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Umwelt | Klima, 10.09.2026

Konkrete Gefahren für Betriebe

Was in welchem Bundesland droht

Extremwetter trifft nicht überall gleich. Ob Flusshochwasser, Sturmflut, Starkregen oder Hagel: Die Gefährdungslage eines Betriebs hängt stark davon ab, wo er liegt. Der kostenlose Naturgefahren-Check von Seton teilt Deutschland in zehn Risikoregionen ein und zeigt standortbezogen, welche Gefahren besonders relevant sind. Ein Überblick über die wichtigsten Regionen und ihre spezifischen Risiken für Betriebe.

Rheintal und Ruhrgebiet: Flusshochwasser trifft auf urbane Überflutung
© distelapparath; Pixabay.comEntlang des Rheins, von Nordrhein-Westfalen über Rheinland-Pfalz bis nach Baden-Württemberg, gehört Flusshochwasser zu den wiederkehrenden Realitäten. Betriebe in Rheinnähe müssen damit rechnen, dass Pegelstände innerhalb weniger Tage kritische Marken überschreiten. Im Ruhrgebiet kommt ein anderes Problem hinzu: Dicht besiedelte und stark versiegelte Flächen lassen Starkregen kaum versickern. Die Flut durch Wupper und Erft im Juli 2021 hat gezeigt, wie schnell Industriegebiete und Gewerbelagen unter Wasser stehen können, auch wenn sie nicht direkt an einem großen Fluss liegen.

Ahrtal, Eifel und Mosel: Sturzflutgefahr in Tallagen
Rheinland-Pfalz und das Saarland gehören zu den am stärksten durch Extremhochwasser gefährdeten Regionen Deutschlands. Besonders in engen Flusstälern und Hanglagen entsteht bei Starkregenereignissen innerhalb kürzester Zeit eine Sturzflut, die sich kaum vorhersagen lässt. Betriebe, die in Tälern oder an Hangfüßen liegen, sollten ihre bauliche Situation und ihren Notfallplan regelmäßig überprüfen.

Bayern und Baden-Württemberg: Schneeschmelze und Voralpenhochwasser
Entlang von Donau, Lech, Isar und Inn sowie in Oberschwaben droht Hochwasser nicht nur durch Starkregen, sondern auch durch Schneeschmelze in Kombination mit Regenfällen. Das Donauhochwasser im Frühjahr 2024 hat dieses Risiko erneut deutlich gemacht. Produktionsbetriebe und Lagerhallen in Flussnähe sollten prüfen, ob Keller und Erdgeschoss ausreichend gegen eindringendes Wasser gesichert sind. Im Voralpenraum und in Teilen Baden-Württembergs ist zusätzlich Hagel ein ernstes Thema: Photovoltaikanlagen, Lichtkuppeln und Fahrzeugflotten ohne überdachte Stellplätze sind besonders exponiert.

Nordseeküste: Sturmflut als besondere Herausforderung
Für Betriebe in Schleswig-Holstein und im küstennahen Niedersachsen ist Sturmflut die dominante Gefahr. Anders als bei Binnenhochwasser kommen Sturmflutereignisse oft in Kombination mit Sturm und Windschäden. Gebäude, Außenanlagen und Infrastruktur müssen auf erhöhte Windlasten ausgelegt sein. Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Logistikbetriebe in Küstennähe sind besonders gefordert, weil sie im Ernstfall auch dann funktionieren müssen, wenn Zufahrtswege überflutet sind.

Mittelgebirge: Starkregen und Hanglagen als unterschätzte Kombination
Im Harz, im Schwarzwald, im Erzgebirge und im Bayerischen Wald verstärkt die Topografie die Wirkung von Starkregen erheblich. Wasser sammelt sich schnell in Tälern und an Hangfüßen. Betriebe, die sich in solchen Lagen befinden, unterschätzen dieses Risiko häufig, weil sie weit von größeren Flüssen entfernt liegen. Gleichzeitig sind Kammlagen sturmexponiert, was zusätzliche Anforderungen an Dächer, Außenanlagen und Gebäudesicherung stellt.

Norddeutsche Tiefebene und Berlin-Brandenburg: Binnenhochwasser und Sturm
In Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ist Flusshochwasser seltener als im Süden, aber Binnenüberflutung durch Starkregen und anhaltende Niederschläge bleibt relevant. Gleichzeitig ist die Norddeutsche Tiefebene eine der sturmexponiertesten Regionen Deutschlands. Für Betriebe mit großen Dach- oder Außenflächen, etwa Logistikzentren oder Produktionshallen, lohnt es sich, den Zustand von Dach, Toren und Außenbefestigung regelmäßig zu überprüfen.

Weiterführende Informationen zur betrieblichen Unwettervorsorge gibt es im Naturgefahren - Check.


     
        
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