Garten-PV - Der Mini-Solarpark fürs Eigenheim

Globale Boden- und Wasserzerstörung - schlimmer als die Fukushima-Katastrophe?

3. SusCon - International Conference on Sustainable Business and Consumption, 28. - 29. Juni 2011 in Nürnberg

Risiken, die von der Allgemeinheit zu tragen sind, werden meist nicht in wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen berücksichtigt. Die Gewinnmaximierung steht im Vordergrund und Ressourcen, Natur und soziale Systeme werden über Gebühr belastet. Die Fukushima-Katastrophe ist ebenso wie die Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" in 2010 symptomatisch für den Umgang mit Leben und Ressourcen auf diesem Planeten. Doch neben den medienträchtigen Superkatastrophen gibt es schleichende Veränderungen, die für die Menschen zur Überlebensfrage werden.

Am 20. April 2010 geriet die Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko in Brand. Die ausgelöste Ölpest zählt zu den schwersten Umweltkatastrophen in der Geschichte.
Foto: © Deepwater Horizon Response
Unsere globale Risikogesellschaft macht auch vor fruchtbarem Ackerboden und Trinkwasser nicht Halt. Während ein Reaktorunglück oder die Explosion einer Bohrinsel Mensch und Natur unmittelbar und sehr offensichtlich schädigen, führen andere Fehlentwicklungen zu einer schleichenden, aber genauso dauerhaften Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. Dramatisch ist hier vor allem der Verlust an fruchtbarem Boden. Denn nicht nur die Urwälder verschwinden, auch die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen nehmen mit beunruhigender Geschwindigkeit ab: Einer Studie der Welternährungsorganisation FAO zufolge kamen 1961 noch 4307 m² auf eine Person - bis 2007 hat sich diese Zahl mehr als halbiert (2137 m²). Bevölkerungswachstum und Bodenverlust, zum Beispiel durch Erosion, treiben diesen Abwärtstrend auch weiterhin an.

Auch Wasser ist von elementarer Bedeutung für die Menschheit. Fossiles Grundwasser wird unwiederbringlich genutzt, Süßwasservorräte schwinden und das gesamte Wasseraufkommen der Erde ist einer immer stärkeren Verschmutzung ausgesetzt. Unsere Industrie hat ebenso wie die Lebensmittelproduktion einen extrem hohen Wasserbedarf.

Russisch Roulette auf Kosten der Menschheit
Die einseitig auf Wirtschaftswachstum ausgerichtete Marktwirtschaft hat keine tauglichen Korrekturmechanismen hervorgebracht, damit versagt sie als zukunftsfähiges Wirtschaftsmodell nach wie vor. Vielmehr steigern wirtschaftliche Vorteile die Risikobereitschaft aller Wirtschaftsbeteiligten. Vom Verbraucher, der gerne billig einkauft, vom Unternehmen, das attraktive Gewinnaussichten verfolgt, bis hin zum Staat, der Arbeitsplatzargumente und Steuereinnahmen einseitig wichtig nimmt, wenn es darum geht, mit wirtschaftlichem Handeln verbundene Risiken einzugrenzen.

"Es ist bedrückend, gerade jetzt wieder zu erleben, dass die zunächst gestoppten Tiefenbohrungen im Golf von Mexiko wieder aufgenommen und vom amerikanischen Senat auch weitere Bohrlizenzen vergeben werden, ohne die Sicherheitsstandards und deren Überwachung zu verbessern", so Fritz Lietsch, Herausgeber von forum Nachhaltig Wirtschaften. "Die Sicherheit wird dem Hunger nach Energie geopfert und der nächste 'Störfall' ist vorprogrammiert".

Anregung durch gute Beispiele
Eine Trendwende, die nur von Staat, Wirtschaft und Verbrauchern zusammen gestaltet werden kann, ist deshalb nach Ansicht der SusCon Organisatoren dringend notwendig. Die SusCon wird das Thema Ethik im Wirtschafts- und Konsumalltag deshalb prominent diskutieren und konkret Handlungsempfehlungen und Lösungen erarbeiten.

Die internationale Konferenz wird Best Practices von Unternehmen, die Problemstellungen mit ganzheitlichen Konzepten angehen, ebenso präsentieren, wie innovative technologische Ansätze bspw. in der Trinkwasseraufbereitung, der Phosphatrückgewinnung oder der Revitalisierung von ausgelaugten Böden. Wichtig sind aber nicht nur die Einzellösungen, sondern vor allem Schritte in Richtung einer ethisch fest verankerten, nachhaltig ausgerichteten Wirtschaft. "Unternehmen, die bereits heute an ihre Verantwortung für morgen denken", so Udo Censkowsky, Geschäftsführer von Organic Services und Co-Veranstalter der SusCon, "erarbeiten sich damit auch einen langfristigen Wettbewerbsvorteil".

Für weitere Informationen und Interview-Möglichkeiten kontaktieren Sie die SusCon-Veranstalter:
Udo Censkowsky, Organic Services: +49 (0)89-82075902, u.censkowsky@organic-services.com
Bernward Geier, COLABORA: +49 (0)2245-618652, b.geier@colabora-together.de
Fritz Lietsch, forum Nachhaltig Wirtschaften: +49 (0)89-74661111, f.lietsch@eco-world.de

SusCon 2011
Die "International Conference on Sustainable Business and Consumption" findet 2011 zum dritten Mal auf dem Nürnberger Messegelände statt. Vom 28. bis 29. Juni 2011 werden sich Unternehmen, NGOs und Politiker vor allem zu Fragen der knappen Ressourcen Boden und Wasser austauschen. Im Zentrum stehen u. a. neue Business-Modelle wie Social Business, Innovationen und konkrete Aktivitäten zum Erhalt dieser Ressourcen. An der SusCon 2010 nahmen rund 270 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik, NGOs und Medien aus 28 Ländern teil. Weitere Informationen unter www.suscon.net.

Quelle:



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Frau Reiche – es reicht!

forum 03/2026

  • Resilienz
  • Klimafinanzierung
  • Wald
  • Startups
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
JUN
2026
Woche des Wasserstoffs 2026 (#WDW2026)
Wasserstoff verbindet
deutschlandweit
30
JUN
2026
Circular Tech Hub
Europe’s Largest Tech, Startup & Digital Investment Event
14055 Berlin
28
SEP
2026
Zertifikatskurs „Sustainability Management“
Wir verbinden Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit!
95447 Bayreuth
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Wissenschaft & Forschung

Artemis und Orion
Christoph Quarch überlegt, was die Namensgebung über die aktuelle Mondmission sagen kann
Lassen Sie sich begeistern von einem Buch, das Hoffnung macht.
Garten-PV - Stromkosten um fast 80 Prozent gesenkt

Jetzt auf forum:

Stadtgrün gegen Hitze

Biodiversität beginnt vor der Haustür

Erfolgreicher Moor-Mitmachtag mit 100 Freiwilligen

Klimaneutrale Speicherstadt drei Mal erfolgreich bei DGNB Sustainability Challenge

Die Sommer-INNATEX wartet auf mit bekannten Namen und essenziellen Themen

Recht haben reicht nicht

Neue Wege gehen: Die nächste Generation steht bereit

Der Einkauf als Hebel

  • TÜV SÜD Akademie
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Engagement Global gGmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • 66 seconds for the future
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • WWF Deutschland
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • ZamWirken e.V.
  • SUSTAYNR GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • NOW Partners Foundation