Automobilindustrie im CSR-Test

Porsche nimmt in erster globaler Umfrage deutschlandweit Spitzenstellung ein

München, 26. April 2006 - In Hinblick auf seine soziale und gesellschaftliche Verantwortung (Corporate Social Responsibility, CSR) nimmt Porsche unter den Automobilunternehmen in Deutschland die Spitzenstellung ein. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie von TNS Automotive - einem der weltweit führenden Marktforschungsunternehmen für die Automobilindustrie.

In der Umfrage Global Corporate Social Responsibility (CSR) 2006 unter mehr als 16.000 Personen in 16 Ländern nimmt BMW in Deutschland den zweiten Platz ein und ist in Spanien und Italien Spitzenreiter. Ebenfalls den ersten Platz halten Toyota in Japan, Korea und Thailand sowie Volvo Trucks in Schweden und in den Niederlanden. Andere globale Marktführer sind Honda in Großbritannien, in den USA und Indonesien, Shell in China, Michelin in Frankreich, Bharat Petroleum in Indien, Nissan in Mexiko und Petronas in Malaysia.

Die Studie wurde durchgeführt, um zu verstehen, wie die Bevölkerung die Automobilunternehmen in Bezug auf deren Durchführung von und Beitrag zu sozialen, philanthropischen, Unternehmens- und Umweltaktivitäten wahrnehmen1. Die Verbraucher wurden gebeten, Firmen aus den Bereichen PKW, Nutzfahrzeuge, Motorräder, Reifen und Mineralölindustrie zu bewerten. Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Verbraucher in aufstrebenden Volkswirtschaften wie Thailand, Indien und China die untersuchten Automobilunternehmen in Bezug auf ihre soziale Verantwortung höher einschätzen als die Befragten in den westlichen Märkten.

Darüber hinaus erwarten die Menschen in diesen Ländern, dass die Automobilunternehmen eine aktive Rolle in der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung ihres Landes spielen, indem sie Arbeitsplätze schaffen und die Lebensqualität verbessern.

In Hinblick auf allgemeine Kaufmuster lassen die Ergebnisse einen deutlichen Widerspruch zwischen der allgemeinen Haltung zur sozialen Verantwortung der Unternehmen in den neuen und den bereits entwickelten Märkten erkennen. 85 Prozent der Verbraucher in Indonesien haben ein Produkt oder eine Dienstleistung gekauft, gerade deshalb, weil es/sie auf verantwortungsbewusste Weise erzeugt worden war. Bei den Verbrauchern in Deutschland lag dieser Wert nur bei 58 Prozent. Andererseits haben 3 von 4 Deutschen bereits einmal davon Abstand genommen, ein Produkt zu kaufen, weil sie glaubten, dass das Unternehmen keine umweltfreundlichen oder ethischen Geschäftspraktiken verfolgt.

Chris Bonsi, Regional Director TNS Automotive, erläutert: "Thailand, Indien und China haben ein geradezu phänomenales industrielles Wachstum im Automobilsektor erfahren und die Verbraucher in diesen Märkten erleben, dass die Automobilunternehmen eine wesentliche Rolle in der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung ihres Landes spielen. Demgegenüber sind sich die Regierungen von einigen neuen Märkten noch nicht in vollem Umfang darüber im Klaren, welchen Beitrag der Automobilsektor zur Schaffung von Arbeitsplätzen in ihrem Land leistet. In manchen Fällen belegen sie den Automobilsektor mit hohen Steuern, weil die Endprodukte als Luxusartikel gelten, die sich nur wenige leisten können. Dabei vergessen sie die Vielzahl der für den Durchschnittsbürger geschaffenen Arbeitsplätze, die in der Herstellung, im Vertrieb und im Service für diese Produkte tätig sind."

Bonsi ergänzt: "Unsere Umfrage zeigt im Gegensatz dazu, dass die Verbraucher in den entwickelteren Märkten den Automobilsektor in Bezug auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Auswirkungen auf die Umwelt schlecht bewerten. In diesen Märkten müssen sich die Firmen darauf konzentrieren, ihren Ruf als Unternehmen mit sozialer Verantwortung zu stärken."

Rémy Pothet, Global Director TNS Automotive, führt dazu aus: "Großen Unternehmen wird zunehmend bewusst, dass sich ihre gesellschaftliche Verantwortung direkt auf ihr Image und ihren Markenwert - und damit auf ihren geschäftlichen Erfolg auswirkt. Das hat zur Folge, dass viele Unternehmen umfangreiche Investitionen in CSR-Initiativen tätigen. Dies gilt insbesondere für Märkte, auf denen sie eine Expansion ins Auge gefasst haben. Die Ergebnisse unserer Studie unterstreichen das wachsende Interesse der Öffentlichkeit an der sozialen Verantwortung von Unternehmen (CSR), stellen eine direkte Verbindung zwischen CSR und dem Kaufverhalten der Bevölkerung her und stützten so die Investitionen in CSR. Durch die jährliche Wiederholung der Umfrage können die Unternehmen der Automobilindustrie wertvolle Einblicke dazu gewinnen, wie ihre Verbraucher-Zielgruppen die CSR-Aktivitäten bewerten, und so erfahren, welchen Einfluss diese auf ihren Geschäftserfolg haben."

Dr. Peter Pirner, Automobilmarktforscher bei TNS Infratest in Deutschland macht deutlich: "Die Einschätzung der Bevölkerung zur gesellschaftlichen Verantwortung, die ein Unternehmen übernimmt, ist ein zentraler Einflussfaktor für den Ruf eines Unternehmens. Proaktives und zielgerichtetes Reputationsmanagement wird somit zur Schlüsselaufgabe moderner Unternehmenskommunikation. Hohe Managementgehälter und gleichzeitiger Arbeitsplatzabbau in Deutschland, Kostendruck und Rekordgewinne stellen eine große Herausforderung für die Kommunikationsabteilungen der Unternehmen dar. Die in der vorliegenden Studie von TNS ermittelten deutschen Champions in "Corporate Social Responsibility" müssen sich dem internationalen Vergleich stellen sowie kulturelle Besonderheiten kennen und berücksichtigen."

Quelle: TNS-Infratest
Quelle: Redaktion Nachhaltig Wirtschaften
Wirtschaft | CSR & Strategie, 27.04.2006

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