeit von drei Jahren berufen werden. Zu den Aufgaben des Rates gehören die Entwicklung von Beiträgen zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, die Benennung von konkreten Handlungsfeldern und Projekten sowie Beiträge, um Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen. In der Wahl seiner Themen und Aktionsformen ist der Rat unabhängig. Ergebnisse aus der laufenden Arbeit sind zum Beispiel der Deutsche Nachhaltigkeitskodex, der Zukunftsdialog_Vision2050, Stellungnahmen zur Rohstoffpolitik, zur fiskalischen Nachhaltigkeit, zum Ökolandbau, die Projekte der Werkstatt N, der Strategiedialog mit Oberbürgermeistern sowie Beiträge zur "Green Economy" und zur Vorbereitung der Rio-Konferenz im Juni 2012.
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